Upländer gewinnen Abstiegsduell mit 6:0

Willingen fertigt Johannesberg ab - Trainer tritt zurück

Porträt Sebastian Butz
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Erstes Saisontor: Sebastian Butz brachte Willingen gegen Johannesberg in Führung.

Befreiungsschlag für den SC Willingen: Im Kellerduell der Verbandsliga Nord fertigten die Upländer die SG Johannesberg mit 6:0 (5:0) ab - die Verlierer suchen jetzt einen neuen Trainer.

Willingen – Es sprach einiges dafür, dass die Partie für SCW-Trainer Dardan Kodra so etwas wie ein Finale sein würde – für seinen Kollegen Zeljko Karamatic war sie es auf jeden Fall. Er erklärte bereits in der Pause seinen Rücktritt.

„Die Entscheidung steht“, sagte der Johannesberger Coach und war schnell wieder zurück aus der Kabine. „Unerklärlich“ fand er einen Tag vor seinem 49. Geburtstag die Leistung seiner Elf und ließ auch den Ausfall von vier gesperrten Spielern nicht gelten: „Wir hatten dennoch gutes Personal dabei.“

Kodra selbst hätte bei einer Niederlage von sich aus nicht das Feld geräumt, „denn ich habe eine gute Resonanz von den Jungs“. Gleichwohl sah die Führungsriege der Upland-Kicker unter der Woche die Zeit für eine stundenlange Aussprache mit dem Spielerrat gekommen.

Albers mit auf dem Platz

Sichtbares Resultat schon vor dem Anpfiff war die Präsenz des Sportlichen Leiters Hubertus Albers beim Aufwärmen - sie sollte als Demonstration der Einheit verstanden werden. Für Kodra kein Problem, „denn er hilft uns mit seiner sehr, sehr großen Erfahrung und hat auch mal ein anderes Gefühl für die Situation“.

Beim Anpfiff stand Kodra wie gewohnt direkt an der Linie, auf der Bank unterstützt von Co-Trainer Till Frigger und Albers. Sie sahen eine von Beginn an konzentriert zu Werke gehende, tiefer als gewohnt stehende Mannschaft. „Wir wollten möglichst alle hinter dem Ball sein, um dann gut vorwärts zu verteidigen“, so der Coach.

Schon nach elf Minuten zahlte sich das aus, als Sebastian Butz nach einem Freistoß von Jan-Henrik Vogel den Abpraller zum 1:0 über den kleinen Torwart Niklas Hofacker ins Netz setzte. Es war der Frustlöser für die Willinger, die fortan aggressiv in die Zweikämpfe gingen und nach 28 Minuten erneut belohnt wurden. Viel lief über die linke Seite und nach zwei gefährlichen, aber vergeblichen Anläufen traf Jonathan Vach zum 2:0.

Vach nicht zu bremsen

Keine 120 Sekunden später war erneut der nicht zu bremsende Vach nach sensationeller Vorarbeit von Fynn Butterweck erfolgreich (30.). Von den längst überforderten Gästen kam nichts, dafür erhöhten Christian Kuhnhenne (33.) und Florian Heine (45.+1), der in einen zu kurzen Pass spritzte, auf 5:0. Mit dem Halbzeitpfiff jagte Vach das Leder noch ans Lattenkreuz.

Wer erst zur zweiten Hälfte ins Uplandstadion kam, der hatte fast alles verpasst. Die Gastgeber verwalteten fortan das Ergebnis, verloren aber nie die Kontrolle. Zweimal durfte sich dadurch auch Keeper Yannick Wilke auszeichnen, bei der Direktabnahme von Patrise Gjocaj (60.) und mit einer Flugschau gegen Niklas Odenwald (84.). Dazwischen lag das 6:0 durch Heine, dem Vogel im Strafraum uneigennützig das Spielgerät durchgesteckt hatte (79.).

„Ein neuer Mann bringt vielleicht neuen Wind rein“, meinte ein frustrierter Zeljko Karamatic, nach drei Jahren nun Johannesberger Ex-Trainer. Die Upländer hoffen, dass der zweite Saisonsieg genügend Rückenwind für die nächsten Aufgaben gegen die direkten Konkurrenten Gudensberg und Ehrenberg gibt.

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