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Ohne Zweikampf geht‘s nicht: Willingen 1:4 gegen Lichtenauer FV

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Bodenhaftung verloren: Willingens Sören Vogel (links) im Kopfballduell mit Lichtenaus Ture Ott.
Bodenhaftung verloren: Willingens Sören Vogel (links) im Kopfballduell mit Lichtenaus Ture Ott. © bb

Trainer Dardan Kodra hatte gewarnt und wurde bestätigt: Völlig verdient verlor der SC Willingen gegen das bislang punktlose Schlusslicht Lichtenauer FV mit 1:4 (0:3).

Überragend auf Seiten der Gäste war der nach seiner Sperre erstmals wieder mitwirkende Spielertrainer Alexandre Cucu. Die leichtfüßigen Gäste spielten vom Anpfiff weg ein feines Bällchen. „Wir wollten nicht in die Zweikämpfe“, verriet Cucu, „wir sind technisch stark genug“. Das gelang vorzüglich, freilich großherzig unterstützt von den Gastgebern. Fußball ohne die Zweikämpfe anzunehmen, das klappt nun mal nicht. „Und die haben wir in der ersten Halbzeit ganz besonders vermissen lassen“, so Kodra.

Die Willinger wollten zwar den Gegner kommen lassen, aber vom Anpfiff weg waren sie so mit der Abwehrarbeit beschäftigt, dass sie offensiv nicht stattfanden. . „Wir müssen uns rein arbeiten“, feuerte Kodra früh seine Truppe an, nach einer Viertelstunde rief er: „Traut euch mehr zu, Brust raus und Fußball spielen“. Vergebens

SC Willingen: Viel Redebedarf schon in der Trinkpause

Vor allem Cucu über die linke Seite machte mächtig Betrieb und war an fast allen gefährlichen Lichtenauer Aktionen beteiligt. . „Es macht hier immer Riesenspaß zu spielen“, dankte der 34-jährige Moldawier sogar für die „herrliche Anlage hier“. Noch größer wurde seine Freude in der 22. Minute, als er auf die Grundlinie durchgebrochen flankte und Mathias Tadeis Gambetta aus dem Rücken der rechten Abwehrseite unbehelligt einschießen konnte.

Bereits in der Trinkpause nach 25 Minuten war der Redebedarf groß bei den Upländern. Dabei gab das Spiel der Gäste eigentlich keine Rätsel auf: Lange Diagonalbälle meist auf Cucu, aber auch gegenüber auf Maxi Antoniuc und ab ging die Post mit schnellem Direktpassspiel in die Zentrale. Keeper Michael Schirk hielt den Schuss von Leon Koch (28.), um beim 20-Meter-Lattenknaller von Gambetta Glück zu haben (32.). „Leute, jetzt arbeitet euch mal da rein“, pfiff Co-Trainer Rainer Schramme die Mannschaft an. Umsonst.

Florian Heine schafft nur Ergebniskosmetik

War das 0:2 etwas unglücklich, weil Jan-Niklas Albers den Schuss von Leon Koch unhaltbar abfälschte (38.), so war der dritte Gegentreffer sinnbildlich für die desolate Vorstellung. Der Ball hätte bei reichlich Überzahl niemals aus der linken Spielfeldecke den Weg in die Mitte finden dürfen. Dort standen drei Lichtenauer als Abnehmer bereit, Benjamin Orschel versenkte humorlos (43.).

Das Trainertrio Kodra, Schramme und Uli Rehbein beratschlagte vor dem Gang in die Kabine lange, welche Ansprache und Änderungen sie vornehmen sollten. Nur wenig später waren die Gäste schon wieder vor den Schiedsrichtern auf dem Platz. Sie wollten offenbar Stärke demonstrieren und setzten dies in der 50. Minute mit dem 0:4 fort; erneut durch Gambetta, natürlich vorbereitet von Cucu nach Stellungsfehler von Sören Vogel.

Mit dem gegen Sebastian Müller nicht gepfiffenen Foulelfmeter (58.) zeigten die Willinger dann doch, dass sie es besser können. Prompt gelang Florian Heine per Abstauber nach Freistoß von Jan-Henrik Vogel das 1:4 (64.). Es blieb der Ehrentreffer, weil Müller in der 74. Minute hauchdünn an Keeper Jannik Schramm scheiterte.

Der Lichtenauer Sieg geriet dann trotz sichtlich gesteigertem SCW-Einsatz nicht mehr in Gefahr. „Hochverdient“, strahlte Cucu. Anders der Gesichtsausdruck von Kodra, er sprach von einem gebrauchten Tag. „Das gute an der englischen Woche ist, dass wir es schon am Samstag gegen Sandershausen wieder besser machen können.“ (Manfred Niemeier)

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