Fußball

Verletzungspech der Kasseler Löwen: Drei Füße, drei Geschichten

Sie teilten alle das gleiche Leid: die KSV-Verteidiger (von links) Kevin Nennhuber, Tim Brandner und Alexander Mißbach am 7. März 2020.
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Sie teilten alle das gleiche Leid: die KSV-Verteidiger (von links) Kevin Nennhuber, Tim Brandner und Alexander Mißbach am 7. März 2020. Foto: Christian Hedler

Was haben Alexander Mißbach, Tim Brandner und Kevin Nennhuber gemeinsam? Alle drei Fußballer der KSV Hessen Kassel erlitten nacheinander Fußbrüche.

Alexander Mißbach, Tim Brandner und Kevin Nennhuber haben in der Rückrunde kaum Ligaspiele verpasst. Zwei, um genau zu sein. Den 8:0-Auswärtserfolg gegen Hadamar sowie den 4:0-Heimsieg gegen Dreieich. Das liegt aber nur daran, dass die Corona-Pandemie anschließend den Spielbetrieb stoppte – und sogar für den Abbruch der Saison sorgte. Ansonsten hätten die Löwen lange auf drei wichtige Stützen in der Defensive verzichten müssen. Denn alle drei Verteidiger brachen sich in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Fußball-Hessenliga einen Fuß. Zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten. Mittlerweile geht es den Spielern wieder besser. Drei Füße, drei Geschichten:

Alexander Mißbach

Der 26-Jährige war der Erste, den es erwischte. Es war Anfang Februar, als Mißbach im Training im Zweikampf ausweicht und sich dabei den Mittelfuß bricht. „Ich habe drei Wochen verloren, weil es erst nur ein Haarriss war, der Spalt aber größer geworden ist“, sagt er. Mißbach musste doch operiert, eine Schraube eingesetzt werden.

Mittlerweile sei die Verletzung gut verheilt, die Röntgenbilder hätten gut ausgesehen, sagt der Innenverteidiger. Wichtig, denn bis zu seinem Ausfall war Mißbach eine der Konstanten in der KSV-Defensive. Er machte alle Partien von Beginn an, traf einmal und sah nur drei Gelbe Karten, was für sein umsichtiges Abwehrverhalten spricht. Bis zu einem möglichen Saisonstart Anfang September ist Mißbach fit und trainiert schon wieder normal.

Tim Brandner

Nach Mißbach kam Brandner. Im Vorbereitungsspiel gegen Eintracht Stadtallendorf am 15. Februar auf Kunstrasen in Kassel kommt der 29-Jährige nach einem Kopfballduell falsch auf, knickt um. „Ich habe gleich gemerkt, dass irgendetwas im Fuß passiert ist“, sagt er.

Es stellt sich heraus, dass das Fersenbein vorne gebrochen ist. Drei Tage nach seinem Geburtstag – und nachdem der von Verletzungen gebeutelte Linksverteidiger endlich mal ein erstes Halbjahr ohne Probleme hinter sich hatte. Brandner stand in allen Begegnungen von Beginn an auf dem Feld, wurde nur einmal ausgewechselt und bereitete fünf Tore vor.

Heute sagt er: „Ich bin wieder fit. Alles ist gut verheilt, und ich hatte ja auch Zeit.“ Brandner wäre bei normalen Verlauf wohl auch in der abgebrochenen Saison noch mal zum Einsatz gekommen.

Kevin Nennhuber

Das kann Kevin Nennhuber nicht behaupten. Der Innenverteidiger war erst im Winter vom FC Gießen zum KSV Hessen gestoßen, sollte neben Mißbach die zweite verlässliche Größe in der defensiven Zentrale sein. In Gießen war Nennhuber Stammkraft, stand in allen Partien in der Regionalliga Südwest von Beginn an auf dem Feld.

Das tat er beim Kreispokalspiel der Löwen gegen den KSV Baunatal dann auch. Es läuft die 20. Minute, als der 32-Jährige nach einem Zweikampf ein Geräusch vernimmt, als würde ein Stöckchen brechen. Er spielt bis zur Halbzeit weiter, sagt dann zu Trainer Tobias Damm: „So bin ich keine Hilfe.“ Es stellt sich heraus, dass auch bei Nennhuber der Mittelfuß gebrochen ist. Beinahe an derselben Stelle wie bei Mißbach.

„Bei mir war es anschließend etwas komplizierter“, sagt Nennhuber. „Ich musste zweimal operiert werden. Beim ersten Mal saß die Schraube nicht ganz gerade, beim zweiten Mal wurde sie dann besser fixiert.“ Der 32-Jährige nimmt anders als seine beiden Leidensgenossen noch nicht wieder am normalen Trainingsbetrieb teil, ist aber mittlerweile wieder auf den Beinen. Einem Einsatz in einem möglichen ersten Pflichtspiel Anfang September steht auf jeden Fall nichts im Weg.

„An Tag X will ich fit sein“, betont Nennhuber, der durch seine Verletzung noch auf das erste Ligaspiel für die Löwen warten muss. Unterschrieben hat er aber für zweieinhalb Jahre, hat also noch zwei Jahre Vertrag. Dass er für den KSV bald zum Einsatz kommen wird, ist sicher. Wenn Corona diesen Tag X zulässt. Bestenfalls gleich Anfang September.

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