Fußball-Gruppenligist SV Freienhagen/Sachsenhausen

„Vermisse das Siegesgefühl“ - Tom Wehowsky mit 20 Jahren schon Kapitän

Verantwortungsbewusst: Tom Wehowsky trägt mit 20 Jahren die Kapitänsbinde bei der SV Freienhagen. Hier schirmt er den Ball im Kreispokalspiel vor Marc Schmik (Waldeck/Netze) ab.
+
Verantwortungsbewusst: Tom Wehowsky trägt mit 20 Jahren die Kapitänsbinde bei der SV Freienhagen. Hier schirmt er den Ball im Kreispokalspiel vor Marc Schmik (Waldeck/Netze) ab.

Er ist jung, engagiert und erfolglos. So bitter klingt die momentane Beschreibung des Kapitäns des Gruppenliga-Schlusslichts SV Freienhagen/Sachsenhausen.

Freienhagen – Aber der 20-jährige Tom Wehowsky ist weit entfernt von Verbitterung, dabei ist ihm mit seiner Mannschaft der Sieg abhanden gekommen, nicht nur für einige Wochen, sondern bereits seit elf Monaten hecheln die SV-Kicker einem Dreier hinterher. Sie holten in dieser Saison nur einen von 27 möglichen Punkten.

Weiß Wehowsky überhaupt noch, wie sich ein Sieg anfühlt? „Klar, weiß ich das noch und ich vermisse dieses Gefühl schon sehr“, betont der Nieder-Werber, der Wirtschaftsinformatik als dualen Studiengang bei Continental studiert.

Eine Mannschaft die so lange ohne Erfolgserlebnis ist, muss doch genervt und zerstritten sein, die muss doch kurz vor dem Auseinanderfallen stehen. Über all diese Vermutungen kann der Kapitän nur gelassen lächeln. „Wir sind meist über 20 Leute im Training, die Stimmung ist weiterhin gut und so komisch es auch klingen mag, bei uns spürt man nichts von Abstiegskampf oder gar einer Krise.“ Dass die gute Stimmung nicht zum letzten Tabellenplatz passe, darüber hätten sich auch schon einige Trainer von gegnerischen Teams gewundert, erzählt Wehowsky. Als Stimmungsbarometer im Team könnte auch dieser Satz des Kapitäns gelten: „Wir sind geil darauf, Fehler von Teamkollegen auszubügeln.“ Die Zauberworte für den Erhalt der guten Laune im Team beschreibt er so: „Stets nach vorn schauen, statt die Köpfe hängen lassen.“

In diesen Worten stecken auch einige Verhaltensweisen und besondere Ansichten, die das Trainerduo Andreas Josefiak und Angelo Micino fördert. Da ist der fast schon bedingungslose Glaube an diese junge Mannschaft, auch über den möglichen Abstieg hinaus. „Wir haben keinen Druck, arbeiten ständig daran als Team technisch und taktisch besser zu werden“, betont der Kapitän. Die Trainer seien keine Von-oben-herab-Anweiser, sondern sie forderten sogar die Meinung der Spieler, auch in taktischen Fragen. Der Kapitän weiß auch schon mit seinen jungen Jahren, dass „Fehler einen stärker machen“.

Wehowsky sei von der Mannschaft als Kapitän vorgeschlagen worden, verrät Josefiak. Er organisiert auch viele Dinge neben dem Platz. Sieht er sich selbst als einen Macher-Typ? „Ja, ich bin sogar ein ziemlich ehrgeiziger Macher-Typ.“ Er führt dieses Amt aber auch mit Demut, denn er weiß, dass ihm für die Kapitänsrolle die Erfahrung fehlt und dass sein Wort im Spiel nicht mehr wert ist, als die Worte eines jeden anderen Spielers.

Für ihn ist Kommunikation der Schlüssel für viele Dinge im Leben, auch, um gut Fußball zu spielen. Auch Eigeninitiative sei für ihn wichtig. Der 20-Jährige gibt zu, das er als Kapitän durchaus auch Druck von außen verspüre, aber „Spieler und Trainer stehen immer hinter mir“.

Auf die Frage, wo die SV in der Tabelle am letzten Spieltag stehen wird, windet er sich, eine Zahl zu nennen und gibt eine diplomatische Antwort: „Es wäre schön wenn wir drin bleiben würden, wenn nicht, ist es wichtig, die Erfahrungen aus der Gruppenliga mitzunehmen.“ Aye, aye, Käpt’n!

SG Goddelsheim/Münden hat ein Torwartproblem

Den ersten Punktgewinn der SV Freienhagen/Sachsenhausen hat Jens Fresen, Trainer der SG Goddelsheim/Münden zur Kenntnis genommen. „Das spielt für mich keine Rolle, wir werden den Gegner nicht unterschätzen.“ Das Derby steigt am Sonntag (15 Uhr) in Freienhagen.

Die Lichtenfelser plagen viele Verletzungssorgen und sie haben ein Torwartproblem, nachdem Marius Hühner zuletzt die rote Karte erhielt. Manuel Mitze ist noch verletzt. Wer geht ins Tor? „Diese Problematik werden wir lösen, Kevin Vesper ist auf jeden Fall mit in der Verlosung“, sagt Fresen. Doch ihm werden auch die Feldspieler knapp. Daniel Butterweck wird mit Verdacht auf Muskelabriss länger fehlen, Rian Grosche hat sich einen Bänderriss im Knöchel zugezogen. „Trotz den vielen Rückschläge werden wir eine gute Truppe aufs Feld schicken“, betont Fresen.

Das nächste Derby, der erste Heimsieg? So weit will SV-Trainer Andreas Josefiak nicht gehen. Aber er will schon auf die bislang beste Saisonleistung beim 2:2 in Altenlotheim aufbauen.

Auch wenn der späte Ausgleich das Gefühl eines verlorenen Sieges zurückgelassen habe, stimme ihn der Einsatzwille in der Defensive positiv, auch gegen die Lichtenfelser etwas Zählbares zu holen. „Jeder ist für jeden gelaufen“, lobt der SV-Coach. „Positiv war auch, dass wir nach dem ersten Ausgleich nicht die Köpfe haben hängen lassen, sondern unsere Chance gesucht und wieder in Führung gegangen sind.“

Die SG Goddelsheim/Münden habe eine große Qualität in ihrem Kader, betont Josefiak. „Wir müssen auf jeden Fall das Maximum abrufen, um gegen eine spiel- wie kampfstarke Mannschaft zum Erfolg zu kommen.“

Personell gilt Sebastian Müller als Wackelkandidat. Marvin Meuser ist zurück im Kader, Tom Wehovsky soll noch geschont werden. rsm/bb/ahi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.