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Volksnah in Volkmarsen: Traditionself von Eintracht Frankfurt macht sich viele Freunde

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Es ging auch zur Sache bei diesem Freundschaftsspiel. Steffen Herzberger und David Michels gehen zum Kopfball. Anthony Yeboah (links) und Mo Idrissou (rechts) schauen zu.
Einmarsch mit der Eintracht: : Die Volkmarser Kinder werden dieses Handspiel mit den ehemaligen Frankfurter Profis vermutlich nie vergessen © bb

Ein Dutzend Tore, Kabinettstückchen, jede Menge Autogramme und Selfies, geduldige Ex-Profis: Charly Körbel und haben mit 9:3 nicht nur ein Spiel, sondern auch viele Sympathien gewonnen.

Volkmarsen – Um es vorweg zu nehmen: Ja, es war das erhoffte Fußballfest in der Kugelsburgstadt, das die Traditionsmannschaft des Bundesligisten Eintracht Frankfurt und die Oldies vom VfR Volkmarsen mit rund 1000 Zuschauern auf den Rasen gefeiert haben.

Das Publikum sah eine kurzweilige Partie, es bejubelte drei Treffer des VfR und da tat auch die 3:9-Niederlage gegen die Ex-Profis der Stimmung keinen Abbruch.

Marcel Beyer, Initiator der Bewerbung für „Eintracht in der Region“ bei den Nordhessen strahlte am Ende mit der Sonne um die Wette. „Wir sind super zufrieden mit der Veranstaltung und die Zuschauerzahl hat unsere Erwartungen übertroffen.“

Auch aus sportlicher Sicht war Beyer ein glücklicher Mensch: „Das Spiel hat riesigen Spaß gemacht und die Fans sind voll auf ihre Kosten gekommen.“

Einmarsch mit der Eintracht: : Die Volkmarser Kinder werden dieses Handspiel mit den ehemaligen Frankfurter Profis vermutlich nie vergessen Unvergessen ist auch Anthony Yeboah, der sich äußerlich kaum verändert hat. Hier versucht der Volkmarser Ralf Herbold ihn zu bremsen. Hinten schaut Eintracht-Ikone Karl-Heinz Körbel diesem Zweikampf zu.
Unvergessen: Anthony Yeboah, der sich äußerlich kaum verändert hat. Hier versucht der Volkmarser Ralf Herbold ihn zu bremsen. Hinten schaut Eintracht-Ikone Karl-Heinz Körbel diesem Zweikampf zu. © bb

Der Sekundenzeiger hatte nach dem Anpfiff noch keine zwei Umdrehungen absolviert, da sorgte bereits ein Kracher von Erwin Skela von der Strafraumkante ins Dreieck für ein Raunen im Rund und es war die Frankfurter Führung. Auch wenn Eintracht-„Fußballgott“ Alex Meier wegen der Verpflichtung bei der Euro-Auslosung in Frankfurt bleiben musste, stand ein anderer Akteur im Rampenlicht: Anthony Yeboah.

Der ghanaische Stürmerstar lief in Volkmarsen erstmals bei der Tour „Eintracht in der Region“ für das Team auf und war natürlich sofort von Fans umringt. Eine lästige Angelegenheit? Nein, diese Art der Rudelbildung fand der zweifachen Torschützenkönig (1993 und 1994) der Bundesliga nicht unangenehm. Geduldig erfüllte er alle Wünsche und schrieb seinen Namen auf Zettel, Autogrammkarten, T-Shirts und anderen Untergründen.

Wie viele Tore er denn heute schießen wolle, wurde Yeboah vor der Partie von einem Radioreporter gefragt. Der Eintracht-Stürmer ließ sich aber keine Vorhersage entlocken. Am Ende gelang ihm ein Treffer, ein verwandelter Foulelfmeter in der 12. Minute. Uwe Müller erhöhte noch vor der Pause auf 3:0.

Auf ein reges Interesse stieß bei den südhessischen Oldie-Kickern der Halbzeitauftritt der Volkmarser Prinzengarde. Vor allem die Eintracht-Ikone Karl-Heinz Körbel war von dem Tanzauftritt so angetan, dass ihm der spontane Wunsch, ein gemeinsames „Mannschaftsfoto“ mit Garde und Kickern zu machen, sogar noch vor Beginn der zweiten Halbzeit erfüllt wurde.

körbel gibt autogramm
Dieser junge Eintracht-Fan war noch nicht geboren, als Karl-Heinz Körbel in der Bundesliga spielte, seine Unterschrift war in Volkmarsen trotzdem sehr begehrt. © bb

Der zweite Durchgang war dann ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, denn zunächst erzielte Victor Gossmann das vielumjubelte 1:3. Doch die Eintracht sollte man nicht reizen. Denn bereits im Gegenzug stellte sie durch Slobodan Komljenovic den alten Abstand wieder her.

Dieses unterhaltsame Fußballspiel zwischen in die Jahre gekommenen Männern nahm ab der 66. Minute so richtig Fahrt auf. Mohamadou Idrissou (2), Frank Gerster, Thomas Zampach und wieder Erwin Skela schraubten das Resultat auf 9:1.

Vor allem Skela beeindruckte mit seiner läuferischen Leistung. „Den könnte ich prima in meiner Mannschaft gebrauchen“ verriet VfR-Trainer Jens Steinert, der die Gastgeber gemeinsam mit Walter Anedda coachte. Ein schönes Lob für einen 45-Jährigen.

Dieser junge Eintracht-Fan war noch nicht geboren, als Karl-Heinz Körbel in der Bundesliga spielte, seine Unterschrift war in Volkmarsen trotzdem sehr begehrt.
Es ging auch zur Sache bei diesem Freundschaftsspiel. Steffen Herzberger und David Michels gehen zum Kopfball. Anthony Yeboah (links) und Mo Idrissou (rechts) schauen zu. © bb

Für ein perfektes Happy-End in der Henkelmann-Arena sorgten Lars Findler und Benni Gottmann mit ihren Treffern in den Schlussminuten. Das 3:9 fühlte sich aber auch für die Volkmarser wie ein Sieg an.

Für viele Eintrachtler fing die Arbeit erst nach dem Schlusspfiff an: Vor allem Idrissou, Skela, Zampach und auch Körbel waren gefragt wenn es um Selfies oder Autogrammwünsche ging. Aber auch hier zeigten sich die Frankfurter sehr volksnah, geduldig erfüllt sie alle Wünsche.

Charly Körbel flog in Volkmarsen nur einen Kurzeinsatz. „Wir haben derzeit so viele Spieler, da haben wir mal rotiert“ verriet der 67-Jährige mit einem Lächeln. „Ich habe bisher alle Spiele bei dieser Tour mitgemacht, dazu noch andere Partien, wie etwa beim Abschiedsspiel von Alex Meier, da tut mir in meinem Alter auch mal eine Pause gut“, erzählte der Rekordbundesligaspieler (602 Spiele), der als Profi nur im Eintracht-Trikot spielte.

Körbel war auch von der Gastfreundlichkeit der Volkmarser angetan. „Die haben hier eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt, wie alle Vereine zuvor. Die Leute machen sich für uns so viel Mühe, das kann man gar nicht genug herausheben.“

Also alles perfekt in Volkmarsen! Nein, nicht ganz, denn der sechsjährige Kevin aus Breuna war etwas enttäuscht als er die Eintracht-Kicker sah, denn sein Lieblingsspieler Mario Götze nicht dabei war. Da muss er sich noch gedulden, wenn Kevin ein Teenager ist, könnte er Götze in der Eintracht-Traditionsmannschaft spielen sehen – vielleicht bis 2032 wieder in Volkmarsen.  bb

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