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Waberns Abwehr „viel zu anfällig“

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Von: Ralf Ohm

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Enttäuscht: Waberns Andreas Schluckebier und Marius Rohde nach der 3:5-Heimniederlage gegen Fulda-Lehnerz II.
Enttäuscht: Waberns Andreas Schluckebier und Marius Rohde nach der 3:5-Heimniederlage gegen Fulda-Lehnerz II. © Pressebilder Hahn

Der Favorit kannte kein Pardon. Ließ nie locker. Gab sich keine Blöße. Nutzte die des Aufsteigers in die Fußball-Verbandsliga eiskalt aus. Also musste der TSV Wabern erneut Lehrgeld zahlen, war beim 3:5 (2:3) gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II letztlich chancenlos.

Wabern - Und trotzdem gab es diese eine, kurze Phase, in der die Partie hätte kippen, der Gastgeber zu alter Herrlichkeit zurück finden können. Als nämlich Dennis Neumann (19.) und Fabian Korell (21.) per Doppelschlag aus dem 0:1 ein 2:1 machten. Auch Sippels furiose Parade gegen Ronaldo Zenuni (23.) half die Brust der Spieler vom Reiherwald breiter zu machen, entschlossener in die Zweikämpfe zu gehen, um damit den bereits warm gelaufenen Angriffsmotor der Regionalliga-Reserve ins Stocken zu bringen.

Doch nur für Momente. „Wir haben es einfach nicht geschafft, die Grundlinie zuzumachen“, haderte Trainer Völker mit seiner „viele zu anfälligen Abwehr“. Wie Dominik Piechutta bei Fuldas Führungstreffer durch Arnis Mulaj (10.) nutzte Louis Fuchs die ihm auf dem rechten Flügel gewährten Freiheiten, um diesmal Angriffsspitze Zenuni mustergültig zu bedienen - 2:2 (28.).

„Den Doppelschlag haben wir gut weggesteckt“, freute sich SG-Coach Niklas Herget, zumal sein Team sogar noch mit einer Führung - Bahns verwandelter Elfmeter nach Foul von Splietorp an Piechutta in der 44. Minute - in die Pause ging.

Und dem Neuling unmittelbar nach Wiederanpfiff endgültig den Stecker zog. Gegen den agilen Mulaj konnte Kim Sippel noch abwehren (47.), doch bei Zenunis Schuss aus kurzer Distanz war er chancenlos (49.). Doch die spielstarken Domstädter waren immer noch nicht satt, hatten erst genug, als „Zehner“ Mulaj per sehenswertem Solo nach einer Stunde zum zweiten Mal zuschlug.

Das hatte richtig Zug, das hatte Klasse. Waberns Defensivverhalten nicht. „Die Abstände im Mittelfeld waren zu groß, so dass wir bei zweiten Bällen nie Zugriff hatten“, kritisierte Torwart Sippel. Sein Coach wies auf den Ausfall der kompletten Innenverteidigung (Wendel/Klinge) hin, so dass erst der reaktivierte Florian Amert (erste Halbzeit) und dann Stürmer Patrick Herpe (zweite Halbzeit) im Abwehrzentrum aushelfen mussten.

Dessen Elfmetertreffer zum 3:5 (76.) war nur noch Ergebniskosmetik. Nicht mal ein Trost dafür, dass die Waberner nach ihrer rauschenden Aufstiegssaison nach sechs Spieltagen noch sieglos und mittlerweile Tabellenletzter sind.

Nun hilft laut Mario Völker nur noch „Kampf, Einsatz und Wille“. Tugenden, die seine Jungs in der Gruppenliga aufgrund ihrer spielerischen Überlegenheit so gut wie nie abrufen mussten. Doch jetzt ist Verbandsliga. Und damit ein ganz anderes, unerwartet heißes, Pflaster.

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