Kein Hallenkick auch in diesem Winter

Kreismeisterschaft im Futsal der Jugend abgesagt: „Zu hohes Risiko“

Futsal-Szene in der Halle mit zwei Jungen vor Tribüne
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Futsal-Begegnung: Solche Bilder wie dieses aus der Zwischenrunde der E-Junioren im Januar 2020 mit dem Spiel JSG Bad Arolsen/Landau gegen VfR Volkmarsen II wird es auch in diesem Winter nicht geben.

Die Absage hatte sich angekündigt, nun ist sie sozusagen offiziell: Auch im Winter 2021/22 wird der Fußball-Nachwuchs in Waldeck keine Kreismeisterschaften im Futsal austragen.

Korbach -„Wir hätten sie gern gespielt, aber unter diesen Voraussetzungen ist das nicht so einfach“, sagte Kreisjugendfußballwart Joachim Schmolt:„Leider.“

Zwar stehen die kommunalen Hallen dem Sport offen, anders als bei der Futsal-Absage im ersten Winter der Corona-Pandemie. Gerade bereiten sich etwa die Handballer auf ihren Saisonstart vor. Auch Futsal sei derzeit trotz der aktuell steigenden Inzidenzzahlen möglich, sagt Schmolt. Das eigentliche Problem war für den Kreisjugendausschuss, der über die Absage entschieden hat, das Organisatorische abseits des Parketts.

Schmolt nennt die gemeinsame Belegung von Kabinen durch mehrere Teams, Kontrolle von Ein- und Ausgang, Verkauf von Essen und Getränken, oder die Frage, ob Zuschauer zugelassen werden sollten oder nicht – wobei Turniere ohne die Eltern bei den Kindern im Alter von D-Junioren oder jünger keine Alternative sei.

Nicht einfach Verantwortung abgeben

„Für uns ist das insgesamt ein zu hohes Risiko“, sagt der Jugendwart unter Hinweis auf die mögliche Ansteckungsgefahr. Zu tragen hätten es die Vereine, die immer schon die Runden ausrichten. „Sollten wir die Verantwortung an die Vereine abgeben und sagen: Macht ihr mal? Schwierig“, findet Schmolt.

Über Turniere unter 2G- oder 3G-Bedingungen habe der Ausschuss nachgedacht, die Möglichkeit aber letztlich ebenfalls verworfen. „Auch Geimpfte können das Virus ja weitertragen“, nennt Schmolt dafür einen Grund. Mit seiner Entscheidung befinde man sich in Waldeck im Einklang mit dem Hessischen und dem Süddeutschen Fußball-Verband, sagt er zudem.

Schmolt hofft auf Verständnis bei den Trainern, Jugendleitern und vor allem den Junioren und Juniorinnen. Die Wettkampf-lose Zeit erstreckt sich schließlich in einigen Altersklassen wie der C- oder D-Jugend von Mitte November bis Ende April 2022, also über mehr als fünf Monate.

Miniturniere zur Überbrückung

Auch Schmolt weiß, dass diese lange Pause hart für die Kinder ist, die ohnehin unter Lockdowns in Schule und Sport litten. Falls die Politik die Hallen weiter offenhalte, könnten die Vereine zur Überbrückung Miniturniere anbieten, entweder JSG-intern oder mit wenigen Gastmannschaften, schlägt er vor. „Es wäre schön, wenn sie sich da untereinander absprechen.“

Der Ausschuss habe mit der Absage „lange gewartet“, betont Schmolt. Mit seiner Entscheidung ist er nicht allein, auch andere Kreise haben ihre Hallenrunde mittlerweile gestrichen.

Reaktionen: „Ich hätte noch gewartet“

Schade“ findet Volker Schnatz, Trainer der A-Junioren des TSV Korbach, die erneute Absage der Kreismeisterschaften. Sein Vorschlag; schauen, wie sich die Pandemie entwickelt, und dann später entscheiden und erst im Februar 2022 starten. Das solle keine Kritik am Ausschuss sein. „Aber wir haben viele Geimpfte, da hätte ich abgewartet und muss jetzt noch keine generelle Absage machen.“

Auf die Frage, ob der TSV ein Meisterschaftsturnier ausgerichtet hätte, antwortet Schnatz: „Immer. Wir sind mit unseren 15 Mannschaften ja auch ein Hauptakteur, und natürlich hätten wir bereitgestanden, solange es die Risikosituation zulässt.“ Die Turniere könnten in diesen Zeiten ja mit weniger Teams gespielt werden, sagt Schnatz. Genügend Kabinen gebe es in den Großsporthallen; in der Halle der Beruflichen Schulen Korbach etwa seien es acht. Zwar räumt auch der Korbacher ein, dass Spiele ohne oder mit wenigen Zuschauern „wenig lukrativ“ seien, „aber wenigstens hätten die Kinder spielen können“.

Briehl: Wie ein kleiner Lockdown

„Richtig schade für die Kinder“ findet Michael Briehl die Absage. Klar könne man im Winter die Halle immerhin für Training nutzen, „aber die Kinder wollen sich ja auch messen, sie wollen spielen“. Diese Möglichkeit sei ihnen nun genommen.

Das Sportliche ist für den Trainer der C-Jugend des TuSpo Mengeringhausen der eine Aspekt. Er verstehe vollkommen, wenn dem Jugendausschuss das Risiko zu groß erscheine, betont er andererseits. Aber seine Sorge gilt auch den Kindern und ihrer sportlichen Entwicklung. Für sie sei die lange Pause wie ein „kleiner Lockdown“.

Briehl schlägt deshalb vor zu überlegen, ob die Kommunen den Winter über die Plätze nicht weniger strikt sperren könnten als sonst. „Man sollte schon versuchen, den Kindern so lange wie möglich Training im Freien anzubieten.“ Als „grundsätzlich gute Idee“ bezeichnet Briehl den Vorschlag, den Junioren als Ersatz für die Meisterschaften Miniturniere anzubieten. Das Ganze habe ja auch eine soziale Komponente, die Jugendlichen hielten so untereinander weiter Kontakt.

Gette hin- und hergerissen

Alexander Gette war auf die Absage vorbereitet. Sie sei eigentlich schon bei der Besprechung der Saison im Sommer mitgeteilt worden. Schade findet sie der Friedrichsteiner D-Jugend-Trainer: „Ich hätte die Hallenkreismeisterschaften sehr gerne gespielt. Es gibt nichts Schöneres, weil dann jede Woche Turniere sind.“ Die Kinder könnten sich weiterentwickeln; dies fehle ihnen nun. „Sie sind von November bis fast in den Mai zuhause.“

Der Punkt für Gette ist, ob die geltenden Regeln bei den Futsal-Turnieren umsetzbar seien. Die Kinder, die in den Schulen ihre Hefte über Coronatests führen, könnten ihre Spiele sicher austragen. Alles andere sei eine Frage der Vorschriften. Gette deutet auf den Handball (sein zweiter Sohn spielt bei der HSG Bad Wildungen), der kommende Woche startet, und findet, auch im Futsal wären Turniere machbar gewesen. Gleichwohl sieht er die Herausforderung: Er habe noch nirgendwo gehört, dass ein Verein ein Hallenturnier ausrichten wolle.

In Bad Wildungen und im Edertal stelle sich zudem wegen der gesperrten Ense-Halle das Problem, freie Hallenzeiten zu finden. Gette: „Aber ausgerichtet hätten wir auf jeden Fall.“

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