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TSV/FC Korbach verewigt sich mit „Double“ in Pokalhistorie

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Von: Gerhard Menkel

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Die Korbacher Fußballer als Waldecker Pokalsieger - vorn mit Pokal Kapitän Raphael Chirakakis, daneben Torwart Andre Mohr.
Zeigen, was sie haben: Die Korbacher Fußballer als Waldecker Pokalsieger - vorn mit Pokal Kapitän Raphael Chirakakis, daneben Torwart Andre Mohr. © Artur Worobiow

Der TSV/FC Korbach verlässt den Kreisfußball mit dem Double. Erstmals in seiner Geschichte hat der Großverein den Waldecker Pokal gewonnen. Das Endspiel gegen den TuS Bad Arolsen wurde zu einer Mischung aus Kraftakt und Zitterpartie.

Basdorf - 2:1 (0:1) gewann der favorisierte Gruppenliga-Aufsteiger ein völlig offenes Finale, das auf dem Sportplatz in Basdorf rund 650 Zuschauer weitgehend gebannt verfolgten. Jedenfalls war es spannend bis zum. Schluss.

Uwe Tenbusch eröffnete die Würdigung der Partie nicht zufällig mit einem kleinen Lobgesang auf den Gegner. „Großes Kompliment an die Arolser, sie haben uns wirklich alles abverlangt“, sagte der Trainer der Hansestädter, der sein Team jetzt in der Pokalhistorie verewigt hat. Seine Mannschaft bekam natürlich genauso Lob weg: „Das war schon stark“, sagte Tenbusch: „ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Das war auch Torsten Mähl. Der scheidende Arolser Übungsleiter musste zwar seine Spieler trösten, gratulierte dem Gewinner fair, wusste aber auch: „Was wir heute geleitet haben, wie sich die Jungs reingehauen haben, das war absolut super und imponierend“, sagte er. „Ich hatte mir das erhofft.“

Der Favorit hatte seine Rolle zu Beginn der Partie angenommen. Gegen einen TuS, der erstmals seit langem nahezu in Bestbesetzung antreten konnte, lief der Ball gut, vor allem über die linke Seite mit Elias Mayer. Mehr als zwei scharfe Freistöße, die Kevin Staniek trat, gab es aber nicht zu bestaunen.

Korbachs Keeper Mohr pariert zweimal stark gegen Sobotta

Der TuS - von einer größeren Fangruppe 90 Minuten lang angetrieben - zeigte bald, wie er dem Kreisoberliga-Meister zu begegnen gedachte: mit unbändigem Einsatz und schnellem Umschaltspiel. In der 11. Spielminute gab es einen Vorgeschmack. mit einem schönen Konter über Artur Berger.

Die nächste Szene gehörte zwar Steffen Emde auf der anderen Seite, seinen Kopfball parierte TuS.-Keeper Pascal Mähl (15.). Doch zwingender war die folgende Szene für Kevin Sobotta; gut für Korbach, dass Torwart Andre Mohr sich weit vor seinem Tor ganz breit machte. (16.)

Sieben Minuten später hieß es 1:0, eine Koproduktion der beiden Arolser Torjäger nach flottem Angriff Sobotta spielte den Ball nach innen, wo Berger aus vielleicht fünf, sechs Meter zur Arolser Führung verwertete.

Den Korbachern fiel danach nicht mehr viel ein, ihnen fehlten Tempo und Zweikampfdominanz. Sie hatten es ihrem Torwart zu verdanken, dass sie nicht höher in Rückstand gerieten. Mohr hielt abermals gegen den freien Sobotta, der den Abpraller zu allem Überfluss vorbeischob (44.).

Steffen Emde trifft zweimal für Korbach

Nach Wiederbeginn schien das Finale sein Wesen plötzlich verwandelt zu haben. Die Korbacher zeigten nun, warum sie die Meisterrunde der Kreisoberliga dominiert haben. Innerhalb von drei Minuten drehten sie das Resultat, zweifacher Torschütze: Steffen Emde.

Erst verwertete der Stürmer einen prima Pass von Niclas Tenbusch genau in den Lauf zum Ausgleich (47.). Dann köpfte er die Flanke von Mayer, der sich auf links gut durchgesetzt hatte, zum 2:1 ein (50.).

Die Körpersprache der Arolser drückte einen Anflug von Resignation aus, und für eine. Weile schienen die Korbacher die Hand fest am Pokal zu haben. Nach gut einer Stunde köpfte Emde zwei Freistöße drüber, doch schon war wieder Mohr gefordert, der als Keeper eine Art letzter Mann hinter der Dreierkette spielte. Er klärte nach Tenbuschs Patzer in höchster Not vor Sobotta (65.).

Die Arolser kamen zurück, obwohl ihre Spielweise Körner kostete. Dazu die Wärme. Und doch: Zehn Minuten später die spektakulärste Szene der zweiten Halbzeit: Nach einem Angriff über links mit Berger stürzte dessen Hereingabe die Abwehr des TSV/FC kurz ins Chaos.

Der Bad Arolser Tom Rieger (liegend) versucht in der Parterreposition Kevin Walger (Korbach) zu stören, rechts sein Teamkollege Fabian Steiner.
Auch am Boden noch mit Einsatz: Der Bad Arolser Tom Rieger (liegend) versucht in der Parterreposition Kevin Walger (Korbach) zu stören, rechts sein Teamkollege Fabian Steiner. © Artur Worobiow

Am Ende kam Sobotta frei zum Schuss – doch Lukas Beil, obwohl von einem Krampf geplagt, rettete auf der Linie. Auf der Arolser Bank wollten sie es nicht fassen, und auch Sobotta selbst schlug die Hände vors Gesicht..

Mayer kassiert für „Notbremse“ die Rote Karte

Der eingewechselte Valerij Walger hätte nach Zusammenspiel mit Staniek für Ruhe im Karton sorgen können, schaufelte den Ball aber ungefähr einen halben Meter am rechten Pfosten des TuS-Tores vorbei (84.).

Dann ein weiterer Massenaufreger: Elias Mayer brachte im Laufduell Kevin Sobotta zu Fall. Elfmeter? Die Sache ereignete sich kurz vor der Strafraumgrenze. Mayer sah wegen Notbremse vom guten Schiedsrichter Sebastian Bärenfänger, der sein letztes Spiel pfiff, die Rote Karte, den Freistoß aus 18 Metern schickte Andreas Paskal über den Kasten (88.).

Als dann Lee Roy Peters den letzten Aroiser Vorstoß in der Nachspielzeit ohne Erfolg abschloss, war die Partie entscheiden. Die Korbacher Bank, auf der schon lange keiner mehr gesessen hatte, stürmte den Platz, wo die Spieler froh über das Happy End in den Feiermodus wechselten. Und die Arolser? Bei ihnen war die Enttäuschung mit Händen zu greifen. Ein bisschen Stolz war aber auch dabei.

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