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„War von unserem Team immer überzeugt“

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Von: Pascal Spindler, Torsten Kohlhaase

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Läuft derzeit häufig mit einem breiten Grinsen herum: Baunatals Cheftrainer Tobias Nebe ist mit seinem KSV seit elf Ligaspielen ungeschlagen, will die Serie fortsetzen.
Läuft derzeit häufig mit einem breiten Grinsen herum: Baunatals Cheftrainer Tobias Nebe ist mit seinem KSV seit elf Ligaspielen ungeschlagen, will die Serie fortsetzen. © Andreas Fischer

Baunatals Trainer Tobias Nebe über die aktuelle Erfolgsserie des Hessenligisten.

Baunatal – Seit elf Ligaspielen ungeschlagen, Platz fünf in der Fußball-Hessenliga: Der KSV Baunatal befindet sich aktuell im Höhenflug. Am Samstag trifft die Mannschaft auf den Tabellenletzten SV Neuhof (14.30 Uhr). Wir haben im Vorfeld der Partie mit Baunatals Cheftrainer Tobias Nebe gesprochen. Im Interview erklärt er, warum der KSV derzeit nicht zu bezwingen ist, wie sein Team mit der gestiegenen Erwartungshaltung umgeht. Und er verrät, worüber in der Kabine bereits gesprochen wird.

Wissen Sie eigentlich noch, wie es sich anfühlt, ein Spiel zu verlieren?

Natürlich. Wobei ich hoffe, dass ich das so schnell nicht mehr fühlen muss. Die vergangenen Jahre beim KSV Baunatal waren ja wirklich kräftezehrend. Von daher tut es im Moment ganz gut, dass ich dieses negative Gefühl nicht haben muss.

Warum läuft es für die Baunataler aktuell so gut?

Der gute Lauf wirkt sich natürlich auch auf die Mannschaft aus. Er gibt uns Selbstvertrauen, die Spieler schöpfen ihr Leistungspotenzial voll aus. Wir haben einen sehr, sehr guten Zusammenhalt. Das ist ein ganz wichtiger Faktor bei uns. Jeder ist bereit, für den anderen zu laufen. Jeder ist bereit, Fehler auszubügeln. Jeder gönnt dem anderen erfolgreiche Aktionen, auch die Auswechselspieler stellen sich voll in den Dienst der Mannschaft. Das ist momentan der Schlüssel zum Erfolg.

Ihre Mannschaft hat sich im Vergleich zur Vorsaison personell nur wenig verändert. Damals ging es in die Abstiegsrunde, nun dieser Lauf.

Ich war von unserem Team immer überzeugt. Wir haben uns oft unter Wert verkauft, auch unter Wert verloren. Dann kamen wir in eine Spirale, wo Fehler passiert sind, die den Spielern normalerweise nicht passieren. Das ist momentan nicht mehr der Fall. Bei unserem Spiel in Fernwald lagen wir zur Halbzeit 0:2 zurück und trotzdem hat die Mannschaft das sehr sachlich aufgenommen. Es gab keine Schuldzuweisung in der Kabine. Wir haben versucht, uns da gemeinsam rauszuziehen. Und dann hat es auch funktioniert.

Trotzdem wird der KSV irgendwann mal wieder ein Spiel verlieren...

Davon kann man leider ausgehen. Das hätte am vergangenen Wochenende schon passieren können, aber auch dann wäre die Welt nicht untergegangen. Das kann auch jetzt gegen den Tabellenletzten Neuhof passieren. Die Liga ist so verrückt, jedes Spiel ist nahezu auf Augenhöhe. Wir können gegen jeden gewinnen, gegen jeden verlieren. Irgendwann wird die Niederlage kommen, aber ich bin mir sicher, dass uns das nicht aus der Bahn werfen wird.

Vor der Saison haben Manuel Pforr und Dominik Schaumburg die sportliche Leitung übernommen. Inwieweit haben sich auch diese Veränderungen im Umfeld ausgezahlt?

Auch das ist ein Faktor, klar. Rund um das Team ist es sehr ruhig, es wird viel für die Mannschaft getan. Manuel Pforr und Dominik Schaumburg waren vorher schon dicht am Team dran, sie kennen die Bedürfnisse der Mannschaft, können auf diese eingehen und wir können angenehm zusammen arbeiten.

Gibt es Spieler, die Sie in dieser Saison besonders überzeugt haben?

Unser Torhüter Yannick Wilke spielt bislang eine überragende Serie, ist ein absoluter Rückhalt. Er gibt unserer Abwehr Stabilität, ist menschlich top. Er ist als Neuzugang ein riesiger Gewinn für unsere Mannschaft. Auch Leon Recker spielt mit seinen 19 Jahren eine tolle Serie. Das sind auf jeden Fall zwei Spieler, die super eingeschlagen sind, uns verbessert haben.

Sie sind schon lange beim KSV Baunatal aktiv. Erst als Spieler, jetzt als Trainer. 2012/13 haben Sie die Aufstiegssaison in die Regionalliga mitgemacht. Welche Parallelen gibt es zwischen den Teams von damals und heute?

Wir hatten auch damals schon einen eingeschworenen Kern. Auch die Altersstruktur der Mannschaft war ähnlich zur heutigen. Der größte Unterschied liegt sicher darin, dass wir 2012 schon von Beginn an zu den Top-Favoriten auf den Aufstieg zählten. Das ist in dieser Saison in jedem Fall doch anders.

Sind Druck und Erwartungshaltung im Umfeld des Klubs durch die aktuelle Erfolgsserie größer geworden?

Schon, klar. Auch die Mannschaft setzt sich selbst etwas mehr unter Druck, sie ist sehr ambitioniert. Das schätze ich auch an ihr. Jeder, der nach Erfolg strebt, setzt die Ziele dann auch ein bisschen höher.

Wie realistisch ist es, dass die Mannschaft am Ende der Spielzeit in die Regionalliga aufsteigt?

Puh, die Spitze in der Hessenliga ist so eng zusammen. Mit Blick auf die Tabelle fängt man natürlich an, ein wenig zu träumen. Das Fußballer-Herz schlägt höher, wenn man um den Aufstieg mitspielt. Wir sind jetzt gut dabei und wollen so lange wie möglich die Tuchfühlung zur Spitze behalten. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt.

Spieler wie Sebastian Schmeer beispielsweise kennen die Regionalliga bestens. Ist ein möglicher Aufstieg schon Thema in der Kabine?

Unabhängig von unserem positiven Lauf sprechen wir immer mal darüber. Für jeden regional gebundenen Spieler ist es ein Traum, mit dem KSV Baunatal aufzusteigen. Die, die es bei uns im Kader schon mal erlebt haben, die wissen, dass es eine tolle Sache ist. Schön wäre ein Aufstieg definitiv.

Und zumindest einen Daumen müssten Sie dann auch dem KSV Hessen drücken.

Das tun wir sowieso. Der Klub hat in der Regionalliga aktuell Schwierigkeiten. Aber für die Region wäre es natürlich gut, wenn der KSV Hessen die Klasse hält.

Um dann in der kommenden Saison in der Regionalliga im Derby auf den KSV Baunatal zu treffen?

Bei dem Gedanken bekomme ich Gänsehaut. (Pascal Spindler, Torsten Kohlhaase)

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