Wie der Opa so der Enkel: Gerd Becker wird heute 75 Jahre

Mit 75 noch fit: Gerd Becker. Foto: privat/nh

Als der FC Bayern am 19. September zum Champions-League-Gruppenspiel bei Benfica Lissabon gastierte, hatte Trainer Nico Kovac einen jungen Mann nominiert, dessen Namen selbst seinen Mitspielern nicht geläufig war. Paul Will ist 19, spielt im defensiven Mittelfeld und wechselte in diesem Sommer aus der Jugend des 1. FC Kaiserslautern nach München. In dieser Geschichte aber geht es nicht in erster Linie um Paul Will, sondern um den Mann, der sein erster Trainer war. Gerd Becker, der heute 75 Jahre alt wird, ist Pauls Großvater und stürmte von 1963 bis 1965 für den KSV Hessen auf dem linken Flügel.

Becker, der längst wieder in seinen Geburtsort Breidenbach in der Nähe von Marburg zurückgekehrt ist, war der Linksaußen jener Mannschaft, die 1964 Süddeutscher Meister wurde und beinahe den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hätte. Gerd Becker, der mit Joschi Burjan, Rolf Fritzsche, Ernst Kuster und Peter Jendrosch eine legendäre Sturmreihe bildete, erinnert sich: „Wir hatten damals eine sehr gute Mannschaft, die auch in der Bundesliga hätte mithalten können. Allerdings wurde vor dem Beginn der Aufstiegsrunde bekannt, dass mit Peter Jendrosch und Helmut Huttary zwei wichtige Spieler den KSV verlassen wollten. Zudem musste ich mich mit einer Leistenzerrung durch die Aufstiegsrunde quälen und war in keinem der sechs Spiele im Vollbesitz meiner Kräfte.“

Mit 75 noch fit: Gerd Becker. Foto: privat/nh

Das Resultat ist bekannt. Nicht der KSV Hessen ist in die Bundesliga aufgestiegen, sondern Hannover 96, denn die Niedersachsen gewannen gleich das erste Gruppenspiel im Auestadion 2:1, ehe sie zu Hause einen 3:1-Sieg folgen ließen. Für Gerd Becker aber ging der Traum von der Bundesliga fünf Jahre später doch noch in Erfüllung, denn die Offenbacher Kickers schafften mit Linksaußen Becker den Aufstieg.

Allerdings dauerte die Erstklassigkeit nur ein Jahr, Becker wechselte nach Karlsruhe und qualifizierte sich mit dem KSC mehrmals für die Aufstiegsrunde. Aber der große Wurf sollte nicht mehr gelingen, und Gerd Becker beendete seine Karriere 1976 bei seinem Heimatverein in Breidenbach.

Und heute? „Die Haus- und Gartenarbeit ist für mich das Wichtigste, das füllt mich voll und ganz aus“, sagt der Jubilar. Zudem schaut sich Becker gern die Spiele des Verbandsligisten FV Breidenbach 09 an und sitzt bei Länder- und Champions-League-Spielen vor dem Fernseher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.