1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

Zum Schluss die Nerven verloren: Willinger schenken beim 2:2 den Sieg gegen CSC Kassel her

Erstellt:

Kommentare

Ein lohnenswerter Fall: Sebastian Müller (Willingen) wurde gegen den CSC Kassel von den Beinen geholt und bekam dafür einen Freistoß, den Jan Henrik Vogel zur 1:0-Führung vollendete. Das zweite Willinger Tor erzielte Müller selbst.
Ein lohnenswerter Fall: Sebastian Müller (Willingen) wurde gegen den CSC Kassel von den Beinen geholt und bekam dafür einen Freistoß, den Jan Henrik Vogel zur 1:0-Führung vollendete. Das zweite Willinger Tor erzielte Müller selbst. © Artur Worobiow

Die letzte Minute läuft. Der SC Willingen steht im Verbandsligaspiel beim spielstarken CSC Kassel vor dem Sieg. Jetzt nur noch diesen Freistoß von der Strafraumkante überstehen.

Kassel – Die Mauer steht, Maximilian Köps legt sich den Ball zurecht, geht einige Schritt zurück, läuft an und schießt den Ball über die Mauer hinten ins lange Eck. Torwart Florian Bouma fliegt vergeblich hinter dem Ball her, der zum 2:2 im Netz einschlägt.

„Hätte mir vor dem Spiel ein Remis beim CSC angeboten, hätte ich es sofort genommen“, sagt der Willinger Coach Dardan Kordra, „doch jetzt fühlt sich das für uns wie eine Niederlage an.“

Ein Freistoß war es auch, der den Willinger in dieser intensiv geführten Begegnung in der 12. Minute erstmals ein Lachen auf die Lippe zauberte. Ein Kunststoß von Jan Henrik Vogel kurz hinter der Strafraumlinie gab dem Ball die Flugbahn in Richtung Torwinkel. Diesmal streckte sich CSC-Torwart Lukas Rudolph vergeblich, um den Rückstand zu verhindern. Zuvor war der agile Sebastian Müller von den Beinen geholt worden. Nur drei Minuten später war es erneut jener Müller, der aus spitzem Winkel den CSC-Torwart zu einer Parade zwang.

Torchancen auf beiden Seiten Mangelware

Doch Torchancen sollten in diesem Spiel eher zur Mangelware werden. Beide Mannschaften hatten vor allem im Spiel gegen den Ball ihre Stärken, während sie mit dem Ball nur wenige Torchancen kreierten. Optisch sieht ein Fußballspiel dann so aus als ob es fast ohne Tore und Sechzehnmeterräume auskommen könnte, weil sich die meisten Szenen im Mittelfeld abspielen.

Nur zwei Kasseler Weitschüsse als beste Tormöglichkeiten, waren auch ein Zeichen dafür, dass die Willinger Defensive gut gearbeitet hat. Die Viererkette mit Tim Friedrich, Sören Vogel, Tim Albrecht mund Jan Niklas Albers stand und verschob gut.

Nach dem Wechsel hatten die Willinger mit einem Weitschuss Pech, Tom Friedrich (63.) schoss knapp am Tor vorbei.

Nur drei Minuten später hatten die Upland-Elf die Kassel Abwehrkette einmal komplett hinter sich gelassen, Müller lief allein auf Torwart Rudolph zu, aber der Kasseler Keeper hatte hier noch das bessere Ende für sich. Statt 2:0 stand es zwei Minuten später 1:1. Der gerade eingewechselte Okan Guel nutzte die erste richtige CSC-Chance zum Ausgleich.

Müller gewinnt Eins-gegen-Eins-Duell

Doch die Willinger schüttelten sich kurz und Vogels guter Pass in der 79. Minute verschaffte Müller erneut ein Eins-gegen-Eins-Duell gegen den CSC-Keeper und diesmal bliebt der Willinger Stürmer der Sieger, denn er schob den Ball überlegt am Torwart vorbei ins Netz. Auswärtssieg?!

Dieses Wort schien nun auch den Gästen durch den Kopf zu gehen, denn sie brachten sich selbst in die schwierigste Phase dieser Begegnung. Die gute Willinger Mannschaft hatte mit einer geschlossenen Teamleistung die Ausfälle von Torjäger Florian Heine und von Fynn Butterweck gut kompensiert. Und nun tickte die Uhr nicht gegen die Upländer, sondern gegen Kassel.

Aber die Willinger schienen ein wenig Angst vor dem Auswärtssieg zu bekommen. Bei einigen Spielern verwandelte sich die eben noch bei ihnen gesehene Ballsicherheit in eine Ballunsicherheit.

Sie ließen sich nun zu weit hinten reindrängen und produzierten zusätzlich ein Kerzenfestival. „Wir haben plötzlich sehr nervös und inkonsequent verteidigt, eine Bogenlampe nach der anderen produziert, da müssen wir kühlen Kopf bewahren und die Dinger hinten vernünftig klären.“ Doch die Trainerworte verhallten ungehört und dann legte sich Köps den Ball für einen Freistoß zurecht.... (rsm)

Auch interessant

Kommentare