Die Sonntagsspiele der 2. Bundesliga

Wahnsinn in Stuttgart: VfB und Dynamo liefern sich irren Schlagabtausch

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Dresdens Stefan Kutschke (r) erzielt hier das Tor zum 0:3 per Elfmeter gegen Stuttgarts Torwart Mitch Langerak.

Stuttgart - Spektakulärer Zweitligasonntag in Stuttgart: Das Duell zwischen dem VfB und Dynamo Dresden entwickelte sich zur Zitterpartie. In letzter Minute sicherten sich die Schwaben die Rückkehr an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Braunschweig und Fürth siegten.

Trotz eines Hattricks von Stefan Kutschke und eines frühen 0:3-Rückstands ist der VfB Stuttgart mit einer furiosen Aufholjagd an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. Simon Terodde rettete den Schwaben mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+4) ein 3:3 (1:3) gegen Dynamo Dresden und den Sprung auf Platz eins.

Nach 26 Minuten hatte der Aufsteiger aus Sachsen nach Kutschkes zweitem Hattrick der Saison wie der sichere Sieger ausgesehen. Der 28-Jährige traf vor 60.000 Zuschauern in ausverkauften Mercedes-Benz-Arena in der vierten Minute nach klugem Querpass von Niklas Kreuzer und in der 22. Minute nach einer langen Hereingabe von Philip Heise. Nachdem ihn VfB-Torwart Mitch Langerak am Rand des Strafraum von den Beinen geholt hatte, verwandelte der Ex-Wolfsburger selbst (26.) und schraubte seine Saisonbilanz auf 14 Tore.

Bereits beim 3:2 am 28. Oktober gegen Eintracht Braunschweig hatte Kutschke einen Hattrick verbucht - damals innerhalb von 13 Minuten in der zweiten Halbzeit. Stuttgarts Torjäger Terodde verkürzte mit seinem 16. Saisontreffer noch vor der Pause (29.). Emiliano Insua gelang eine Viertelstunde vor Schluss das 2:3 (75.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber Pech, als der Ball nach einem Freistoß von Anto Grgic und beim Nachschuss von Terodde zweimal binnen Sekunden an die Latte flog (58.). Elf Minuten später traf auch Christian Gentner den Querbalken. Stuttgart bestimmte nun eindeutig das Geschehen, hatte rund 70 Prozent Ballbesitz. Dresden beschränkte sich völlig auf die Defensive und versuchte, den Vorprung zu verwalten. Nach Insuas 2:3 begann das große Zittern.

Beste Stuttgarter waren Terodde und Julian Green, bei Dynamo überzeugten Kutschke und Heise.

Historischer Sieg in Lautern: Braunschweig verpasst Sprung an die Spitze nur knapp

Eintracht Braunschweig hat trotz des ersten Sieges auf dem Betzenberg seit 40 Jahren die Tabellenführung in der 2. Bundesliga denkbar knapp verpasst. Die Niedersachsen holten am 26. Spieltag durch den Treffer von Mirko Boland (79.) ein glückliches 1:0 (0:0) beim abstiegsbedrohten 1. FC Kaiserslautern

Damit sind die Braunschweiger seit sieben Partien ungeschlagen und belegen den zweiten Rang hinter dem VfB Stuttgart, der in der Nachspielzeit noch zum 3:3-Ausgleich gegen Dynamo Dresden kam. Die Roten Teufel warten seit fünf Spielen auf einen Sieg und kassierten nach neun Spielen ohne Heim-Niederlage wieder eine Pleite zu Hause.

Vor 23.756 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion waren die Gastgeber in der ersten halben Stunde die agilere Mannschaft. Danach kamen die Braunschweiger etwas besser ins Spiel. Insgesamt waren Torchancen in einer schwachen, umkämpften und weitgehend zerfahrenen Partie Mangelware.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst kaum etwas am Geschehen. Der FCK war einen Tick besser, für echte Torgefahr konnten die Pfälzer aber trotz einiger guter Ansätze nicht sorgen. Die Vorstellung der Gäste war auch nach einer Stunde enttäuschend.

In der 67. Minute hätten die Lauterer nach einem klaren Handspiel des Braunschweiger Verteidigers Gustav Valsvik einen Strafstoß bekommen müssen. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Müllheim) sah das anders. Die Braunschweiger Führung durch Boland fiel aus dem Nichts.

Beste Spieler aufseiten der Lauterer waren Marcel Gaus und Kapitän Daniel Halfar. Bei Braunschweig konnten Torwart Jasmin Fejzic und Boland überzeugen.

Braunschweigs Mirko Boland (2.v.r., mit Maske) erzielt das Tor zum 0:1.

Fürth siegt in Heidenheim

Die SpVgg Greuther Fürth ist sportlich in der 2. Fußball-Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Die Franken setzten sich beim 1. FC Heidenheim mit 2:0 (1:0) durch, untermauerten ihren sechsten Tabellenplatz und blieben zum siebten Mal in Folge ohne Niederlage. Für beide Treffer sorgte der Österreicher Robert Zulj mit Flachschüssen in der 21. und 67. Minute. Er besiegelte damit das sechste Spiel der Gastgeber ohne Sieg in Folge. 2017 gelang der Mannschaft von Trainer Frank Schmidt noch kein Heimerfolg. In einer an Höhepunkten armen Partie war der Sieg für das Team von Coach Janos Radoki nicht unverdient. Den Gästen gelang es über weite Strecken, Heidenheims Mittelfeldstrategen Marc Schnatterer aus dem Spiel zu nehmen. Beim 1. FC verdienten sich vor 12.000 Zuschauern Tim Skarke und Schnatterer die Bestnoten. Stärkste Fürther Akteure waren Doppel-Torschütze Zulj und Niko Gießelmann.

Khaled Narey (l) und Robert Zulj von Fürth jubeln nach der 0:1 Führung.

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