Dank Werner und Selke

4:1-Sieg bei Hertha: Leipzig jubelt über Champions League

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Leipzigs Timo Werner erzielt per Kopf das 1:0. Foto: Soeren Stache

Jetzt ist es perfekt: In nur acht Jahren ist RB Leipzig von der Oberliga Nordost in die Champions League marschiert. Auch die eigentlich heimstarke Hertha kann die Sachsen nicht stoppen.

Berlin (dpa) - Trainer Ralph Hasenhüttl rannte auf den Platz und umarmte jeden seiner Spieler, die mitgereisten 8000 RB-Fans feierten den sensationellen Sprung in die Champions League.

Dank der beiden Doppelpacks von Timo Werner und Davie Selke hat Bundesliga-Frischling RasenBallsport Leipzig schon zwei Spieltage vor Saisonschluss mindestens Rang drei sicher. Der Aufsteiger und Tabellenzweite gewann am Samstag bei Hertha BSC mit 4:1 (1:0) und kann mit nun 66 Punkten nicht mehr von einem direkten Qualifikationsrang für die Königsklasse verdrängt werden. Besonders bitter für die deutlich unterlegenen Berliner: Sie besiegelten mit einem kuriosen Fehler ihres eigentlich besten Spielers, Torwart Rune Jarstein, die Heimniederlage.

In acht Jahren von der Oberliga Nordost in Europas Topliga - das moderne Leipziger Märchen ist damit perfekt. "Ich bin einfach stolz, ich bin sehr stolz", sagte Hasenhüttl. "Das ist sensationell." Den 20. Sieg in dieser Saison und die Leipziger Party leitete der derzeit erfolgreichste deutsche Stürmer Werner mit seinen Saisontreffern Nummer 18 und 19 in der 12. und 54. Minute ein. Ebenfalls doppelt traf der eingewechselte Selke (89./90.+2). Ein Herthaner Treffer - ein Eigentor von Leipzigs Rani Khedira (85.) - war da zu wenig.

Die 125 Jahre alte Hertha muss dagegen nach der erst dritten Heimniederlage um den angestrebten Platz in der Europa League bangen. "Wir müssen dieses Spiel schnell vergessen", forderte Trainer Pal Dardai. "Wir haben noch zwei Spiele, vier Punkte sind nötig für die Chance, in die Europa League zu kommen." Das Positive für die Berliner: Mit 46 Punkten bleiben sie vorerst auf Rang fünf. Dahinter aber lauern der 1. FC Köln und Werder Bremen (je 45), der SC Freiburg (44) und Borussia Mönchengladbach (43) auf weitere Ausrutscher des Hauptstadtclubs in den letzten beiden Runden.

Die Leipziger feierten nach dem Schlusspfiff ausgelassen mit ihren Fans, tanzten vor dem Marathontor und stellten sich zu einem Jubelfoto vor dem Fanblock auf. "Wir haben uns das über das Jahr verdient", sagte Doppel-Torschütze Werner. "Wir haben was ganz Großes erreicht, wir gehören nächstes Jahr zu den besten Mannschaften Europas. Dafür haben wir die ganze Zeit gekämpft."

Die Gastgeber kamen vor 62 301 Zuschauern in der eigenen Festung Olympiastadion nur schwer ins Spiel. Die offensiv ein- und aufgestellten Leipziger brachten von Beginn an ihre Geschwindigkeit als Vorteil auf den Berliner Musterrasen. Vor allem der Österreicher Marcel Sabitzer, der gleich in der Startphase nur knapp am Hertha-Tor vorbei zielte (5.), und der deutsche Jung-Nationalspieler Werner sorgten immer wieder für Aufregung in der Abwehr der Gastgeber.

Die Berliner wollten im 573. Heimspiel im Olympiastadion ihren 300. Heimsieg feiern. Doch erst einmal war es nur Torhüter Jarstein, der die Hoffnung auf einen Punktgewinn überhaupt am Leben hielt. Erst reagierte der Norweger bei einem Schuss von Sabitzer hervorragend (27.). Dann kam er auch bei einem Versuch des frei durchgebrochenen Werner noch mit der Hand an den Ball und parierte großartig (36.).

Hertha fehlten in Marvin Plattenhardt, Niklas Stark und Fabian Lustenberger noch immer wichtige Spieler. Der von einer Muskelverletzung genesene Valentin Stocker zeigte als Spielmacher viel Engagement. Doch erst nach einer halben Stunde bekam Hertha dank einer entschlosseneren Zweikampfführung die Leipziger besser gezähmt. Einen Musterkonter über Vladimir Darida vergab Alexander Esswein geradezu kläglich (28.).

Bei der Entscheidung half Hertha dann kräftig mit. Per Skjelbred schlug einen fahrlässigen Rückpass auf Jarstein, der Torhüter rutschte aus und bugsierte den Ball genau vor die Füße von Yussuf Poulsen. Dessen Querpass schob Werner ins leere Berliner Tor. Der Anschlusstreffer durch ein Eigentor von Leipzigs Khedira, der von Ibisevic angeköpft wurde und den Ball unglücklich ins eigene Netz beförderte, nützte den Berlinern nichts mehr - zumal Selke kurz vor Schluss noch zweimal traf.

Die Einwechslung von Mitchell Weiser nach langer Verletzungspause war nicht mehr als ein Berliner Hoffnungszeichen für die letzten beiden Spiele. Sebastian Langkamp und John Anthony Brooks werden nach ihren fünften Gelben Karten dagegen im nächsten Match in Darmstadt fehlen.

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