Jetzt und morgen wird gespielt

Abstiegskampf: Die halbe Bundesliga bibbert

Geknickt: BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Hamburg. Das große Zittern beginnt auf Platz zehn: Der Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zieht kurz vor dem Ende der Hinrunde außergewöhnlich große Kreise.

Nur fünf Punkte trennen den SC Paderborn vom Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart. Mit Borussia Dortmund, Werder Bremen und dem Hamburger SV schweben weitere Liga-Schwergewichte in akuter Gefahr. Punkte sind im Jahresendspurt Pflicht – egal wie.

„Wir müssen uns auf die aggressive Spielweise des HSV einstellen“, sagte Huub Stevens, der mit Stuttgart die schlechteste Ausgangsposition aller Abstiegskandidaten hat. Schon am Dienstag (20 Uhr) setzen die Schwaben alles daran, beim Auswärtsspiel in Hamburg die Rote Laterne abzugeben – und den leichten Aufwärtstrend des Konkurrenten zu stoppen.

Sowohl der HSV als auch der VfB waren mit deutlich größeren Erwartungen in die Saison gestartet und hatten lange Probleme, den Abstiegskampf anzunehmen. „Man erwartet nicht, dass zwei so große Vereine nach unten rutschen. Aber man sieht auch bei Dortmund, wie schnell es gehen kann und wie schwer es ist, da unten wieder rauszukommen“, sagte Stevens, der schon mit dem HSV 2007 und dem VfB in der vergangenen Saison knifflige Situationen überstand.

Borussia Dortmund scheint das Glück völlig abhanden gekommen zu sein. Der BVB wollte den FC Bayern herausfordern, muss als Tabellen-16. aber Klubs wie den SC Freiburg oder den SC Paderborn überholen. „Wir sind uns unserer Situation bewusst“, sagt Meistertrainer Jürgen Klopp. Doch seit Wochen passen Anspruch und Wirklichkeit nicht mehr zusammen. Am Mittwoch gegen den VfL Wolfsburg (20 Uhr) braucht der BVB dringend den fünften Saisonsieg.

Etwas ruhiger als im Ruhrpott geht es an der Weser zu, obwohl Werder Bremen noch schlechter platziert ist als die Schwarz-Gelben. Doch den Verantwortlichen war von Anfang an klar, dass sie vor einer schwierigen Saison stehen. Zudem zeigt der Trend unter dem neuen Trainer Viktor Skripnik mit zehn Punkten aus sechs Spielen nach oben. Der Ukrainer will aus den Spielen bei Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (20 Uhr) und am Samstag gegen Dortmund noch einige Punkte: „Sechs wären perfekt, vier sehr gut“, sagte Skripnik.

Entspannter als der Werder-Coach gehen wohl nur Andre Breitenreiter (SC Paderborn) und Christian Streich (SC Freiburg) das Rennen um den Klassenerhalt an. Die Klubs galten vor Saisonbeginn als Top-Kandidaten auf den Abstieg – und fühlen sich in der Rolle der Underdogs ziemlich wohl.

„Wir haben nicht das Gefühl, dass wir nicht mithalten können. Wir sind nicht abgeschlagen und fighten weiter“, sagte Streich vor der wohl unlösbaren Aufgabe bei den Bayern am Dienstag (20 Uhr). (sid)

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