München heute stark dezimiert gegen Gladbach

Alle Neune: Den Bayern fehlt zum Rückrunden-Auftakt ein Dreiviertel-Dutzend

Leroy Sané.
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Infiziert: Leroy Sané.

Mehmet Scholls zweite Leidenschaft neben dem Fußball ist hinlänglich bekannt. Der mittlerweile 51-Jährige kegelt gern. Wenn es derzeit beim Bundesligisten FC Bayern heißt „Alle Neune!“, dürfte das aber auch den ehemaligen Mittelfeldspieler der Münchner nicht wirklich freuen.

Vor dem Rückrundenauftakt heute gegen Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr/Sat.1 und Dazn) fehlen dem Rekordmeister gleich neun Profis wegen einer Corona-Infektion. Hinzu kommen verletzte und in Afrika weilende Spieler. Aushelfen müssen nun vor allem die Jungen. Ein Überblick der Situation.

Die Corona-Ausfälle

Die ersten Hiobsbotschaften gab es am Neujahrstag. Kapitän Manuel Neuer, Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Omar Richards hatten positive Coronatests. Einen Tag später folgten Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou, am Dienstag Leroy Sané und Dayout Upamecano. Als letzter Infizierter reihte sich Alphonso Davies am Mittwoch ein – der kurz vorher noch auf dem Trainingsplatz gestanden hatte. Die Bayern-Profis waren in ihrer freien Zeit zum Großteil – Thomas Müller bildete beispielsweise eine Ausnahme – im Urlaub. Einige stecken immer noch im Ausland fest wie Neuer und Hernandez (Malediven), Coman (Dubai), Tolisso (Frankreich) und auch Upamecano (Senegal). Neben den neun Akteuren ist auch Julian Nagelsmanns Co-Trainer Dino Toppmöller positiv.

Die weiteren Ausfälle

Damit noch nicht genug müssen die Münchener auch auf Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr verzichten, die beide bei ihren Nationalmannschaften sind, um den am Sonntag beginnenden Affrika-Cup zu bestreiten. Michael Cuisance wurde nach Venedig verkauft. Leon Goretzka war zuletzt angeschlagen, wird heute wohl, wenn überhaupt, nur auf der Bank sitzen. Josip Stanisic fällt mit Muskelbündelriss aus. Bedeutet: Mindestens zwölf Spieler fehlen den Bayern.

Die mögliche Absage

In den vergangenen Tagen wurde immer wieder über eine mögliche Absage des Rückrunden-Auftakts zwischen den Bayern und der Borussia gesprochen. Klar ist: Die Münchner haben ein solches Szenario wohl angeregt. Gladbachs Manager Max Eberl bestätigte das und sagte selbst, das sei nicht die Baustelle der Gladbacher. Das stimmt, denn entscheiden muss so etwas die DFL. In den Statuten steht, dass ein Verein mindestens 16 Akteure zur Verfügung haben muss – dann ist ein Antrag auf Spielverlegung abzulehnen. Unter diesen 16 Fußballern müssen mindestens neun Lizenzspieler, davon ein Torwart, sein. Verletzte und Gesperrte zählen mit. Eine Grundlage für eine Absage gibt es also nicht. In einer vergleichbaren Situation musste Würzburg in der vergangenen Saison in Liga zwei antreten.

Der Nachwuchs

Durch den Personalmangel wird die Mannschaft heute mit Nachwuchsspielern aufgefüllt. Beim Abschlusstraining waren mit Arijon Ibrahimovic und Paul Wanner zwei 16-Jährige dabei sowie mit Lucas Copado ein 17-Jähriger. Alle drei standen am 30. Oktober im Kader der Bayern-A-Jugend, die im Kasseler Aue-stadion 7:0 gegen den Nachwuchs des KSV Hessen gewann, Copado und Ibrahimovic gehörten zu den Torschützen. Sollten Ibrahimovic oder Wanner zum Einsatz kommen, würden sie Jamal Musiala als jüngsten Spieler mit einem Einsatz bei der ersten Mannschaft der Münchner ablösen. Auch Nicolas Feldhahn, Kapitän der Zweiten, Bright Arrey-Mbi, Taylor Booth und Jamie Lawrence könnten heute Abend zum Aufgebot gehören.

Die Startelf

Wer nun glaubt, dass die Startelf der Münchner kaum Prominenz vorzuweisen hat, der täuscht sich. Trotz all der Ausfälle könnten die Bayern heute so spielen: Ulreich - Kimmich, Pavard, Süle, Sabitzer - Roca, Musiala - Gnabry, Müller, Ibrahimovic - Lewandowski. (Maximilian Bülau)

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