Abstieg droht

Analyse zur deutschen Nationalmannschaft: Derzeit eher Liga B

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Ein belebendes Element: Deutschlands Leroy Sané (rechts) zeigte gegen Frankreich, dass er für die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft steht. Links: Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart.

Kassel. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch das dritte Nations-League-Spiel nicht gewonnen. Wie geht es weiter? Eine aktuelle Analyse. 

In Frankreich verlor das Team von Bundestrainer Joachim Löw 1:2 (1:0) – erzielte aber immerhin den ersten Treffer in diesem Wettbewerb. Dennoch droht der Abstieg aus der Liga A. Fragen und Antworten zur Zukunft des DFB-Teams:

Wie ist das Spiel gegen Frankreich einzuordnen?

Es ist ja immer eine Frage der Situation: Natürlich kann man in Frankreich – beim Weltmeister – verlieren. Nach dem enttäuschenden 0:3 gegen die Niederländer war alles andere als ein Sieg aber zu wenig. Dennoch kann man dem jungen Team keinen Vorwurf machen. Thilo Kehrer, Nico Schulz und Serge Gnabry haben kaum Länderspielerfahrung. Auch Leroy Sané und Niklas Süle kamen neu dazu.

Und die Jungen machten es richtig gut – und Frankreich richtig schwer. In dieser Besetzung gesteht man dem Nationalteam eher eine Niederlage zu, als wenn Löw fünf Weltmeister und drei WM-Enttäuschungen in die Startelf stellt. Lange lag Deutschland durch den Elfmetertreffer von Toni Kroos (14.) sogar in Führung. Der Doppelpack von Antoine Griezmann (62., 80./Foulelfmeter) verhinderte eine kleine Überraschung.

Was bedeutet dieses Ergebnis für Löw?

Der Bundestrainer betonte nach dem Spiel, dass er die Änderungen nicht wegen des Drucks von außen vorgenommen habe. So richtig glauben kann man ihm das nicht, hat er doch zuletzt trotz des angekündigten Umbruchs weiter zum Großteil an seinen vertrauten und verdienten Spielern festgehalten.

Diese Partie im Stade de France in Paris zeigte aber, dass die Zeit zum Umdenken definitiv da ist. Dass es trotz der langen Analyse nach der enttäuschenden WM gedauert hat, bis Löw diesen Schritt wirklich gegangen ist, spricht nicht für den 58-Jährigen. Mangelnde Alternativen und ein ihm wohlgesonnener DFB-Präsident stützen dagegen seine Position. Freiwillig zurücktreten wird er nicht, das hat er selbst gesagt. Geht er den Weg der Verjüngung weiter, ist seine Zukunft zumindest sicherer.

Wie geht es nun in der Nations League weiter?

Mit der Niederlage in Frankreich ist schon klar, dass die Deutschen die erste Auflage der Nations League nicht gewinnen können. Nur die Sieger der vier Gruppen in der Liga A spielen in zwei Halbfinals und einem Finale den Sieger aus. Da Frankreich mit sieben Punkten die Gruppe anführt und Deutschland mit nur einem Zähler Letzter ist, geht es für das DFB-Team nur noch um den Klassenerhalt. Denn der Letzte jeder Gruppe steigt ab.

Um das zu verhindern, muss Deutschland am 19. November gegen die Niederlande gewinnen und hoffen, dass Frankreich drei Tage zuvor ebenfalls gegen unseren Nachbarn siegt. Die DFB-Elf tritt zudem am 15. November in einem Testspiel gegen Russland an. Sollte es nicht für den Klassenerhalt reichen, geht es das nächste Mal in der Nations League gegen Gegner der Liga B.

Wie ist das Niveau der Deutschen einzuschätzen?

Sieht man die Franzosen mit Pogba, Griezmann und Mbappé muss man sich eingestehen, dass uns diese Ausnahmespieler derzeit fehlen. Ein Umbruch ist unumgänglich. Und dann bleibt abzuwarten, wie sich die jungen deutschen Spieler entwickeln. Auch wenn es etwas schmerzt: Es wird Zeit benötigen, um wieder ganz vorn dabei zu sein. Bis dahin sind wir eben eher Liga B.

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