Vor Duell gegen Arsenal

Ancelotti die Ruhe selbst: „Am Ende wird zusammengezählt“

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Auch vor dem Achtelfinal-Kracher gegen Arsenal bleibt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti entspannt. 

München - Der Druck auf Carlo Ancelotti und Bayern München ist vor dem Achtelfinale in der Champions League gegen den FC Arsenal groß. Der Italiener bleibt aber völlig gelassen.

Uli Hoeneß hat schon viel erlebt - einen derart entspannten Trainer aber wohl noch nie. "Der ist im Gegensatz zu uns allen ganz cool", sagte der Präsident des FC Bayern vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) gegen den FC Arsenal über Carlo Ancelotti.

Dass der Druck beim deutschen Rekordmeister wie immer groß ist? Egal! Der 57 Jahre alte Italiener scheint die Ruhe selbst zu sein. "Er hat ja schon genügend Erfahrung. Und wenn Karl-Heinz (Rummenigge, d. Red.) und ich mal nervös werden, weil es nicht ganz so gut läuft, dann sagt er immer: 'Meine Herren, warten Sie mal ab. Wir haben jetzt wichtige Spiele und am Ende wird zusammengezählt", sagte Hoeneß der tz.

Ancelottis simples Credo: „Man kann nicht immer gut spielen“

Auch wenn die Leistungen zuletzt mäßig waren, die Ergebnisse geben Ancelotti abgesehen vom mageren 1:1 gegen Schalke recht. Zehn der letzten elf Pflichtspiele gewannen die Bayern, sechsmal davon allerdings nur knapp und mühevoll mit einem Tor Unterschied.

Doch für Ancelotti spielt das vor dem Duell gegen die Gunners um die Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi keine Rolle. Er sieht es pragmatisch. Zwar wünsche er sich, "dass wir besser spielen", aber Fußball sei "nicht nur Ästhetik, Fußball ist Ergebnis, Taktik, Leidenschaft. Man kann nicht immer gut spielen." Derweil versprach der Chilene Arturo Vidal, dass gegen den FC Arsenal mit einer Leistungssteigerung zu rechnen sei (Bericht auf unserem Partnerportal tz.de). 

Auch am Samstag beim 2:0 in Ingolstadt hatten sich die Münchner zu einem Last-Minute-Sieg gezittert. Rotwein-Liebhaber Ancelotti blieb dennoch gewohnt tiefenentspannt. Was sich ändern müsse, wurde "Mister Minimalista" (Bild-Zeitung) gefragt. "Nichts. Wir müssen gegen Arsenal denselben Charakter und dieselbe Mentalität zeigen. Das wird der Schlüssel sein", antwortete er lässig. Dass seine Mannschaft für die wichtigen Spiele "bereit" sei, hatte er zuletzt schon mehrmals mit Nachdruck erklärt.

Ancelotti kennt solche (Druck-)Situationen zur Genüge. Deshalb stört ihn auch die in diesem Jahr andauernde Nörgelei an der minimalistischen Spielweise seiner Stars nicht. Er habe fast 1000 Spiele auf der Bank gemacht, Kritik könne ihn "nicht überraschen". Und außerdem lese er ohnehin kaum deutsche Zeitungen, weil er nicht genug verstehe.

Rummenigge: „Wir müssen nicht pessimistisch sein“

Ancelotti verlässt sich auf seine langjährige Erfahrung als Profi und Trainer und auf sein Gespür für die wichtigen Momente. Mit dem AC Mailand (2003 und 2007) sowie Real Madrid (2014) gewann er bereits die Königsklasse. Und dies soll auch mit den Bayern gelingen. "Es ist mir immer lieber, die Champions League zu gewinnen als die nationale Meisterschaft", hatte er vor Weihnachten betont. Minimum sei das Finale am 3. Juni in Cardiff.

Darauf legt Ancelotti seine Pläne aus. "In der ersten Saisonhälfte darf man Fehler machen, in der zweiten nicht", sagte er im Trainingslager in Katar. Die "entscheidende Phase" komme im Februar, März und April. Darauf müsse man sich "gut vorbereiten". Dass es aktuell holprig läuft - 2014 bei Real waren die Darbietungen ähnlich schleppend gewesen -, nimmt er deshalb in Kauf.

Auch Vorstandschef Rummenigge vertraut Ancelotti. "Wir müssen nicht pessimistisch sein. Wir haben gesehen, dass die Mannschaft im richtigen Moment zulegen kann", sagte er nach dem Ingolstadt-Spiel. Dem Italiener sei "absolut alles zuzutrauen", fügte der frühere Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld im Eurosport.de-Interview an: "Ich glaube schon, dass Bayern dieses Jahr voll da ist, wenn es im April und Mai darauf ankommt."

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SID

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