„Football Leaks“

Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt

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Cristiano Ronaldo.

Berlin - Im größten Leak der Sportgeschichte will „Der Spiegel“ nach eigenen Angaben massive Steuerhinterziehungen und Korruption im europäischen Profifußball aufgedeckt haben.

Das Nachrichtenmagazin wertete gemeinsam mit einem internationalen Recherchenetzwerk 18,6 Millionen Dokumente aus. Darunter sind auch Originalverträge von Spielern samt geheimer Nebenabsprachen, wie der „Spiegel“ am Freitagabend berichtete.

In seiner neuen Titelgeschichte „Die Geldmeister“ befasst sich der „Spiegel“ mit der Steuerpraxis europäischer Topfußballer. Demnach sollen Superstars wie Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Mesut Özil (FC Arsenal) und José Mourinho (Trainer bei Manchester United) den Fiskus massiv betrogen haben. 

Ronaldo wird vorgeworfen, zusammen mit seinem ehemaligen Trainer Mourinho über eine Briefkastenfirma in der Karibik über Jahre hinweg Millionen-Einnahmen aus Werbe-Deals - insgesamt gehe es dabei um 75 Millionen Euro - vor dem Fiskus verborgen zu haben. Eine umstrittene Sonderregelung im spanischem Steuersystem soll ihm dabei geholfen haben. Als diese auslief, soll Ronaldo über zwei weitere Briefkastenfirmen auf den britischen Jungferninseln weitere 75 Millionen Euro auf einem Schweizer Bankkonto untergebracht haben.  

Auch Mesut Özil soll bei der Steuer getrickst haben, worauf er angeblich zwei Millionen Euro inklusive Verzugszinsen nachzahlen musste. Gegen den Beschluss legte er demnach bereits Widerspruch ein. 

Inwieweit sich die beiden Spieler bei ihren Geldgeschäften strafbar gemacht haben, sei unklar. 

1,9 Terabyte an Daten ausgewertet

Grundlage der Recherchen ist ein riesiger Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, der von der Enthüllungsplattform „Football Leaks“ zur Verfügung gestellt wurde. An der Auswertung waren in den vergangenen sieben Monaten rund 60 Journalisten des Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations (EIC) beteiligt.

In den nächsten Wochen will das Nachrichtenmagazin weitere Beiträge dazu veröffentlichen.

dpa/hn

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