Fußball-Bundesliga: Krise nach 1:2 gegen Paderborn

96 ist angekommen im Abstiegskampf

Enttäuschung und Jubel: Während Paderborns Alban Meha (re.) mit Elias Kachunga seinen Treffer zum 1:2 bejubelt, stehen Hannovers Lars Stindl (li.) und Artur Sobiech geschockt daneben. Foto: dpa

Hannover. Spätestens nach der blamablen 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger SC Paderborn ist Hannover 96 im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga angekommen. Waren die Niederlagen gegen Schalke 04 und den Hamburger SV eher unglücklich, weil die 96er gut gespielt hatten, so zeigten sie gegen die Paderborner eine miserable Leistung.

„Wir sollten nicht vom Abstiegskampf reden. Es ist aber alles sehr, sehr eng“, meinte Hannovers Trainer Tayfun Korkut. Beruhigend hört sich das nicht an. Deutlicher wurde da schon 96-Mittelfeldspieler Lars Stindl: „Wir müssen so langsam aufpassen, der Abstiegskampf kommt nicht nur langsam.“ Nach dem 1:1 sei man verkrampft gewesen, da sei nichts mehr gegangen,“ so Stindl weiter.

Vier Punkte zum Abstiegsplatz

Aus den letzten zehn Spielen gab es für die Roten lediglich einen Sieg, 96 steckt in einer Krise und taumelt in der Tat Richtung Abgrund. Gerade mal vier Punkte trennen die Hannoveraner vom vorletzten Platz, einen Punkt gab es in den vier Spielen in diesem Jahr - zu wenig, um weiterhin den Ansprüchen zu genügen.

Gegen Paderborn spielten die 96er wie ein Abstiegskandidat, dem Neuling reichte eine durchschnittliche Leistung, um Hannover in die Knie zu zwingen und gegen dieses Team die Maximalpunktzahl von sechs Zählern zu holen.

Die derzeitige Krise der 96er lässt sich auch am einzigen hannoverschen Nationalspieler, Torwart Ron-Robert Zieler, festmachen. Beim 1:1 hätte er zweifellos die Flanke von Florian Hartherz abfangen können. Und den direkten Freistoß von Alban Meha aus 25 Metern zum 1:2 hätte er parieren müssen. „Das zweite Tor geht ganz klar auf meine Kappe, den Ball muss ich einfach haben“, postete Zieler selbstkritisch im Netzwerk-Forum.

Aber nicht nur Zieler steht sinnbildlich für die derzeitige Krise. Der mit sieben Treffern in der Hinrunde noch erfolgreichste 96-Torschütze Joselu schaffte, gegen Paderborn nicht einen einzigen gefährlichen Schuss in Richtung gegnerisches Tor zu bringen. Überhaupt lassen sich die Ladehemmungen der Roten nicht mehr mit einem „Ergebnisproblem“, wie es 96-Boss Martin Kind kürzlich noch ausdrückte, rechtfertigen. „Wir sind nicht eiskalt vorm Tor“, drückt es Innenverteidiger Christian Schulz ehrlich aus. (gsd)

Von Walter Gleitze

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.