Auestadion bringt DFB-Frauen kein Glück

Enttäuscht: Auch Chiara Loos konnte die Niederlage nicht verhindern.

Kassel. Im Auestadion sollte die Wiedergutmachung für das Halbfinal-Aus der vergangenen Europameisterschaft gelingen. Vor knapp drei Monaten hatten die deutschen Spielerinnen, damals noch als U 19, im Elfmeterschießen gegen Schweden das Nachsehen.

Doch trotz drückender Überlegenheit gelang es der jetzigen U 20 von Trainerin Maren Meinert nicht, ein Tor zu erzielen. Anna Oskarsson besiegelte mit ihrem Treffer kurz nach der Pause die Niederlage für das DFB-Team. Eine Zusammenfassung des Länderspiels im Auestadion:

Vor dem Anpfiff

Das Team der ehemaligen Weltmeisterin Maren Meinert war schon am Sonntag angereist. In Baunatal fand sich die U 20 für einen Lehrgang zusammen. Als guter Gastgeber präsentierten sich Deutschland, Hessen und Kassel kurz vor dem Spiel. Nachdem die Mannschaften von Einlaufkindern begleitet das Feld betreten hatten, sprach der Stadionsprecher die Geschehnisse der EM noch einmal an: den Gruppensieg der deutschen Mannschaft, das Halbfinale gegen Schweden, die Niederlage. Trotzdem wurden die späteren Titelträger aus Schweden noch einmal gewürdigt.

Danach keimte Länderspielstimmung im Auestadion auf. Umrahmt von den Länderflaggen sangen die beiden Teams ihre Nationalhymnen - und auch auf der Tribüne zeigten sich die Zuschauer auf beiden Seiten textsicher.

Das Spiel

Vom Anstoß weg merkte man den deutschen Spielerinnen an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Nach jedem Ballverlust wurde sofort wieder Druck auf die ballbesitzende Schwedin ausgeübt. In der 7. Minute die erste gute Chance für das deutsche Team: Nina Ehegötz steckte schön in den Strafraum auf Pia-Sophie Wolter durch - doch die scheitert an der Torfrau Matilda Haglund.

Über die gesamte erste Halbzeit bekamen die Zuschauer das gleiche Bild zu sehen. Deutschland drückte, war überlegen, traf das Tor aber nicht. Immer wieder gefährlich zeigte sich dabei die 18-jährige Ehegötz. Torlos ging es in die Pause. In der Halbzeit wurde das Flutlicht angeschaltet, und auch die Schwedinnen waren auf einmal aufgewacht.

Nach einem Freistoß von der Mittellinie war es Anna Oskarsson, die in der 53. Minute zum 1:0 für Schweden einköpfte und den Spielverlauf damit auf den Kopf stellte. Doch die Deutschen brauchten nur fünf Minuten, um den Schock zu verdauen. Doch trotz einiger guter Möglichkeiten wollte das Tor nicht gelingen. Ein Treffer von Ehegötz in der 85. Minute wurde von Schiedsrichterin Katrin Rafalski aus Bad Zwesten wegen Abseits nicht gegeben.

Die Stimmung

Hätte man die Haupttribüne nicht gesehen, man hätte denken können, das Länderspiel müsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. 1244 Zuschauer hatten sich im Auestadion zusammengefunden, darunter auch einige Schweden, die mit Fahnen bewaffnet ihr Team lautstark anfeuerten, und alle saßen auf der Haupttribüne. Die deutsche U 20 wurde von Anfang an für jede gelungene Aktion mit Applaus bedacht. Fangesänge wollten aber nicht so recht aufkommen. Dafür gab es trotz der Niederlage am Ende aufmunterndes Klatschen und keine Pfiffe.

Das sagt die Trainerin

Obwohl nur ein Testspiel - Maren Meinert war nach der Partie sichtlich enttäuscht. „Das war ein wichtiger Test, und wir wollten das Spiel gewinnen“, äußerte sich die Trainerin des DFB-Teams. „Auch wenn man überlegen ist - im Fußball ist entscheidend, dass etwas Zählbares dabei herausspringt.“ Die Tage in Kassel und Umgebung behält Meinert trotzdem in guter Erinnerung: „Wir hatten eine gute Woche und haben gut trainiert. Der Platz in Baunatal war optimal. Für einen perfekten Lehrgang hat nur noch ein Tor gefehlt.“

Frauen-Nationalmannschaft U20 empfängt Schweden im Auestadion

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