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Das Team der Stunde: Fünf Gründe, warum RB Leipzig derzeit so gut ist

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Von: Maximilian Bülau

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Christopher Nkunku.
Seit Wochen in Bestform: RB Leipzigs Christopher Nkunku. © Sebastian Kahnert/dpa

Deutscher Meister wird RB Leipzig in diesem Jahr nicht mehr. So viel ist sicher.

Dennoch könnten die Sachsen am Ende dieser Spielzeit weitaus glücklicher – und auch erfolgreicher – als der Fußball-Rekordmeister FC Bayern München sein. Das liegt zum einen daran, dass RB noch keinen Titel in der Vitrine stehen hat und der Gewinn irgendeines Wettbewerbs schon etwas ganz Besonderes wäre.

Zum anderen haben die Leipziger aber sogar die Möglichkeit, gleich zwei Pokale einzusammeln. Und weil sich das Team von Trainer Domenico Tedesco seit Wochen in Bestform präsentiert, wäre es schon eher eine Überraschung, wenn bis Ende Mai der Vereinsname RB Leipzig auf keine Plakette graviert wird. Heute können die Leipziger den nächsten Schritt im DFB-Pokal machen. Im Halbfinale trifft RB auf Union Berlin (20.45 Uhr/ARD und Sky).

Doch warum sind die Sachsen, die zu Beginn der Saison so schwächelten, eigentlich gerade so gut? Wir haben fünf Gründe gefunden.

1. Weil derzeit kaum einer so gut spielt wie Christopher Nkunku: Eigentlich wird noch viel zu wenig über Christopher Nkunku gesprochen. Was der 24 Jahre alte Franzose seit Wochen auf den Fußballplatz – man muss es so nennen – zaubert, ist schlichtweg weltklasse. Leipzig ist deutschlandweit sicher nicht der beliebteste Klub, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Doch wer Nkunku spielen sieht, der kommt nicht umhin, hier und da ein wenig begeistert zu sein. Der Offensivmann hat eine überragende Technik, ist da, wo sich Räume ergeben, schafft diese durch Dribblings, kann den letzten Pass präzise anbringen und ist zudem selbst ungemein abschlussstark. 17 Saisontore in der Liga, dazu 15 Vorlagen. Sieben Treffer in sechs Partien der Königsklasse, drei im DFB-Pokal, drei in der Europa League. Da bleiben keine Fragen offen. Nicht ein Spiel verpasste Nkunku verletzt. Und von Allüren à la Jadon Sancho? Keine Spur!

2. Weil Domenico Tedesco etwas verändert hat: Vielleicht mag sich der eine oder andere schon gar nicht mehr erinnern, aber als Domenico Tedescos Vorgänger Jesse Marsch Anfang Dezember 2021 seinen Platz auf der RB-Trainerbank räumen musste, da lagen die Leipziger in der Liga auf Rang elf. Mit dem Sieg zuletzt gegen Leverkusen sprangen die Bullen nun sogar auf Platz drei, haben die Königsklasse fest im Blick. Tedesco hat den oft wilden Pressing-Spielstil von Marsch durch mehr Ballbesitzfußball ersetzt. Tedesco lässt Nkunku und André Silva häufig in einer Doppelspitze agieren – was beiden sichtlich guttut. Tedesco hat Spieler wie Benjamin Henrichs, Dani Olmo und Josko Gvardiol (wieder) stark gemacht. Kurzum: Die Verpflichtung des Coaches, der sechs Sprachen spricht, hat sich absolut gelohnt.

3. Weil Leipzig kaum Verletzte hat: RB hat ohnehin einen der breitesten Kader der Bundesliga. Dazu kommt, dass gerade einzig Amadou Haidara mit einer Innenbandverletzung ausfällt, zudem hat Kevin Kampl Knieprobleme und Lukas Klostermann befindet sich in Quarantäne. Sonst sind alle fit. Das beflügelt den Konkurrenzkampf, die Leistung – und spricht auch für die Trainingssteuerung.

4. Weil alle Hunger haben: Nicht auf Leipziger Allerlei. Auf Erfolg, auf Titel. Der Kader von RB hat sich entwickelt, ist stark besetzt. Doch Titel hat kaum ein Akteur bislang gewonnen, zumindest keine großen. Mit Leipzig ja ohnehin nicht, das bislang nur zweimal „Sieger im Sachsenpokal“ in der kurzen Vereinshistorie stehen hat. Bedeutet: Der Bundesliga-Dritte läuft nicht Gefahr, dass die Profis nachlassen. Alle wollen nun endlich mal einen Erfolg feiern.

5. Weil RB jetzt erfahrener ist: Zweimal standen die Leipziger bereits in einem DFB-Pokal-Endspiel, zweimal verließen sie den Rasen als Verlierer. Das ist nicht schön, macht sicher keinen Spaß. Aber manchmal ist es notwendig. Ein Teil des Kaders hat nun Erfahrungen gesammelt – und ist bereit für das kommende Finale. (Maximilian Bülau)

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