Bielefeld atmet auf

Aufstand der Außenseiter Drei Teams verpassen Überraschung in der Fußball-Bundesliga

Sebastiaan Bornauw und Elvis Rexhbecaj (Nr. 20) gegen den VfL Wolfsburg mit Maximilian Arnold.
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Schmerzhafter Nachmittag für die Favoriten: Der 1. FC Köln mit Sebastiaan Bornauw und Elvis Rexhbecaj (Nr. 20) erkämpfen sich gegen den VfL Wolfsburg mit Maximilian Arnold einen Punkt.

Der Samstag der Fußball-Bundesliga stand ganz im Zeichen der Unentschieden. Vier von fünf Partien endeten ohne Sieger.

Nicht aber die Favoriten aus Dortmund, Mönchengladbach und Wolfsburg ärgerten sich über verschenkte Punkte, sondern die Außenseiter. Sowohl Eintracht Frankfurt als auch der SC Freiburg und der 1. FC Köln brachten ihre Führungen nicht über die Zeit. Dies gelang nur Arminia Bielefeld, das im Kellerduell gegen Mainz 05 wichtige Punkte eingesammelt hat.

Der junge Deutsche

Jan Thielmann ist gerade einmal 18 Jahre alt, absolvierte gegen Wolfsburg aber bereits sein 20. Bundesligaspiel für den 1. FC Köln. Nachdem ihm in der vergangenen Saison eine Vorlage gelungen war, sind es in dieser Spielzeit bereits zwei. Allein ein Tor hatte er noch nicht erzielt.

Bislang. Doch gegen die noch ungeschlagenen Niedersachsen schoss Thielmann den Effzeh mit seinem ersten Bundesliga-Treffer in Führung (18.). Nachdem Maximilian Arnold per direktem Freistoß ausgeglichen hatte (29.) war es Neuzugang Ondrej Duda, der die Kölner ein zweites Mal jubeln ließ (43.). Kurz nach dem Seitenwechsel schlug Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst zurück (47.). Es war der letzte Treffer eines unterhaltsamen Spiels, das Köln am Ende durchaus hätte gewinnen können. Es wäre nach dem ersten Saisonsieg in der vergangenen Woche in Dortmund die nächste Überraschung gewesen.

Der verärgerte Trainer

Freiburgs Trainer Christian Streich war angefressen. Seine Mannschaft rannte mehr als der Gegner aus Mönchengladbach. Seine Mannschaft schoss mehr. Seine Mannschaft gewann mehr Zweikämpfe. Doch wieder blieb seine Mannschaft eben auch ohne Sieg, zum neunten Mal in Folge. 22 Torschüsse feuerte die Elf aus dem Breisgau auf das Tor von Yann Sommer ab, der Schweizer parierte ein ums andere Mal sensationell. Sowohl an dem Pfostenschuss von Vincenzo Grifo aus kurzer Distanz hatte er seine Finger (78.) als auch kurz vor Schluss bei einer Dreifachchance der Freiburger, als er gegen Manuel Gulde und doppelt gegen Roland Sallai rettete. So blieb es nach den Toren von Gladbachs Breel Embolo (23.) und Alassane Plea (50.) sowie Freiburgs Philipp Lienhart (32.) und Grifo (49./Strafstoß) beim 2:2-Unentschieden.

Der kleine Japaner

Sieben Spiele in Folge hatte Arminia Bielefeld bis zum Samstag verloren, von Tabellenplatz sechs ging es in dieser Zeit runter auf Rang 17. Seit gestern ist diese Pleitenserie aber vorbei. Gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf Mainz 05 gab es einen umkämpften 2:1-Sieg. Und der trug vor allem einen Namen: Ritsu Doan. Der 1,72 Meter große Japaner wirbelte auf dem rechten Flügel der Arminia, bereitete das 1:0 von Manuel Prietl (21.) stark vor und schoss das 2:0 selbst (31.). Mainz kam durch Kevin Stöger noch heran (82.), scheiterte aber immer wieder an Bielefelds Tortwart Stefan Ortega und rutschte so auf den vorletzten Tabellenplatz.

Der quirlige Japaner

Acht Zentimeter größer als Bielefelds Ritsu Doan ist Frankfurts Daichi Kamada. Der 24 Jahre alte Japaner ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus dem Mittelfeld der Hessen. Quirlig, trickreich, technisch versiert – so stellt Kamada die Gegner immer wieder vor Probleme. Und glänzt meist mehr als Vorbereiter. Doch gegen Dortmund traf er selbst. Mit seinem zweiten Saisontor brachte er die Eintracht früh in Führung (9.). Der BVB, dem man das Fehlen von Erling Haaland anmerkte, kam durch einen tollen Treffer ins linke Eck von Giovanni Reyna zum Ausgleich, blieb nach dem 1:2 gegen Köln in der Vorwoche aber wieder sieglos und verpasste dadurch zumindest den Sprung auf Platz zwei der Tabelle. (Maximilian Bülau und Björn Friedrichs)

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