Atletico Madrid mit viel Theatralik

Champions League Schnellcheck: Bayer scheitert im Elfer-Krimi

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Ein Bild, das viel aussagt über diese Partie: Zwischen Bayer Leverkusen mit Hakan Calhanoglu (links) und Atletico Madrid mit Mario Suarez ging es hart zur Sache.

Kassel. Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen ist im Achtelfinale der Champions League an Atletico Madrid gescheitert.

Nach dem 1:0 im Hinspiel für Bayer hieß es gestern Abend in Madrid nach 90 Minuten 1:0 für den Gastgeber. Das Spiel ging in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen. Hier setzte sich der Finalist des Vorjahres durch. Der Schnellcheck.

Wie verlief das Elfmeterschießen?

Madrids Raul Garcia schießt drüber. Bayers Hakan Calhanoglu scheitert mit einem Schüsschen in die Mitte an Madrids Torwart Jan Oblak. Madrids Antoine Griezmann trifft – 1:0. Leverkusens Simon Rolfes trifft – 1:1. Madrids Mario Suarez trifft – 2:1. Leverkusens Ömer Toprak schießt drüber. Madrids Koke scheitert an Leverkusens Schlussmann Bernd Leno. Leverkusens Gonzalo Castro trifft – 2:2. Madrids Fernando Torres trifft – 3:2. Leverkusens Stefan Kießling schießt drüber. Aus und vorbei für Bayer.

Wie war das Spiel?

Zunächst so wie erwartet: Leverkusen konzentrierte sich auf die Defensivarbeit und hoffte auf den einen oder anderen Konter. Das ging 27 Minuten gut, dann machte Mario Suarez das 1:0 für Atletico – mit tatkräftiger Unterstützung des Leverkusener Verteidigers Ömer Toprak, der den Schuss noch abfälschte. Der Treffer war das erste Gegentor für Bayer seit fünf Pflichtspielen.

Danach wurde es eine äußerst zähe Angelegenheit – mit vielen Zweikämpfen, vielen Fouls und wenig Spielfluss. Der Experte nennt das dann ein intensives Fußballspiel. Nun ja. Madrid blieb spielbestimmend, Leverkusen verteidigte mit allem, was der Mannschaft zur Verfügung stand. Und wenn der Ball mal aufs Bayer-Tor kam, war Torwart Bernd Leno zur Stelle.

So ging es in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen. Ausgang bekannt.

Ist das Ergebnis gerecht?

Eine Entscheidung im Elfmeterschießen ist nie gerecht. Aber mitunter bitter. Wobei: Wer die Elfmeter so schießt wie Leverkusen, darf sich nicht beschweren.

Gab es einen Aufreger im Spiel?

Einen? Das ganze Spiel über herrschte eine hitzige Atmosphäre. Bayer ging ordentlich zur Sache, Madrid – immer wieder angetrieben von Trainer Diego Simeone – übte sich in Theatralik. Und als einmal wirklich etwas Schlimmes passierte, bekam es Schiedsrichter Nicola Rizzoli, bekannt aus dem WM-Finale, nicht mit: Leverkusens Simon Rolfes hätte nach einem Ellenbogenschlag in der ersten Halbzeit der Verlängerung gegen Raul Garcia Rot bekommen müssen.

So verteilte der Unparteiische insgesamt zehn Gelbe Karten – das sagt ja auch schon viel. Immerhin: An der Seitenlinie kam es diesmal nicht zu Wortgefechten wie im Hinspiel. Trotzdem: Freunde werden die Verantwortlichen beider Teams nicht mehr.

Gab es besondere Vorkommnisse? 

Zumindest gab es eine ungewöhnliche Szene: Madrids Torwart Miguel Moya musste schon Mitte der ersten Halbzeit ausgewechselt werden, weil er sich ohne jegliche Fremdeinwirkung verletzt hatte. Er zerrte sich den Oberschenkel. Für Moya kam der Slowene Jan Oblak.

Wer lieferte den Spruch des Tages?

Sky-Kommentator Marcel Reif. Nachdem sich Madrids Trainer Diego Simeone immer weiter echauffierte, obwohl Leverkusens Hakan Calhanoglu für ein Foul schon mit Gelb bestraft worden war, sagte Reif: „Was will er noch? Erschießen ist nicht drin im Fußball – denke ich mal.“ Darüber hätte wahrscheinlich auch Jürgen Klopp gelacht. Ach ja, und noch einen: Nach Abpfiff der regulären 90 Minuten sagte Reif: „Jetzt gibt es noch zweimal 15 Minuten – fast hätte ich gesagt: Fußball.“ Ohne Reif wäre der Abend noch bitterer geworden.

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