Hoeneß glücklich

Bayern-Campus eingeweiht: "Antwort auf Transferwahnsinn"

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Uli Hoeneß war am Montag „stolz und glücklich“

Seit 2010 warten die Bayern auf einen neuen Star aus dem eigenen Nachwuchs. Jetzt soll der „Bayern-Campus“ Abhilfe schaffen. Am Montag wurde das spektakuläre Gelände eingeweiht.

München - Die neue Heimat für die kommenden Schweinsteigers, Lahms und Müllers ist fertig: Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat am Montag sein mondänes und 70 Millionen Euro teures Nachwuchsleistungszentrum offiziell eingeweiht. "Ich bin überzeugt, dass wir damit die richtige Antwort auf die Entwicklung im internationalen Fußball geben können, auf den ganzen Transferwahnsinn und die Gehaltsexplosionen", sagte ein "stolzer und glücklicher" Uli Hoeneß bei der Eröffnungsfeier des "FC Bayern Campus".

Vielleicht gelinge es dem FC Bayern mit seiner Akademie, so der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende weiter, den Vorsprung, den andere Vereine durch Investoren aus dem Nahen Osten oder Russland hätten, "durch geschicktes Taktieren" auszugleichen. 

30 Hektar Fläche und ein kleines Stadion

Man wolle das "Mia san mia" in die Welt hinaustragen: "Der Campus soll ein Markenzeichen sein." Am Festakt am Montag nahmen auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teil. „Säbener Straße, Allianz Arena und Ingolstädter Straße - das ist das neue magische Dreieck für den Erfolg des FC Bayern“, sagte Seehofer als Festredner. "Das ist nicht einmal ein halber Neymar", scherzte Reiter mit Blick auf die Kosten des Campus.

Hochrangige Gäste beim FC Bayern

Auf einer Fläche von 30 Hektar wurden seit der Grundsteinlegung im Oktober 2015 ein kleines Stadion für 2500 Zuschauer, sieben weitere Fußballfelder, Fitnesshügel, Klubheim, Sporthalle, Mensa und ein Internat für 35 Talente errichtet.

Künftig ist dies die Heimat der Münchner U9 bis U19. Auch die Bundesliga-Frauen ziehen von der Säbener Straße in den Münchner Norden, an die Ingolstädter Straße 272 um.

Lange Durststrecke: Alaba war das letzte Eigengewächs

Die Bayern haben in Bezug auf die Nachwuchsarbeit Nachholbedarf. David Alaba hatte 2010 als letzter Jugendspieler nachhaltig den Sprung zu den Profis geschafft. "Idealerweise kriegst du jedes Jahr einen Spieler für die Profiabteilung. Das ist der Wunschgedanke", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt. Die Maxime werde sein, so Hoeneß, "besser zu sein als die anderen".

Die sportliche Leitung des Campus hat der bisherige Assistenztrainer Hermann Gerland, Entdecker von Spielern wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Alaba oder Mats Hummels, inne. Jochen Sauer verantwortet als Geschäftsführer den administrativen Bereich.

"Wir brauchen Talente mit Ellbogen und Kanten. Alle müssen den Ball haben wollen. Das Motto ist: Gib dem Gegner keine Zeit zu denken", sagte Gerland unlängst im SID-Gespräch zum Motto des Nachwuchsleistungszentrums. Die Jungs müssten sich aber auch anständig benehmen - "auf und außerhalb des Platzes. Wir sind Bayern München und vertreten diesen Verein. Da kann einer sagen, das ist Old School, aber Disziplin gehört einfach dazu."

Hier können Sie bewegte Bilder von der großen Einweihung des Bayern-Campus sehen.

SID/dpa/fn

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