Eine Bestandsaufnahme

Bayern grübeln nach der ersten Niederlage, Bayer glänzt mit nächstem Sieg

Julian Nagelsmann.
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Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern München, nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt.

Es war ein prominenter Sonntagabend in der Fußball-Bundesliga. Erst die Bayern zuhause gegen Frankfurt, dann Bayer zu Gast in Bielefeld.

Kassel – Zwei Topteams waren gefordert. Und während München gegen die Eintracht patzte, punktete Leverkusen auch gegen die Arminia und setzte einen beeindruckenden Lauf fort. Die Bayern grübeln, Bayer glänzt – eine Bestandsaufnahme.

Nun ist es also passiert: Julian Nagelsmann hat sein erstes Pflichtspiel als Trainer des FC Bayern verloren. Am frühen Sonntagabend gingen die Münchner in der heimischen Allianz Arena mit einem 1:2 gegen die Frankfurter Eintracht vom Feld. Doch nicht nur der Coach hatte hinterher den Eindruck, dass diese Niederlage vermeidbar gewesen sei. Nach der Führung durch Leon Goretzka hatte der Rekordmeister noch einige Chancen aus dem Regal mit hochwertiger Qualitätsware – doch Frankfurts Torhüter Kevin Trapp hielt überragend. Und so drehten die Hessen durch Martin Hinteregger und Filip Kostic tatsächlich das Spiel.

Sorgen müssen sich die Münchner vor der nun anstehenden Länderspielpause aber sicherlich nicht machen. Zu überzeugend waren die vergangenen Wochen unter dem neuen Übungsleiter Nagelsmann. 5:0 gegen Kiew, 3:1 in Unterzahl gegen Fürth, 7:0 gegen Bochum, 3:0 gegen Barcelona, 4:1 gegen Leipzig, 5:0 gegen Hertha – keine Frage, dass der 34-Jährige schon richtig angekommen ist in seiner neuen fußballerischen Heimat.

Niederlagen wie die gegen Frankfurt nun sind kein globales Problem an der Säbener Straße – es fehlte einfach die Effektivität. Ganz nebenbei ist Nagelsmann dennoch der Trainer, der die meisten Pflichtspiele ohne Niederlage zum Start hinlegte. Jupp Heynckes verlor 2017 beim zehnten Auftritt das erste Mal, Nagelsmann beim elften. Gut, ein Pep Guardiola hatte zwar im Supercup zum Start gegen den BVB das Nachsehen, anschließend blieb er mehr als 20 Spiele ungeschlagen. Aber Nagelsmann holte gegen Dortmund den ersten Titel der Saison.

Um sich selbst müssen sich die Bayern also keine Gedanken machen, auch wenn sie nach der ersten Saisonniederlage sicher etwas grübeln. Auf die Konkurrenz sollten sie aber dennoch ein Auge haben. Und der stärkste Widersacher heißt derzeit Bayer Leverkusen.

Die Werkself glänzt unter dem neuen Trainer Gerardo Seoane, hat genauso viele Punkte wie die Bayern, ebenso wenig Gegentore kassiert (sieben) und steht nur wegen vier weniger erzielter Treffer hinter den Münchnern auf Rang zwei. Die Offensive ist es auf der einen Seite, die begeistert unter dem neuen Coach aus der Schweiz. Florian Wirtz zaubert konstant, Patrik Schick trifft ebenso verlässlich – um nur zwei Namen aus einem großen Angriffsensemble zu nennen.

Doch Tore schießen, das konnte Bayer auch unter Seoanes Vorgängern häufig ganz gut. Was dem 42-Jährigen gelungen ist: Er hat dem Team eine bessere Balance gegeben, ohne die Spielfreude einzuschränken. Ob es in dieser Saison für den ersten Titel nach 1993 reicht? Dafür muss Leverkusen mal eine gesamte Saison konstant bleiben. Die erste Niederlage gab es bereits am vierten Spieltag gegen den BVB. Danach grübelte man im Rheinland nicht lange, sondern glänzte mit fünf Siegen in Folge. (Maximilian Bülau)

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