Bayern-Stars vor Pokal-Duell angespannt

Robben: "Wir haben alles zu verlieren"

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Arjen Robben erwartet gegen den FCK ein schwieriges Spiel.

München - Jupp Heynckes war nicht gerade gereizt, aber die erste Saison-Niederlage hat doch Spuren hinterlassen beim Trainer von Fußball-Rekordmeister Bayern München.

„Es ist nicht die Zeit im Moment, um zu flachsen“, zischte er am Dienstag einen Reporter an, der eine nicht ganz ernst gemeinte Frage zu „Stürmer“ Manuel Neuer stellte. Scherzen, meinte Heynckes, „das können wir machen, wenn wir bei einem Bier oder einem Glas Wein sitzen“. Aber doch bitte nicht vor einem so wichtigen Spiel wie dem am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Kaiserslautern.

„Die haben nichts zu verlieren, wir haben alles zu verlieren. Es wird ein schwieriges Spiel“, sagte Star Arjen Robben. Pokal-Aus? Zu Hause? Gegen einen Zweitligisten? Nicht auszudenken! „Verlieren verboten“, heißt das Motto für die Bayern gegen den Tabellen-Dritten der 2. Liga - und zwar strengstens verboten.

Vor allem, um das 1:2 gegen Bayer Leverkusen als den Ausrutscher erscheinen zu lassen, der es nach Darstellung der Bayern gewesen sein soll. Einen Vergleich zu den dürftigen Leistungen im Herbst 2011 mit drei Niederlagen allein in der Liga dürfe man „nicht anstellen“, sagte Heynckes.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

26. Mai 1985: Bayer 05 Uerdingen schlägt den FC Bayern München 2:1. Hier die Uerdinger Wolfgang (r.) und Friedhelm Funkel. © Bongarts/Getty Images
3. Mai 1986: FC Bayern München schlägt den VfB Stuttgart 5:2. Mit dabei waren die Spieler Dieter Hoeneß und Lothar Matthäus (v. l.) sowie Trainer Udo Lattek (r.). © Bongarts/Getty Images
20. Juni 1987: Der Hamburger SV schlägt die Stuttgarter Kickers 3:1 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 1988: Eintracht Frankfurt schlägt den VfL Bochum 1:0 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1989: Borussia Dortmund schlägt Werder Bremen 4:1 © Bongarts/Getty Images
19. Mai 1990: 1. FC Kaiserslautern schlägt  Werder Bremen 3:2 © Bongarts/Getty Images
22. Juni 1991: Werder Bremen schlägt den 1. FC Köln 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
23. Mai 1992: Hannover 96 schlägt Borussia Mönchengladbach 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1993: Bayer 04 Leverkusen schlägt Hertha BSC Berlin Amateure 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Mai 1994: Werder Bremen schlägt Rot-Weiß Essen 3:1 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1995: Borussia Mönchengladbach schlägt VfL Wolfsburg 3:0 © Bongarts/Getty Images
25. Mai 1996: 1. FC Kaiserslautern schlägt den Karlsruher SC 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Juni 1997: VfB Stuttgart schlägt den FC Energie Cottbus 2:0 © Bongarts/Getty Images
16. Mai 1998: FC Bayern München schlägt MSV Duisburg 2:1 © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1999: Werder Bremen schlägt FC Bayern München 6:5 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
6. Mai 2000: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen 3:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2001: Der FC Schalke 04 schlägt 1. FC Union Berlin 2:0 © Bongarts/Getty Images
11. Mai 2002: Der FC Schalke 04 schlägt Bayer 04 Leverkusen 4:2 © Bongarts/Getty Images
31. Mai 2003: Der FC Bayern München schlägt den 1. FC Kaiserslautern 3:1 © Bongarts/Getty Images
29. Mai 2004: Werder Bremen schlägt Alemannia Aachen 3:2 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 2005: Der FC Bayern München schlägt FC Schalke 04 2:1 © Bongarts/Getty Images
29. April 2006: Der FC Bayern München schlägt Eintracht Frankfurt 1:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2007: Der 1. FC Nürnberg schlägt den VfB Stuttgart 3:2 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
19. April 2008: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund 2:1 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
30. Mai 2009: Werder Bremen schlägt Bayer Leverkusen 1:0 © dpa
15. Mai 2010: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen mit 4:0 © dpa
21. Mai 2011: FC Schalke 04 schlägt MSV Duisburg 5:0. © dpa
12. Mai 2012: Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern München mit 5:2. © dpa
1. Juni 2013: Der FC Bayern München besiegt den VfB Stuttgart mit 3:2 (1:0) © dpa
17. Mai 2014: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund mit 0:2 (0:0) in der Verlängerung © dpa

Überhaupt hatte er keine Lust auf kritische Fragen. Vor dem Spiel gegen Leverkusen „waren wir die Schalen-Bayern und unschlagbar, da haben wir die Liga dominiert. Jetzt wird alles kontrovers diskutiert und dargestellt“, beschrieb er die Lage: „Wir müssen gelassen damit umgehen. Denn eins ist klar: Meine Mannschaft ist gefestigt.“ Nein, er habe „überhaupt keine Bedenken“ - auch, weil weiterhin Harmonie herrsche im Kader und er viel mehr Optionen habe als im Vorjahr.

Von diesen personellen Möglichkeiten will Heynckes gegen den FCK Gebrauch machen. „Mein Credo insgesamt ist es, dass ich Leistungen auch von Spielern berücksichtige, die hinten dran sind“, sagte er - und nahm damit eine umfassende Rotation vorweg. Tom Starke dürfte anstelle von Torwart Manuel Neuer sein erstes Pflichtspiel für die Bayern bestreiten. Weitere Optionen sind die Dauer-Reservisten Rafinha, Anatoli Timoschtschuk und Edeljoker Claudio Pizarro.

Verzichten müssen die Bayern auf Holger Badstuber. Dafür steht Javi Martinez wieder zur Verfügung, Arjen Robben hat seinen ersten, 31-minütigen Einsatz nach überstandener Verletzung gegen Leverkusen gut überstanden. Auch Luiz Gustavo (Pferdekuss) ist wohl dabei. Ob Franck Ribery auflaufen kann, konnte und wollte Heynckes erst nach dem Abschlusstraining entscheiden.

Egal, wer spielt, seine Mannschaft habe „eine Verpflichtung“, motiviert aufzutreten, sagte Heynckes - schließlich werden 71.000 Zuschauer in der Münchner Arena erwartet. Die Bayern-Fans unter ihnen beruhigte Heynckes mit seiner Einschätzung, es seien nur „Kleinigkeiten, wo wir uns verbessern müssen“. Welche das sind, präzisierte Bastian Schweinsteiger. Kompaktheit, Standards - „da müssen wir auf jeden Fall noch besser werden“. Speziell die Ecken seien „zu ungefährlich“, kritisierte der Vize-Kapitän.

DFB-Pokal-Sensationen seit 1990

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1. DFB-Pokal-Runde 2012/2013: Gleich sechs Bundesligisten flogen schon in der 1. Runde raus, fünf davon gegen Drittligisten oder Amateurvereine. So wie 1899 Hoffenheim, dass gegen den Regionalligisten Berliner AK mit 0:4 unter die Räder kam. © dpa
Mit dem TSV Havelse kam gegen den 1. FC Nürnbereg ebenfalls ein Regionalligist gegen einen Bundesligisten weiter. Havelse gewann 3:2 nach Verlängerung. © dpa
Drittligist Kickers Offenbach bezwang Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth mit 2:0. © dpa
Debakel für den Bundesliga-Dino: Bei Drittligist Karlsruher SC schied der Hamburger SV mit 2:4 aus. © dpa
Mit dem selben Ergebnis, allerdings nach Verlängerung, unterlag Werder Bremen bei Preußen Münster. © dpa

Dass der FC Bayern gegen die „Roten Teufel“, die in der 2. Liga noch unbesiegt sind, stolpert, wagt sich an der Isar aber niemand vorzustellen. Zumal dem FCK in Kapitän Albert Bunjaku (Knie) einer seiner wichtigsten Stützen fehlt. „Kaiserslautern spielt mit großem Einsatz und Leidenschaft Fußball“, hat Heynckes am Freitag vor dem Fernseher beim 3:3 der Pfälzer in Köln beobachtet, das ihn „sehr beeindruckt“ habe. „Wir haben ein großes Stück Arbeit vor uns.“

Lautern reist als krasser Außenseiter und mit großer Demut nach München. Die Devise lautet, sich achtbar zu schlagen. 15 Jahre nach dem letzten Sieg in München - zu Beginn der Meistersaison 1997 unter Otto Rehhagel - wollen die Lauterer keinesfalls als Spielbälle der bayerischen Stars wieder in die so stolze Pfalz heimkehren. „Wir klopfen keine großen Sprüche. Von zehn Spielen gegen die Bayern verlieren wir vielleicht neun“, befand Trainer Franco Foda. Immerhin mit dem kleinen Nachsatz: „Eventuell ist am Mittwoch das eine Spiel.“

7000 Anhänger begleiten den FCK in die ausverkaufte Allianz Arena. Foda war bereits am Wochenende gegen die Werkself da, als Bayerns Serie von saisonübergreifend elf nacheinander gewonnenen Bundesligapartien jäh endete. „Leverkusen hat aus einer kompakten Abwehr heraus gespielt, war meistens mit zehn Mann in der eigenen Hälfte“, berichtete Foda. Eine Marschroute, die er auch seinem Team mitgeben dürfte.

SID/dpa

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