Achtelfinale ist gebucht 

Bayern siegt 5:1 gegen Benfica: Es gibt wieder Küsschen

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Ein Schmatzer für den Torschützen: Franck Ribéry (Mitte) zeigt Arjen Robben (rechts) nach dessen Führungstreffer, wie lieb er ihn hat. Später traf der Franzose selbst. Niklas Süle scheint das zu gefallen. Ihm gelang beim 5:1-Sieg aber kein Treffer. 

Kassel. 5:1 für die Bayern, 2:3 aus Hoffenheimer Sicht. Der Champions-League-Abend aus deutscher Sicht hatte zwei Gesichter. Der Schnellcheck:

"Champions-League-Euphorie oder Katastrophen-Tourismus? Das Stadion ist jedenfalls ausverkauft.“ So begrüßte Kommentator Wolff-Christoph Fuss die Sky-Zuschauer zum Heimspiel des taumelnden FC Bayern München gegen Benfica Lissabon in der Fußball-Königsklasse. Euphorie oder Katastrophe? Das Ergebnis gibt es im Schnellcheck.

Wie präsentierten sich die Bayern denn nach dem Rückschlag vom Wochenende beim 3:3 gegen Düsseldorf?

Auf jeden Fall nicht groß verändert. Trainer Niko Kovac gehen dafür mittlerweile auch die Alternativen aus. Auf der Bank saßen in Jonathan Meier, Meritan Shabani und Woo-Yeong Jeong drei 19 Jahre alte Nachwuchsspieler. Mats Hummels fiel kurzfristig mit Magen-Darm-Grippe aus.

Und was sagte das Internet dazu?

Das Onlineportal „Fums“ reagierte zumindest auf den Hummels-Ausfall mit Häme. „Kein Wunder, dass er ständig krank wird – ihm fehlen schon seit Monaten die Abwehrkräfte“, war dort zu lesen. Böse. Und auch ein bisschen witzig.

Hatten die übriggebliebenen Münchner diese Häme denn verdient?

An diesem Abend nicht. Trainer Niko Kovac hatte vor seinem Schicksalsspiel ja gesagt, das Verhältnis zur Mannschaft sei außergewöhnlich gut. Und seine Spieler legten auf jeden Fall keinen Erich-Ribbeck-Gedächtnis-Auftritt à la EM 2000 hin. Vor allem einer hatte richtig Lust.

Arjen Robben drehte mal wieder die Zeit zurück und zeigte sich spielfreudig wie im besten Fußballer-Alter. Das Ganze sah dann so aus: 13. Minute, der 34-Jährige bekommt den Ball auf der rechten Seite, lässt drei Portugiesen stehen, um dann – natürlich mit dem linken Fuß – in den Winkel abzuschließen. Ein Robben-Tor, wie man es schon etliche Male gesehen hat. Es funktioniert aber immer wieder.

Und der Niederländer wollte mehr. Gleiche Seite, dieses Mal nur ein ausgewackelter Benfica-Verteidiger, Abschluss, 2:0. Statt des linken wählte Robben nur das rechte Toreck (30.). Uli Hoeneß freute es auf der Tribüne. Paul Breitner war nicht zu sehen.

Und dann gab es noch diese Kombination: Ecke Joshua Kimmich, Kopfball Robert Lewandowski, Tor (36.). Ecke Kimmich, Kopfball Lewandowski, Tor (51.). Und für die Torschützen gab’s Küsschen.

Blieben die Bayern dieses Mal auch souverän?

Schon. Aber ganz kurz wurde doch noch mal gezittert. Weil Benfica in der Pause wechselte, den jungen Gedson brachte (19). Und der Portugiese brauchte nur Sekunden, um das 1:3 zu erzielen. Und dann kamen wieder diese Erinnerungen hoch. Gegen Düsseldorf hatten die Münchner im eigenen Stadion ja auch 2:0 und 3:1 geführt. Das Ergebnis ist bekannt. Dieses Mal gab es aber keinen Dodi Lukebakio.

Was machte der zweite deutsche Vertreter an diesem Abend?

Im Einsatz waren ja auch noch die Unentschieden-Könige aus Hoffenheim, ebenfalls zuhause gegen Donezk. Und die spielten? Remis? Nur fast. Wieder einmal ging es bei einem Spiel der TSG in der Königsklasse hoch her.

Denn nach 15 Minuten lagen die Hoffenheimer nach Treffern des brasilianischen Duos Ismaily und Taison bereits 0:2 zurück. Nach 17 Minuten hatte Andrej Kramaric auf 1:2 verkürzt. Und kurz vor der Pause köpfte Steven Zuber den Ausgleich. So blieb es bis zur 93. Minute. Dann war es wiederum Taison, der alle Hoffnungen auf das Achtelfinale zunichte machte.

Zurück nach München: Wieder alles im Griff?

Zumindest für die Fans. Die stimmten Mitte der zweiten Halbzeit den gleichnamigen Mallorca-Hit von Jürgen Drews an. Die Stimmung wurde noch besser, als Franck Ribéry das 5:1 nach toller Kombination über David Alaba erzielte (76.). Nachdem anfängliche Tonprobleme gelöst waren – „Der Lkw ist von der Leitung gefahren, jetzt sind wir klar.“ – bescheinigte auch Fuss den Bayern eine wackelfreie Leistung. Wie sehr Trainer Kovac nun noch wackelt, das werden wohl dennoch erst die kommenden Tage zeigen. Das Achtelfinale in der Königsklasse hat er aber erreicht.

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