München sicher im Achtelfinale

Schnellcheck zum Champions-League-Dienstag: Bayern sind durch, Wölfe voll dabei

Serge Gnabry.
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Erzielte ein Traumtor: Bayern Münchens Serge Gnabry traf wunderschön per Hacke.

Vierter Spieltag der Champions-League-Gruppenphase – erster Teil: Mit dabei zwei deutsche Fußball-Mannschaften, die in der Königsklasse bisher ganz unterschiedliche Ergebnisse ablieferten.

Wie es die Bayern gegen Lissabon und Wolfsburg gegen Salzburg an diesem Abend lösten, verrät der Schnellcheck.

Vorab: Wie sah es auf der Bank der Bayern aus?

Beim Hinspiel vor zwei Wochen fehlte Julian Nagelsmann ja erstmals an der Seitenlinie bei den Bayern. Der Grund: eine Coronainfektion. Und hätte es dieses 0:5 im Pokal gegen Gladbach zwischendurch nicht gegeben – vielleicht hätte auch kaum noch jemand nach Nagelsmann gefragt. Die anderen Ergebnisse ohne den nominellen Coach der Münchner: 4:0 gegen Benfica, 4:0 gegen Hoffenheim, 5:2 gegen Union. Nun war der 34-Jährige aber zurück. Und er bewies: Auch mit ihm können die Bayern noch gewinnen.

Gab es in München etwas Überraschendes?

Es ereignete sich etwas, das so noch nie vorgekommen war. Robert Lewandowski – ja, Sie lesen richtig – hat einen Elfmeter verschossen. Es war sein erst siebter Fehlschuss seiner Profi-Laufbahn – und der erste in der Königsklasse. Es passierte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, weil Lucas Verissimo vorher einen Schuss von Leon Goretzka mit der Hand geblockt hatte.

War dieser Fehlschuss schmerzhaft?

Es war ein sehr schwacher Versuch. Das schon. Allerdings führten die Bayern zur Pause dennoch 2:1. Und natürlich hatte Lewandowski vorher schon getroffen. Nach einer Flanke von Kingsley Coman war der Pole in seinem 100. Champions-League-Spiel per Kopf erfolgreich (26.). Das 2:0 dann ein Tor der Marke: wundersupermegaschön! Lewandowski legte quer, Serge Gnabry vollendete und veredelte per angechipptem Hackenabschluss (32.). Doch nur sechs Minuten später verkürzten die Gäste aus Lissabon durch einen Kopfball des Brasilianers Morato. Es war das erste Königsklassen-Gegentor für die Münchner.

Wurde es noch einmal spannend?

Nein. Die Bayern zauberten. Erst legte Leroy Sané per Direktabnahme das 3:1 nach (49.). Dann war es erneut Lewandowski, der einen traumhaften Angriff per Lupfer zum 4:1 abschloss. Das 4:2 durch Darwin (74.) deckte nur defensive Mängel offen. Den Schlusspunkt setzte? Klar, Lewandowski (84.). 5:2. Achtelfinale gebucht.

Früher am Abend spielte bereits Wolfsburg, wo Neu-Trainer Florian Kohfeldt sein Königsklassen-Debüt feierte. Wie lief’s?

Sehr erfolgreich. Am vergangenen Champions-League-Spieltag glänzte Kohfeldt noch als TV-Experte bei Amazon Prime Video, zwei Wochen später führte er die Wolfsburger zum ersten Königsklassen-Dreier. 2:1 gewannen die Wölfe gegen RB Salzburg, wendeten das vorzeitige Gruppen-Aus ab. Übrigens: Für Kohfeldt war es nicht nur der erste Champions-League-Sieg. Nein, es war seine erste Königsklassen-Partie überhaupt. Traumeinstand perfekt.

Es war auch das Duell der beiden deutschen Nachwuchsstürmer Lukas Nmecha und Karim Adeyemi. Wer hatte die Nase vorn?

Im Sommer schossen sie Deutschland gemeinsam zur U21-Europameisterschaft. Gestern traf nur einer von beiden: Nmecha versenkte den Ball sehenswert zum 2:1-Siegtreffer für die Wölfe (60.). Zuvor fanden ein Schuss von Wolfsburgs Ridle Baku (3.) und ein Freistoß von Salzburgs Maximilian Wöber (30.) den Weg ins Tor. Adeyemi blieb aber keinesfalls blass, vergab für die Salzburger zwei riesige Chancen (2./50.).

Wie war die Übertragung bei den Streamingdiensten?

Die Bayern waren ausschließlich bei Amazon zu sehen. Dort kommentierte Jonas Friedrich und überzeugte sprachlich vollends. Anfangs soll das Bein eines Portugiesen nicht hoch genug für ein hohes Bein gewesen sein. Später verglich er dann Coman und Gegenspieler Alejandro Grimaldo mit Schnellboot und Luftmatratze. Uns hat es gefallen. Fast so gut wie dieses wundersupermegaschöne Tor von Gnabry. (Maximilian Bülau und Pascal Spindler)

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