Nur zwei Minuten Spannung 

Puh, geschafft: Die Bayern sind zum siebten Mal in Folge Meister

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Eine Bierdusche für die Meisterschaft: Münchens Trainer Niko Kovac. 

Es war eine besondere Freude in München zu spüren. Der 5:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison in der Fußball-Bundesliga machte den FC Bayern zum Meister.

Zum siebten Mal in Folge. Da konnte der BVB dann nichts mehr bewirken. Auch wenn die Dortmunder ihre Pflicht taten und 2:0 in Mönchengladbach gewannen. Der Rekordmeister jubelte ausgelassener als zuletzt über einen Titel, der statt Deutscher Meisterschaft auch den Namen Bayerische Herrschaft tragen könnte.

Die Spannung

Auf die hatten sich neutrale Fans gefreut. Endlich mal wieder hatten am letzten Spieltag noch zwei Teams die Chance auf den Titel. Spannung kam aber nur zwei Minuten auf. Die Münchner gingen früh durch Kingsley Coman in Führung (4.). In der 50. Minute glich Sébastien Haller aus. Da war sie kurz, diese Spannung. Dortmund führt. Bayern nur 1:1. Da geht doch was. David Alaba machte alles zunichte (53.).

Die Aufreger

Es hätte aber durchaus noch weniger Spannung geben können. Wenn Schiedsrichter Manuel Gräfe in Mönchengladbach nach Studium der Videobilder auch gesehen hätte, dass der Ball bereits im Aus war und das 1:0 für den BVB durch Jadon Sancho nicht anerkannt hätte.

Oder wenn Schiedsrichter Sascha Stegemann in München in der 26. Minute das 2:0 durch Serge Gnabry nicht aberkannt hätte, weil Robert Lewandowski minimal im Abseits stand. Zwei Millimeter-Entscheidungen, die die Spannung bis zur 53. Minute dann doch noch ein wenig erhielten. Immerhin.

Die Emotionen

Ab der 53. Minute nahmen die Münchner Feierlichkeiten dann aber ihren Lauf. Fünf Minuten später erzielte der selten eingesetzte Renato Sanches, der schon früh für den angeschlagenen Leon Goretzka kam, sein erstes Bundesligator. Der Rest war dann reif für Hollywood.

Ein letztes Mal die Schale in der Hand: (von Links) Arjen Robben, Rafinha und Franck Ribéry werden den FC Bayern verlassen. 

Franck Ribéry kam in der 61. Minute für Coman, Arjen Robben in der 67. für Gnabry. Für beide war es der letzte Pflichtspiel-Auftritt in München, die letzte Partie in der Liga. Ribéry geht nach zwölf, Robben nach zehn Jahren. Und was passiert? Erst narrt der Franzose zwei Frankfurter und chippt wunderschön über Torwart Kevin Trapp zum 4:1 ins Tor. Uli Hoeneß kullern auf der Tribüne die Tränen übers Gesicht. Dann muss der Niederländer nur noch den Fuß hinhalten und macht das 5:1. Hoeneß weint und weint. Einen schöneren Abschied hätte es kaum geben können. Ein würdiges Ende für Robbery.

Tränen blieben bei den Dortmundern aus. Durch den 2:0-Sieg nach einem weiteren Treffer von Marco Reus war die Chance auf eine Sensation zwar gegeben. Mit einer Niederlage der Münchner – die für die Meisterschaft notwendig gewesen wäre – hatte aber wohl ohnehin kaum jemand gerechnet.

Die Reaktionen

In den vergangenen Jahren hatten die Meisterfeiern in der Allianz Arena immer so etwas Gekünsteltes. Jetzt – wo es bis zum letzten Spieltag eng war – war der Jubel viel authentischer. Zur Party in der Kabine ließen die Münchner auch nicht jeden rein – Topmodel Heidi Klum und ihr Freund Tom Kaulitz wurden jedenfalls abgewiesen.

Zweiter: Jadon Sancho und der BVB. 

Als die scheidenden Bayern-Profis Robben, Ribéry und Rafinha gemeinsam die Schale in die Höhe reckten, dürften auch die neutralen Beobachter Gänsehaut bekommen haben. Es passte ins Bild, dass sie die ersten waren, die Niko Kovac Weißbierduschen verpassten.

Über die Zukunft des Trainers war im Vorfeld des letzten Punktspiels viel spekuliert worden. Er selbst geht davon aus, dass er seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 erfüllen wird. Er sagte: „Ich rede mit meinen Chefs. Wenn man redet, hört man schon raus, in welche Richtung es geht.“ Selbst bei einem Pokalsieg über Leipzig am Samstag ab 20 Uhr in Berlin kann er sich seiner Sache aber wohl nicht ganz sicher sein.

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