"Rücktritt hat mich nicht völlig überrascht"

Beben bei der Fifa: Anti-Korruptions-Expertin Schenk äußert sich zu Blatter

Kassel. Mit seinem angekündigten Rücktritt als Präsident des Fußball-Weltverbandes hat Sepp Blatter für ein Beben gesorgt.

Am Tag danach herrschte weiter Rätselraten über die Motive des Schweizers. Über die Folgen sprachen wir mit der aus Nordhessen stammenden Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk.

Frau Schenk, wie überrascht sind Sie von Blatters Schritt?

Sylvia Schenk: Ich hatte schon den Eindruck, dass da noch irgendetwas passiert, dass Blatter überlegt: Wie komme ich jetzt halbwegs vernünftig da raus? Insofern hat’s mich nicht völlig überrascht.

Welche Beweggründe könnten dahinter stecken?

Schenk: An Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen. Er hat sicherlich gemerkt, dass der Gegenwind nicht abnimmt. Und dass es ihm nicht mehr gelingen kann, die Fifa sinnvoll zu führen.

Warum hat er sich dann überhaupt zur Wiederwahl gestellt?

Schenk: Ich habe den Eindruck, dass er noch mal zeigen wollte: Die Fifa will mich weiterhin. Jetzt hat er einen starken, selbstgewählten Abgang, er legt noch mal Vorschläge auf den Tisch - nach dem Motto: Dann wollen wir doch mal gucken, wer die Fifa reformieren will. Er versucht, das Heft des Handelns wieder in den Griff zu bekommen.

Wird denn jetzt alles gut beim Fußball-Weltverband?

Schenk: Zuallererst sind personelle Änderungen notwendig, und die dürfen sich nicht nur auf den Posten des Präsidenten beschränken. Es gibt auch Probleme an der hauptamtlichen Spitze. Die jüngsten Ermittlungen gegen Generalsekretär Jerome Valcke zeigen, wie wichtig ein personeller Neustart ist.

Das komplette Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA am Donnerstag.

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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