Verdienter kann ein Sieg nicht sein

Berauschende Bayern beim 3:1 - Der HNA-Schnellcheck zum DFB-Pokal

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Zwei springen vor Begeisterung, zwei schauen entgeistert zu: Während Xabi Alonso (Nummer 14) und Torschütze Thomas Müller das 3:0 bejubeln, können im Hintergrund die Wolfsburgs Naldo (links) und Dante nicht fassen, was passiert.

Pokalkracher zwischen dem VfL Wolfsburg und München. Richtig krachen ließen es aber nur die Bayern - in einer nahezu perfekten ersten Halbzeit. Der Schnellcheck von Frank Ziemke.

Mehr Pokalkracher geht nicht. Pokalsieger, Meister, Vizemeister, Rekordmeister, Rekordpokalsieger – es traf alles zusammen in diesem Zweitrunden-Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayern München. Am Ende siegte einmal mehr die bayrische Übermannschaft. Die Partie im Schnellcheck:

Die Bayern gegen Wolfsburg – da war doch was? 

Na klar, da war was. Sie erinnern sich. 22. September in München. Neun Minuten. Und fünfmal dieser Name: Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski. Ein Torrekord des Bayern-Torjägers für die Ewigkeit. Eine schmerzhafte Niederlage im Zeitraffer für Wolfsburg. Aber – kurzer Blick in die Vorsaison: Beim Bundesliga-Rückrundenstart demontiert Wolfsburg die Bayern 4:1. Und: Der Pokalsieger hieß nicht Bayern. Sondern Wolfsburg.

Und wie war es diesmal, das Duell zwischen Wölfen und Münchnern? 

Für die Gastgeber gab es den ersten Schock bereits vor dem Anpfiff. Stürmer Max Kruse, zuletzt so etwas wie ein Wolfsburger Mini-Lewandowski, musste passen. Muskelverletzung im Abschlusstraining.

Ob es das war, oder doch die Erinnerung an das 1:5, was den VfL dann vom Anpfiff an lähmte? Oder es war einfach diese überwältigende bayrische Selbstsicherheit? Diese Zielstrebigkeit? Diese Spiel- und Passgenauigkeit? Diese individuelle Klasse? Und, und, und ...

Und diese frühen Tore. 1:0 durch Douglas Costas Schuss wie eine Bogenlampe (15.). 0:2 durch Thomas Müller von rechts ins lange Eck (20.). 0:3, wieder Müller. Wieder von rechts. Aber diesmal volley. Und hallo, dieses Tor muss man genießen, weil es ein Tor war wie auf der Tafel entworfen. Costas öffnender Pass aus der Mitte auf den Flügel. Kingsley Comans Weiterleitung. David Alabas punktgenaue Flanke. Und dann dieser Müller! Volley dran an den Ball und rein in die Maschen. Wahnsinn, diese Bayern.

Und bedauernswert diese Wolfsburger. Sie waren nicht jetzt erst chancenlos. Sie waren von Beginn an chancenlos.

Eine zweite Halbzeit ohne große Bedeutung gab es auch noch. Die Gastgeber schossen jetzt tatsächlich auch mal auf das Tor. Und versöhnliches Ende: André Schürrle machte es wie Müller, traf von rechts ins linke Eck (90.).

War der Sieg der Gäste auch verdient?

Verdienter kann ein Sieg nicht sein. Dominanter kann eine Mannschaft nicht sein. Kompromissloser, schöner, erfolgreicher kann sie kaum spielen als diese Bayern im nahezu perfekten Durchgang eins. Vor dieser Stärke konnte Wolfsburg nur kapitulieren. Das ist das eine. Das andere ist: Wehren darf man sich trotzdem. Der VfL aber war in Ehrfurcht erstarrt. Er bewegte sich erst, als der FC Bayern ihn ließ.

Wie war die Übertragung im TV? 

Wir haben angesichts dieses Krachers erst mal auf Sky-Konferenz verzichtet und in der ARD geschaut. In der 20. Minute stellte Reporter Gerd Gottlob enttäuscht fest: „Ich verstehe nicht, warum Wolfsburg hier ohne jede Traute spielt.“ Es stand 0:2. Wir haben dann wieder Konferenz geschaut. Versprach irgendwie mehr Spannung.

Ach ja, was war eigentlich mit Robert Lewandowski? 

Spielte von Beginn mit. Wirklich. Auch wenn es zur Pause 3:0 stand und auf der Anzeigetafel ein Name fehlte: Lewandowski. Sorgte aber für den einzigen Aufreger, als er beim 2:0 VfL-Torhüter Diego Benaglio vermeintlich im passiven Abseits irritierte.

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