Von Berbatow bis Thurk: Transferfenster öffnet

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Werden groß gehandelt: Dimitar Berbatov und Michael Thurk.

Berlin - Alle Jahre wieder dürfen die Manager noch einmal nachbessern und wildern. Doch anders als sonst, wollen viele Bundesligisten eher Spieler abgeben als holen. Nicht alle Vereine werden tätig.

Hektische Betriebsamkeit wird auf der Bundesliga-Spielerbörse diesmal nicht ausbrechen. Wenn sich am 1. Januar das Transferfenster öffnet und für einen Monat Personalrochaden der deutschen Spitzenclubs zulässt, wird eher verscherbelt als geshoppt. Fast alle Vereine wollen ihre Kosten reduzieren und den einen oder anderen überflüssig gewordenen Fußball-Profi von der Gehaltsliste streichen. Finanziell aufwendige Einkaufstouren plant höchstens der kriselnde VfL Wolfsburg. Beim Wintermeister aus München beobachtet man den Spielerbasar gelassen.

“Wir haben einen klaren Beschluss gefällt: An dem Kader wird nichts verändert. Es wird keiner gehen und keiner kommen“, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Derlei Zurückhaltung können sich aber nur die wenigsten der 18 Bundesliga-Vereine leisten. Schalke, Freiburg und Wolfsburg möchten Spieler loswerden; Kaderauffrischungen größerer Natur plant Felix Magath beim VfL.

Die besten Sprüche der Hinrunde 2011/2012

"Wir haben ihm alle die Hände geschüttelt. Bremen ist doch ein sparsamer Verein.“ (Bremens Klub-Chef Klaus Allofs auf die Frage, ob Torjäger Claudio Pizarro ein Geschenk für seinen 150. Bundesliga-Treffer erhalten wird). © dpa
"Er sieht sehr gut aus. Da ist ein Kuss nicht so schlecht.“ (Sportdirektor Frank Arnesen vom Hamburger SV. Der neue HSV-Trainer Thorsten Fink war Arnesen nach dem Ausgleich gegen den VfL Wolfsburg stürmisch um den Hals gefallen). © dpa
"Ich habe vorher gesagt, wenn ich heute kein Tor mache, nehm ich mir ein Taxi und komme nie wieder zurück.“ (Abwehrspieler Khalid Boulahrouz vom VfB Stuttgart (re.), der beim 2:0 beim 1. FC Kaiserslautern erstmals seit sechseinhalb Jahren ein Bundesliga-Tor erzielte). © dpa
"Dietmar Hopp, du Sohn einer Hupe!“ (Spruchband der Dortmunder Fans in Richtung des Hoffenheimer Mäzens nach der Akustik-Affäre) © dapd
"Gegen mangelnde Fußballkompetenz hilft auch keine Hochfrequenz. „ (Spruchband der Augsburger Fans nach der Akustik-Affäre in Hoffenheim). © dapd
"Wenn einer schon flitzt, dann soll er auch etws bieten. Das hat er getan.“ (Bayern-Stürmer Mario Gomez über den nackten Flitzer, der in der Schlussphase des Spiels in Augsburg auf dem Rasen Flickflacks schlug). © dpa
"Die deutschen Journalisten nerven mich schon mit den Fragen, und jetzt kommen die italienischen auch noch.“ (Mario Gomez nach dem 4:0-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg auf die Frage eines italienischen Reporters, ob er Gerd Müllers Bundesliga-Torrekord knacken könne). © doa
"Ich dachte, wir reden über Fußball.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor dem Bundesliga-Auftaktspiel Dortmund gegen Hamburg, als das Thema Frauen-WM zur Sprache kam). © dpa
"Er hat seinen Job gemacht. Eine Million hat er jetzt abbezahlt. „ (Präsident Uli Hoeneß von Bayern München über Manuel Neuer, der dem Rekordmeister mit einer starken Parade den 2:1-Sieg beim FC Augsburg rettete). © dpa
"Einen Haftbefehl zu erlassen gegen einen jungen Mann, der am Boden ist, der völlig fertig ist! Mit der albernen Begründung einer Verdunklungsgefahr - der kann gar kein Deutsch. So etwas Unglaubliches habe ich schon lange nicht mehr gehört.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß über die U-Haft für Bayern-Profi Breno). © dpa
"Normalerweise sagt man ja, die Holländer haben einen Riecher für Käse - er hat einen für Tore. Er ist ein Phänomen.“ (Lewis Holtby nach dem 4:0 von Schalke 04 gegen Nürnberg über Torjäger Klaas-Jan Huntelaar). © dapd
"Wer den Charakter der Mannschaft infrage gestellt hat, der hat nicht alle Latten auf dem Zaun.“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach der 5:0-Gala des deutschen Meisters gegen den 1. FC Köln mit Blick auf die Kritik nach dem 1:3 in der Champions League bei Piräus). © dpa
"Ribery ist ein einziger Muskel.“ (Christian Lell von Hertha BSC Berlin im ZDF-Sportstudio über seinen Münchner Gegenspieler Franck Ribery). © dpa
"Wie es jetzt weitergehen soll? Es geht immer weiter. Sollen wir jetzt den 1. FC Köln aus der Bundesliga abmelden?“ (Lukas Podolski nach dem 0:3 des 1. FC Köln bei Hertha BSC). © dpa
"Barca hat Messi, Bayern hat Schweini, wir haben Poldi“ (Kölns Torhüter Michael Rensing nach dem 2:2 beim VfB Stuttgart über den Wert von Nationalspieler Lukas Podolski, dem ein Doppelpack gelang). © dapd
„Es war ein sehr intensives Spiel. Aber ein Mann konnte in diesem intensiven Spiel nicht mitlaufen: Das war der Schiedsrichter. „ (Kölns Trainer St†le Solbakken bei Sky nach dem 2:3 bei Werder Bremen über Schiedsrichter Michael Weiner). © dapd
"Das war kein Spiel für Trainer mit Herzschrittmacher.“ (Kölns Chefcoach St†le Solbakken, der einen Herzschrittmacher trägt, nach dem 4:3-Erfolg beim Hamburger SV). © dpa
"Wenn Lukas gehen sollte, kann er sicher zu einem besseren Verein gehen als zu Schalke.“ (Trainer Stale Solbakken vom 1. FC Köln zum Interesse von Schalke 04 an Lukas Podolski). © dapd
"Ja, um 10, 12, 15 und 17 Uhr.“ (Trainer Stale Solbakken nach der 1:5-Niederlage des 1. FC Köln bei Schalke 04 auf die Frage, ob er am Sonntag trainieren lassen wird) © dapd
"Der Platz war so wie unsere zweite Halbzeit. Da flogen Stücke raus, die waren so groß wie Australien.“ (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski nach dem 1:2 gegen Werder Bremen) © dapd
"Er ist halt sehr groß und nimmt viel Platz weg im Tor. Insofern hat er 'ne hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn anschießen! (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski über seinen Torwart Tom Starke, der einen Elfmeter vom Augsburger Sascha Mölders parierte). © dpa
"Mit unserer Leistung ist es wie mit den Lottozahlen - sie ist immer wieder neu.“ (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski nach der Niederlage gegen Kaiserslautern). © dapd
"Ich habe eine Frau und zwei Kinder - das weiß ich noch.“ (Kapitän Christian Tiffert vom 1. FC Kaiserslautern nach dem 1:1 beim Hamburger SV zu seinem Befinden nach einem Check von HSV-Profi Slobodan Rajkovic). © dpa
"Ich habe keine Lust mehr, über das gute Spiel meiner Mannschaft zu reden. Seit neun Wochen geht das so. Wir sollten mal anfangen zu gewinnen und uns zu belohnen. (Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:3 gegen Bremen). © dpa
„Wir haben uns eben entschieden, den Verein nicht aufzulösen, obwohl wir Unentschieden gespielt haben“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:1 im Spitzenspiel in Mönchengladbach). © dpa

“Magath hat ja gesagt, dass er sich Verstärkungen wünscht. An uns soll es nicht liegen. Wir sind vorbereitet“, sagte Volkswagen- Vorstandchef Martin Winterkorn über den Trainermanager des Hinrunden-Zwölften. “In der Rückrunde werden wir eine bessere Punkteausbeute haben, eine bessere Mannschaft, stabilere Leistungen - und es wird in der Tabelle weit nach oben gehen“, verspricht Magath selber. Dazu soll auch der tschechische Nationalspieler Petr Jiracek beitragen, der vom tschechischen Meister Viktoria Pilsen zum VfL kommt. Weitere Neue hat Transfermeister Magath eingeplant, ein halbes Dutzend Profis gehen, darunter Patrick Helmes oder Sotirios Kyrgiakos.

Den möglicherweise größten Transfercoup könnte Helmes' früherer Club Bayer Leverkusen landen - auch wenn Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die jüngsten Gerüchte über eine Rückkehr von Dimitar Berbatow von Manchester United zu seinem Ex-Club als “reine Spekulation“ bezeichnet. Bayer würde jedoch eine Personalauffrischung im Angriff nach der durchwachsenen Vorrunde gut tun. Zumal neben Hanno Balitsch weitere Profis vor dem Abschied stehen.

Diese Neuzugänge würden in Felix Magaths Profil passen

Felix Magath neigt dazu, sehr viele Spieler zu holen. Seine Transfers sind überraschend und seine Neuzugänge meist routiniert. Wir zeigen, wer in sein Profil passen könnte. © AP
Tomas Rosicky (Arsenal London) © Getty
Michael Ballack (Bayer Leverkusen) © Getty
Jens Lehmann (Karriereende) © Getty
Fabian Ernst (Besiktas) © Getty
Manuel Friedrich (Bayer Leverkusen) © Getty
Vahid Hashemian (Persepolis) © Getty
Lincoln (Avaí Futebol) © Getty
Zvjezdan Misimovic (Dinamo Moskau) © Getty
Zé Roberto (Al Gharafa) © Getty
Ali Karimi (Persepolis) © Getty
Tim Borowski (Werder Bremen) © Getty
Jari Litmanen (Helsinki) © Getty
Frank Fahrenhorst (FC Schalke 04 II) © Getty
Yıldıray Baştürk (Karriereende) © Getty
Alexander Zickler (Karriereende) © Getty
Carsten Jancker (Karriereende) © Getty
Samuel Kuffour (Karriereende) © Getty
Ronaldo (Karriereende) © Getty
Torsten Frings (Toronto FC) © dpa
David Beckham (L.A. Galaxy) © AP
David Jarolim (Hamburger SV) © Getty

Auch beim abstiegsgefährdeten SC Freiburg sollen sechs Spieler gehen, unter ihnen Kapitän Heiko Butscher oder Felix Bastians. Die meisten Spieler will der FC Schalke 04 loswerden, der noch immer unter der Einkaufspolitik von Ex-Coach Magath leidet. Neuer Träger eines königsblauen Trikots wird in der Rückrunde Chinedu Obasi, der vom Ligakonkurrenten Hoffenheim ausgeliehen wird.

Beim Hamburger SV scheint der langjährige Kapitän David Jarolim keine allzu rosigen Zukunftsaussichten mehr zu haben. “Wenn er gehen will, legen wir ihm keine Steine in den Weg“, sagte HSV-Sportchef Frank Arnesen. Der Däne deutete zugleich an, dass er den HSV-Kader möglicherweise vor der Rückrunde doch noch ergänzen will. “Es kann sein, dass wir genau einen Spieler verpflichten“, betonte Arnesen.

Loswerden will Aufsteiger Augsburg den in Ungnade gefallenen Angreifer Michael Thurk, für den es aber bislang keine adäquaten Angebote gibt. Angesichts der sportlich prekären Lage schloss der scheidende Manager Andreas Rettig Wintertransfers beim Tabellenvorletzten nicht aus. “Wirtschaftlich sind wir so aufgestellt, dass wir Handlungsspielraum haben“, sagte Rettig.

Das sieht bei Mit-Aufsteiger Hertha BSC anders aus. Der neue Trainer Michael Skibbe muss wohl mit dem kickenden Personal vorlieb nehmen, das er bei seinem Dienstbeginn in der Hauptstadt begrüßen wird. Der Babbel-Nachfolger akzeptiert angesichts von knapp 35 Millionen Euro Vereinsverbindlichkeiten den Sparzwang. Spekuliert wird in Berlin dennoch über die Namen Butscher und Bastians.

dpa

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