Oberschenkelzerrung

Neues Problem für Löw: WM-Aus für Lars Bender

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Lars Bender (l.) wird die Reise nach Brasilien nicht antreten können.

St. Leonhard - Gemeinsam wollten sie das Abenteuer Brasilien angehen, nun sind beide draußen. Lars Bender folgt seinem Zwillingsbruder Sven in den Krankenstand. Bundestrainer Löw wird der Allrounder Lars fehlen.

Es ist nicht der Sommer der Bender-Zwillinge. Nach dem Dortmunder Sven musste noch auch Bruder Lars den WM-Traum aufgeben. „Für Lars tut es mir persönlich sehr leid, ich weiß, er wollte in Brasilien unbedingt dabei sein“, erklärte Bundestrainer Joachim Löw noch leicht geschockt von der Nachricht der Mediziner.

Bender "maßlos enttäuscht"

Eine „kombinierte Muskel-Sehnen-Verletzung im oberen Bizepsanteil des rechten Oberschenkels“ - so das medizinische Bulletin - stoppte im Trainingscamp der deutschen Fußball-Nationalmannschaft abrupt jede weitere sportliche Betätigung des Leverkuseners in den nächsten Wochen. „Natürlich war er maßlos enttäuscht“, berichtete DFB-Sprecher Jens Grittner über die Reaktion von Lars Bender. "Ich will jetzt erst mal meine Ruhe haben und das Ganze verdauen", sagte der 17-malige Nationalspieler dem Kölner Express.

Nach einem Zweikampf in einer geheimen Übungseinheit im Passeiertal war Schluss für den Mittelfeldkämpfer von Bayer 04. Eine sofortige Kernspinuntersuchung in einem Südtiroler Krankenhaus, über die der DFB erst am Freitag informierte, ergab: „Eine Fortsetzung der WM-Vorbereitung ist ausgeschlossen. Das stand schon nach der ersten Diagnose klar fest“, berichtete der Verband. Sven Bender hatte schon vor Wochen nach einer Schambeinentzündung seine vagen WM-Hoffnungen aufgeben müssen.

Den Wunsch eines gemeinsamen Länderspiels von Beginn an hatten sich die Benders im Mai vergangenen Jahres in Washington beim 3:4 gegen die USA erfüllt. Den ersten gemeinsamen WM-Auftritt kann es nun erst 2018 in Russland geben, für die 25 Jahre alten Zwillinge ein durchaus realistisches Ziel. Trösten kann sie diese Aussicht derzeit nicht: „Wenn so kurz vor einem Turnier ein Spieler verletzungsbedingt ausfällt, dann ist das für alle enttäuschend“, betonte auch Löw.

Weitere Untersuchungen folgen

Als Kinder hatten die Benders beim TSV Brannenburg in Oberbayern mit Fußball begonnen, kamen dann über die SpVgg Unterhaching zu 1860 München. Lars und Sven wurden 2006 mit den Löwen deutscher B-Jugend-Meister. Drei Jahre später trennten sich erstmals ihre Wege: Lars stieg bei Bayer Leverkusen zum Nationalspieler auf, Sven bei Borussia Dortmund. „Sportlich und charakterlich ist er ein absolutes Vorbild“, sagte Löw über Lars Bender. Für Sven gilt das genauso.

Schon vor zwei Jahren waren die Zwillinge auf dem Weg zu einem gemeinsamen Turnierstart. Doch Sven wurde nach dem Kader-Casting für die EM 2012 aussortiert; Lars durfte mit nach Polen und in die Ukraine. Dass der Leverkusener gleich mehrere defensive Positionen ausfüllen kann, macht den WM-Ausfall für Löw besonders bitter. Als Rechtsverteidiger kam er bei der EURO vor zwei Jahren zum Zug, markierte im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark den 2:1-Siegtreffer.

Das Verletzungspech hatte für Lars Bender schon beim Bundesliga-Finale von Leverkusen gegen Werder Bremen (2:1) begonnen, als er in der 45. Minute nach einem Pferdekuss vom Platz musste. Zwar wurde nur eine Oberschenkelprellung diagnostiziert, beim jüngsten Länderspiele gegen Polen (0:0) aber saß er nur auf der Tribüne. Das erste Balltraining in Südtirol hatte Lars Bender noch ohne Probleme absolviert, das zweite nicht mehr. Die neue Verletzung habe nichts mit der alten zu tun, versicherte der DFB. Lars Bender machte sich umgehend auf den Heimweg, weitere Untersuchungen sollen folgen.

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro, das offiziell Estádio Jornalista Mário Filho heißt, wurde für die WM 1950 gebaut. Es wurde für die WM 2014 komplett erneuert und bietet Platz für 73.531 Zuschauer. © dpa
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Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro hat für die WM 2014 ein neues Dach bekommen. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte wurde im Dezember 1965 eingeweiht und für die WM 2014 komplett umgebaut. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte fasst über 62.000 Zuschauer. © dpa
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Das fast gänzlich erneuerte Estádio Nacional in Brasília ist das zweitgrößte Stadion der WM 2014. © dpa
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Die Arena Pantanal in Cuiabá wurde eigens für die WM 2014 konstruiert und hat ein Fassungsvermögen von 42.968 Zuschauern. © dpa
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Die Arena da Baixada in Curitiba gilt seit der Neueinweihung 1999 als eines der modernsten und technisch fortschrittlichsten Stadien Brasiliens. Derzeit ist das Gebäude wieder im Umbau, die Zuschauerkapazität wird auf 40.000 erhöht. © dpa
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Das Estádio Castelão in Fortaleza wurde 1973 erbaut und nun komplett umgebaut. Jetzt bietet es Platz für fast 65.000 Zuschauer. © dpa
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Im Estádio Castelão in Fortaleza sind sämtliche Sitze durch eine Überdachung geschützt. © dpa
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Dach und Fassade der Arena Amazônia in Manaus sind einem für die Region typischen Strohkorb nachempfunden. © dpa
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In der Arena Amazônia in Manaus wird Regenwasser zur späteren Verwendung in den Toiletten oder zur Bewässerung des Rasens aufgefangen. © dpa
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Das Estádio das Dunas in Natal musste groß und modern werden, um sich als einer der zwölf Spielorte für die WM 2014 in Brasilien durchzusetzen. Dafür wurde das alte Stadion abgerissen. © dpa
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Die Wellenform der Konstruktion des Estádio das Dunas in Natal soll an Sanddünen erinnern. © dpa
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Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre steht am Ufer des Rio Guaíba. Fünf Spiele der WM 2014 in Brasilien sollen hier stattfinden, unter anderem ein Viertelfinale. © dpa
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Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre ist auch ein beliebtes Postkartenmotiv. © dpa
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Die Arena Pernambuco in Recife wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert. Sie bietet Platz für insgesamt 42.849 Zuschauer. © dpa
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Die Arena Pernambuco in Recife befindet sich im Vorort São Lourenço da Mata. © dpa
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Die Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia, der ersten Hauptstadt Brasiliens, bietet Platz für 48.747 Zuschauer. © dpa
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Für den Neubau der Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia musste das alte Estádio Fonte Nova (offiziell Estádio Octávio Mangabeira) weichen. © dpa
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Die Arena de São Paulo in São Paulo wird gerade gebaut. Sie wurde für das Eröffnungsspiel der WM 2014 in Brasilien ausgewählt. © dpa

dpa

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