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Schnellcheck zur Bundesliga: Von Blitzstartern, wilden Vögeln, galligen Brasilianern und Pechvögeln

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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Lukas Nmecha (Mitte) sowie Mattias Svanberg, Sebastian Bornauw, Yannick Gerhardt und Jerome Roussillon (von links).
Nur der Schütze jubelt nicht: Wolfsburg Lukas Nmecha wird nach dem Tor zum 2:0 gegen Dortmund von Mattias Svanberg, Sebastian Bornauw, Yannick Gerhardt und Jerome Roussillon (von links) umringt. © Imago/Eibner/Memmler

Die Fußball-Bundesliga steuert in Windeseile auf die Winterpause zu. Das soll aber keine vorweihnachtlichen Gefühle wecken. Zwischen Winterpause und Weihnachten liegt halt die Winterwunder-Weltmeisterschaft.

Der Auftakt in die letzte Englischen Woche des Jahres hatte einiges zu bieten. Vogelwilde Duelle. Blitzstarter. Überraschendes dazu. Details verrät der Schnellcheck.

Erste Frage also gleich ein Blitzstart: Wer startete denn wie der Blitz?

Irgendwie (fast) alle. Machen wir es der Reihe nach. Im ersten Spiel des Tages trifft Wolfsburg gegen Dortmund in der 6. Minute. Innenverteidiger Micky van de Ven verwertet eine Ecke am hinteren Pfosten. Danach entwickelt sich ein offensives, vogelwildes Duell. Das hatte auf die wilden Vögel in den drei Abendspielen offenbar ansteckende Wirkung. Denn: Stuttgart gegen Hertha – Serhou Guirassy erläuft schon in der 3. Minute einen Steilpass und netzt ein. Bayern gegen Bremen – einmal mehr trifft Jamal Musiala (6.) zur schnellen Führung des Spitzenreiters. Und Bochum gegen Gladbach? Da läuft Christopher Antwi-Adjei in der 7. Minute allein auf das Tor der Gäste zu und trifft. Aus dem Abseits? Der Videobeweis sagt „Nein“. Weil auch Hertha und Bremen schnell zuschlagen, heißt es bald: Nur die Borussias treffen nicht.

Damit zum Spitzenreiter. Wie ging es weiter in München?

Wunderbar. Aber für Werder. Die Jungs von der Weser zaubern einen Angriff wie ein Gemälde auf den Platz. Über mehrere Stationen läuft der Ball wie an einer Schnur gezogen bis in den Bayern-Strafraum, wo Anthony Jung den Traum-Angriff mit dem Ausgleich veredelt. Als Eric Maxim Choupo-Moting kurz darauf mit einem Elfmeter an Jiri Pavlenka scheitert (17.), fragt sich mancher: Da wird doch nicht ...?

Da wird doch nicht?

Nein, da wird nicht. Die Bayern sind nun richtig angestachelt und fegen über die Bremer hinweg wie ein Herbststurm über die Nordsee. In der 28. Minute steht es 4:1. Nationalspieler Serge Gnabry trifft doppelt in der 22. und 28. Minute. Dazwischen machte es Leon Goretzka akrobatisch, als er, von Pavlenka fast zu Fall gebracht, den Ball im Straucheln über die Linie befördert (26.). Das Spiel ist damit praktisch entschieden. Nach dem Wechsel wird es für Bremen noch bitterer. Gnabry zum Dritten (82.) und der eingewechselte Mathys Tel (84.) erhöhen noch auf 6:1.

Und wie wurde es in Wolfsburg?

Da wurde es die Überraschung. Und das, obwohl man den Dortmundern keinen großen Vorwurf machen konnte. Wenn, dann den: Sie nutzten ihre Chancen nicht. Denn es wurde dieses vogelwilde, sehenswerte Spiel mit hohem Tempo, packenden Strafraumszenen und energisch zupackenden Torhütern. Wolfsburgs Koen Casteels und Dortmunds Gregor Kobel verhinderten mit zahlreichen Paraden, dass dieses Spiel bedeutend torreicher wurde. Donyell Malen und Julian Brandt verpassen den schnellen Ausgleich. Niklas Süle trifft kurz vor der Pause den Pfosten. Aber auch die Gastgeber haben, etwa zweimal durch Omar Marmoush, Chancen, die Führung auszubauen. Das erledigt der eingewechselte Lukas Nmecha erst in der Nachspielzeit. Wolfsburg baut damit seine Serie auf sieben Spiele ohne Niederlage aus. Eine andere Serie endet: Dortmund hatte seit 2015 nicht in Wolfsburg verloren – verliert aber etwas den Kontakt zur Spitze.

Ab nach unten: Gab es auch Abstiegskampf?

Es gab sogar ein richtiges Kellerduell, Hertha war als Viertletzter beim Drittletzten Stuttgart zu Gast. Und der Vorletzte war auch gefordert, Bochum empfing die Borussia aus Mönchengladbach. Zuhause hatte der VfL ja schon ein paar Punkte geholt. Besser gesagt: alle sieben.

Zeigte Bochum seine Heimqualität?

Absolut. Und da sind wir wieder beim Blitzstart. Und beim erwähnten Antwi-Adjei, der vor Jan Olschowsky cool blieb. Moment: Sie fragen sich, wer dieser Olschowsky ist? Der konnte bei seinem Bundesliga-Debüt rein gar nichts für dieses 0:1 aus Sicht der Borussia. Nach Yann Sommer hatte sich auch noch Tobias Sippel verletzt, was Gladbachs dritten Keeper ins Tor spülte. Allerdings sah der beim 0:2 vier Minuten später gar nicht gut aus. Mit einem schwierigen Anspiel brachte der 20-Jährige Nico Elvedi in Bedrängnis, der versuchte unter Druck, wieder zurückzugeben. Doch der Pass landete bei Philipp Hofmann, 0:2. Ein richtiger Pechvogel, dieser Olschowsky.

Gab es auch zwischen Stuttgart und der Hertha einen Pechvogel?

Eine ganze Mannschaft von Pechvögeln gab es. Denn – Stichwort Blitzstart: Stuttgart ging bereits in der dritten Minute durch Guirassy in Führung, dabei hatten die Berliner bereits nach Sekunden eine erste gefährliche Situation heraufbeschworen. Weniger unglücklich dürften die Herthaner über den Ausgleich von Dodi Lukebakio gewesen sein, der nach einer tollen Flanke von Jonjoe Kenny den Ausgleich erzielte (19.). In jedem Abendspiel waren zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Treffer gefallen.

Wer war denn am Ende glücklich zwischen all diesen Pechvögeln?

Gladbach hatte noch die Chance, aus den Bochumern die Pechvögel zu machen. Doch es reichte nur noch zum Anschlusstreffer von Alassane Plea (62.). Und so waren am Ende die Bochumer und Stuttgarter die Glücklichen. Denn der VfB machte ganz spät noch das 2:1 durch Konstantinos Mavropanos (90.+8) gegen Berlin.

Und wie war die Übertragung im TV?

Wir hatten in der Konferenz alles im Blick. Und lauschten Markus Götz, der für Sky die Partie zwischen Bochum und Gladbach betreute. Götz sprach erst von zaubernden Bochumern. Was klar sei, denn sie hätten ja auch den Brasilianer Danilo Soares dabei. Kurz danach war dann aber von galligen Bochumern die Rede. Was zum Klub aus dem Ruhrpott dann auch irgendwie besser passt. Wir hätten noch die blitzstartenden Bochumer im Angebot. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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