"Tribüne voll mit Scouts"

HSV-Stürmer Wood begeistert und weckt Begehrlichkeiten

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Bobby Wood kam vor der Saison von Union Berlin zum HSV.

Hamburg - Bobby Wood wird für den HSV im Abstiegskampf immer wertvoller. Der US-Amerikaner weckt inzwischen auch Begehrlichkeiten anderer Klubs.

Bobby Wood weckt Begehrlichkeiten - bei Top-Klubs aus dem Ausland genauso wie bei Balljungen aus Hamburg. Der HSV-Angreifer überließ nach dem so wichtigen 2:1 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach sein Trikot in den Katakomben einem kleinen Fan, der Knirps machte große Augen, stopfte sich das Hemd unter die Jacke und rannte davon. Er wollte wohl seinen neuen Schatz schnell in Sicherheit bringen.

Fast schien es so, als wäre Wood der neue Rummel um seine Person etwas unangenehm. "Jeder Spieler macht es gerade richtig gut, und es macht Spaß, mit allen zusammenzuspielen", sagte der 24-Jährige nach seiner starken Vorstellung und seinem bemerkenswerten Siegtreffer (80.): "Ich fühle mich gut, spüre das Vertrauen der ganzen Mannschaft."

Big Bobby, wie ihn die Bild-Zeitung am Montag nannte, machte sich hinterher ganz klein. Dabei zeigte der US-Amerikaner einen wirklich großen Auftritt. Vor seinem entscheidenden Tor lag er nach einem vermeintlichen Foul schon am Boden, er lamentierte, rappelte sich aber schnell auf, als er merkte, dass der Ball wieder zu ihm kommen würde. Die Hereingabe von Filip Kostic legte er sich seelenruhig zurecht, ließ Jannik Vestergaard ins Leere grätschen und verwandelte eiskalt zum umjubelten Sieg gegen die bis dahin beste Rückrundenmannschaft der Liga. Einen Pierre-Michel Lasogga, Relegations-Held von einst, hat er längst vergessen lassen.

"Das war Instinkt", sagte Wood nach seinem fünften Saisontor: "Genau in dem Moment, als ich aufgestanden bin, kam der Ball zu mir, und dann hatte ich das Gefühl, dass die anderen Spieler reingrätschen, sodass ich noch den Haken gemacht habe."

Und so feierte der HSV den fünften Sieg in den letzten sieben Heimspielen, mit nun 13 Punkten in der Rückrunde holte das Team von Markus Gisdol so viele Zähler wie in der gesamten Hinserie - bleibt aber punktgleich mit Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg auf dem Relegationsrang hängen. "Ruhig bleiben, demütig sein. Dann schaffen wir es und holen die nötigen Punkte", sagte Gisdol über seinen Plan im Endspurt im Abstiegskampf.

Und vorne soll es Wood richten. Bei den Fans ist der Surfer-Boy aus Honolulu längst der neue Liebling. Im Internet ist ein Bild, auf dem die HSV-Anhänger den berühmten Hollywood-Schriftzug in "Bobbywood" umtauften, ein viraler Hit. Und auch zahlungskräftige Top-Klubs aus der englischen Premier League sollen auf Wood, den der HSV im Sommer für 3,5 Millionen Euro von Union Berlin aus der 2. Liga holte, aufmerksam geworden sein. "Wir haben die Tribüne voll mit Scouts", sagte Sportchef Jens Todt.

Der Vertrag des US-Boys an der Elbe läuft noch bis 2020, und es ist klar, dass die Hamburger ihren Wood unbedingt behalten wollen. "Granatenhaft" nannte Dennis Diekmeier dessen Auftritt gegen die Borussia, "krass" lobte Kapitän Gotoku Sakai, und Lewis Holtby meinte: "Brutal."

SID

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