BVB trotzt Strafe

Party ohne Südtribüne - Watzke: „Eine Zäsur

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Die „Süd“ blieb leer.

Dortmund - Der BVB hat in beeindruckender Manier auf die vom DFB angeordnete Sperrung der Südtribüne reagiert. Beim 3:0 über den VfL Wolfsburg spielte das Tuchel-Team phasenweise groß auf. Der Ärger über die Kollektivstrafe für die Fans war so erträglicher.

Die Gelbe Wand blieb erstmals grau. Doch auch ohne die knapp 25 000 Fans von der gesperrten Südtribüne herrschte prächtige Stimmung. Berauscht von der Gala ihrer Mannschaft beim 3:0 (1:0) über den VfL Wolfsburg trotzten die Dortmunder Anhänger der DFB-Strafe und feierten das Team kurz vor dem Abpfiff mit einer minutenlangen La Ola. „Der Funke ist übergesprungen. Alle haben sich ins Zeug gelegt, um die bestmögliche Stimmung zu schaffen“, schwärmte Thomas Tuchel. Zur Erleichterung des BVB-Trainers blieb das harte Urteil ohne negative sportliche Folgen: „Die Mannschaft hat sich nicht davon beeindrucken lassen.“

Der Schulterschluss zwischen Team und Fans war auch noch Minuten nach dem Spiel spürbar. Länger als gewöhnlich verweilten die Profis auf dem Rasen und bedankten sich vor jeder Tribüne für die lautstarke Unterstützung. Gleichwohl beschlich Tuchel auch beim letzten Blick auf das verwaiste Dortmunder Fußball-Monument ein „komisches Gefühl“: „Wir wünschen uns, das nicht nochmal erleben zu müssen. Ich freue mich, wenn die Süd beim nächsten Mal wieder rappelvoll ist.“

Ähnlich erging es Hans-Joachim Watzke. Bei aller Freude über den famosen Sieg wirkte auch der BVB-Geschäftsführer nicht wirklich unbeschwert. „Das sind schreckliche Bilder, das ist eine tiefe Zäsur“, klagte er, „der BVB ohne Südtribüne ist wie Fußball ohne Ball.“

Nicht nur die Aufforderung von Stadionsprecher Norbert Dickel an die Zuschauer, die Mannschaft aufgrund der besonderen Situation diesmal besonders zu unterstützen, zeigte Wirkung. Auch der couragierte Auftritt des Teams trug dazu bei, dass der Support diesmal von allen Stadionseiten kam.

Das machte es den Profis leichter, die Niederlagen gegen Darmstadt (1:2) und Lissabon (0:1) vergessen zu machen. Jeffrey Bruma (20./Eigentor), Lukasz Piszczek (48.) und Ousmane Dembélé (59.) sorgten vor 56 906 Zuschauern für den verdienten Sieg des Revierclubs. „Das war extrem wichtig für uns, diese Reaktion auf die letzten beiden Spiele zu zeigen“, sagte Abwehrspieler Piszczek.

Der polnische Nationalspieler trug in tragender Rolle zu dieser Trendwende bei. Das 2:0 erzielte er selbst, die beiden anderen Treffer bereitete er vor. Der starke Auftritt des Routiniers beim 31. Heimspiel des BVB ohne Niederlage in Serie veranlasste Fußball-Lehrer Tuchel zu einem Sonderlob: „Es ist ein großes Geschenk, Lukasz in unserem Team zu haben. Er ist ein Vorbild und verkörpert all das, was für den BVB stehen soll.“

Erstmals seit dem 11. Spieltag Mitte November rangiert der BVB wieder auf dem dritten Platz und damit dort, wo er auch am Saisonende mindestens stehen will. „Wir haben jetzt einen konstanten Fuß in der Tür, können aber noch mehr“, kommentierte Tuchel. Sieht man vom peinlichen 1:2 in Darmstadt ab, wähnt der Coach sein Team auf gutem Weg zu mehr Konstanz: „Wir freuen uns jetzt auf eine Woche Pause. Wir brauchen das, um dann in den nächsten Fünferblock mit Spielen in der Bundesliga, im Pokal und in der Champions League zu gehen.“

dpa

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