Nachspiel für Wormser Spieler Ideal Iberdemaj

Brutale Szene im Fußball: Ein Kung-Fu-Foul und seine Geschichte

Worms. Ein böses Foul eines Berliner Fußballers gegen einen Offenbacher Fußballer hat nun Folgen – und zwar für einen Wormser Fußballer. Geht nicht? Geht doch! Was ist denn da los?

Die Geschichte geht so: Bei einem Freundschaftsspiel des Nordost-Regionalligisten Viktoria Berlin gegen den Südwest-Regionalligisten Kickers Offenbach (2:2) am vergangenen Freitag im türkischen Side kam es kurz vor Schluss zu einer brutalen Szene: Der Berliner Stephan Brehmer trat dem Offenbacher Robin Scheu im Stile eines Kung-Fu-Kämpfers in den Bauch. Rote Karte, Rudelbildung. So weit, so unschön.

Das Foul machte im Internet die Runde, der Kommentar vom Fanradio bei „Kickers TV“ gibt dem Video noch eine zusätzliche Würze. Der Offenbacher Reporter echauffiert sich und klagt über die Berliner: „Was sind denn das für Holzköpfe?“

Dieses Video, das sich über das soziale Netzwerk Facebook verbreitete, hat auch Ideal Iberdemaj, Stürmer von Südwest-Regionalligist Wormatia Worms, gesehen. Prompt gab er seinen Senf dazu. Er schrieb: „Richtig sooo...!!!“ Und: „Sah schon geil aus der Kick.“

Diese Meinungsäußerungen sind dem 23 Jahre alten Angreifer nun zum Verhängnis geworden – zumal er im weiteren Verlauf auch noch einen anderen Kommentator anging und ihn fragte: „Meinst du, jemanden juckt, was du denkst?“ Der Verein hat Iberdemaj nun bis auf Weiteres suspendiert. Er muss mit der zweiten Mannschaft trainieren. Außerdem soll er einen Geldbetrag an eine gemeinnützige Offenbacher Einrichtung zahlen.

Mit ausgesprochen hat die Strafe Giuseppe Lepore, der frühere Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Lepore ist heute Leiter des Geschäftsbetriebs in Worms und sagt gegenüber unserer Zeitung: „Uns war es wichtig, ein klares Zeichen zu setzen und uns von Gewalt jeglicher Art zu distanzieren. Uns ist es daran gelegen, einen guten Kontakt zu den anderen Vereinen zu pflegen. Dazu gehört, ein solches Foul nicht gutzuheißen.“

Allerdings spricht sich Lepore auch für eine zweite Chance für Iberdemaj aus, der sich inzwischen für seine mittlerweile gelöschten Facebook-Einträge entschuldigt hat. „Er ist eigentlich ein ganz netter Zeitgenosse“, sagt Lepore. Warum sich der Schweizer zu den Kommentaren hinreißen ließ, darüber kann nur spekuliert werden. Iberdemaj sah im letzten Spiel vor der Winterpause die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Der Gegner der Wormser damals: Kickers Offenbach.

Beim nächsten Pflichtspiel am 28. Februar gegen den KSV Hessen Kassel ist er somit irgendwie doppelt gesperrt: Von Vereinsseite aus wegen seiner Internetkommentare und von Verbandsseite aus wegen seiner Roten Karte.

Ob der eigentliche Kung-Fu-Treter Stephan Brehmer gesperrt wird, steht noch nicht fest. Das Opfer Robin Scheu hat das Foul nahezu unbeschadet überstanden. Immerhin. (hag)

Rubriklistenbild: © Screenshot: Youtube

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