Bundesliga: Alle schauen nach Mainz

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Mainz rüstet sich zum Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund.

Mainz - Mainzer “Bruchweg-Boys“ gegen Dortmunder Rasselbande - das Duell der führenden Überraschungsteams ist der erste echte Hit der Saison. Es passt ins Bild von einem ungewöhnlichen Saisonverlauf, dass Hoffenheim und Hannover das zweite Spitzenspiel bestreiten.

Bruchlandung im Pokal, Höhenflug in der Bundesliga - der FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund starten unter gleichen Vorzeichen in das Bundesliga-Spitzenspiel. Drei Tage nach dem ersten empfindlichen Rückschlag hoffen die famos in die Saison gestarteten Überraschungsteams auf eine Fortsetzung des Fußball- Märchens. “Die Köpfe müssen jetzt bis zum Spiel in Mainz am Sonntag schnell wieder nach oben“, sagte BVB-Taktgeber Nuri Sahin voller Hoffnung auf eine Trotzreaktion des Verfolgers.

Sowohl den Mainzern als auch den Dortmundern fehlte bei ihren Pokal-Schlappen in Aachen und Offenbach die Leichtigkeit der vergangenen Wochen. FSV-Coach Thomas Tuchel befürchtet jedoch nicht, dass die verblüffende Erfolgsstory der vergangenen Tage mit dem Pokal-Knockout zu Ende gehen könnte: “Ich erkenne keine Gründe, warum wir uns nicht wieder in die Stimmung und Verfassung für eine Topleistung bringen können.“

Punktprämien: Was die 18 Bundesligisten kassieren

Wie sind eigentlich die Punkte-Prämien in der Bundesliga geregelt? Welches Team bekommt wieviel Geld? Die "Sport-Bild" hat die Prämienregelungen der 18 Bundesliga-Vereine veröffentlicht. Sehen Sie selbst, wer wann und wie abkassiert. © 
FC St. Pauli: Die Kiez-Kicker bekommen individuelle Punkt-Einsatz-Prämien. Im Schnitt sollen die Prämien bei 3.000 Euro pro Punkt liegen. © Getty
1. FC Kaiserslautern: Alle Prämien sind individuell in den Spielerverträgen geregelt. Bei Sonderprämien verhandelt der Mannschaftsrat. © Getty
1. FC Nürnberg: Die indivduellen Punkt-Prämien beim Club sollen zwischen 2.000 und 6.000 Euro liegen. Um in den Genuss einer Prämie zu kommen, muss ein Spieler aber mindestens 20 Minuten gespielt haben. © Getty
Hannover 96: Maximal 75 Prozent des Jahressalärs sind fix. Der Rest wird über eine individuelle Punkt-Einsatz-Prämie geregelt. Pro Zähler sind das zwischen 3.500 und 7.500 Euro. © Getty
SC Freiburg: Alle eingesetzten Spieler kassieren bei Punktgewinn und bei Sieg. Sonderprämien sind individuell geregelt. © Getty
1. FC Köln: Auch hier sind individuelle Prämien die Regel. Nur wer bei erfolgreichen Spielen auch eingesetzt wird, der darf auch kassieren. © Getty
Borussia Mönchengladbach: Das Gehalt ist an die Anzahl der Einsätze und die Zahl der erreichten Punkte gekoppelt. Verhältnis: Das Grundgehalt macht 60 Prozent aus, die restlichen 40 Prozent sind variabel. © Getty
1899 Hoffenheim: Für einen Sieg gibt es pro Mann etwa 3.000 Euro. Hinzu kommen individuelle Prämien. © Getty
Eintracht Frankfurt: Vom Einkommen sind nur 50 Prozent fix, der Rest setzt sich aus Prämien zusammen. Die kompletten Prämien gibt es aber nur dann, wenn die Mannschaft in der Saison 45 Punkte erreicht. © Getty
FSV Mainz 05: Die Mainzer kassieren pro Punkt zwischen 3.000 und 6.000 Euro. So kommt es, dass den Klub ein Punktgewinn in der Bundesliga 83.000 Euro kostet, da auch der Trainerstab und die Betreuer berücksichtigt werden. © Getty
VfL Wolfsburg: Beim VfL wurde die individuelle Punkt-Einsatz-Prämie eingeführt, damit die Spieler nicht 100 Prozent des Gehalts garantiert bekommen. Bis zu 9.000 Euro werden pro Punkt bezahlt. © Getty
Hamburger SV: Die Punkt-Prämien sind individuell geklärt. Angeblich sollen Top-Spieler wie Mladen Petric 11.000 Euro pro Punkt kassieren. © Getty
VfB Stuttgart: Der Klub zahlt lediglich Einsatz-Prämien. Punktprämien werden nur dann ausbezahlt, wenn die Mannschaft die Europa-League-Qualifikation erreicht. © Getty
Borussia Dortmund: Es gibt individuelle Punkt-Einsatz-Prämien beim BVB. Für den Fall der Meisterschaft hat der Mannschaftsrat eine Prämie von einer Million Euro ausbezahlt. © Getty
Bayer Leverkusen: Die Spieler haben individuelle Punkt-Prämien in ihren Verträgen. Sonder-Prämien werden erst am Saisonende verhandelt. © Getty
Werder Bremen: Die Bremer sollen an Punkt-Einsatzprämien bis zu 13.500 Euro kassieren. Wenn die Champions League erreicht wurde, gab es zuletzt noch für jeden Zähler 1.300 Euro nachträglich. © Getty
FC Schalke 04: Fast alle Spieler haben eine Meister-Klausel in ihrem Vertrag. Sollten andere Ziele erreicht werden, werden die Spieler anteilig bezahlt. © Getty
FC Bayern München: Der Mannschaftsrat der Bayern soll eine Meisterschaftsprämie verhandeln, die bis zu 250.000 Euro pro Spieler betragen kann. Auf den ersten beiden Plätzen stehend gibt es zudem 5.000 Euro pro Punkt. Darunter nichts mehr, wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dem "Kicker" sagte. "Prämien werden nur dann bezahlt, wenn wir Meister oder Zweiter geworden sind". © Getty

Die wundersame Tabellenkonstellation mit Mainz (24 Punkte) und Dortmund (22) an der Spitze hat auch im Ausland großes Interesse geweckt. Das Spitzenspiel am Mainzer Bruchweg zwischen dem bisher besten Heim- gegen das beste Auswärtsteam wird in 180 Länder übertragen. Im Fall eines Sieges am Sonntag (15.30 Uhr) würde der BVB für einen Ligarekord sorgen: Nie zuvor startete ein Club mit fünf Siegen auf des Gegners Platz in die Saison.

Der bereits komfortable Vorsprung des FSV und des BVB auf die arrivierten Mannschaften aus Hamburg, Bremen und München dokumentiert den bisher ungewöhnlichen Saisonverlauf. Es passt ins Bild, dass sich auch im zweiten Spitzenspiel des zehnten Spieltages zwei Überraschungsteams gegenüberstehen. Mit einem Heimsieg über Hannover (16) will sich Tabellennachbar 1899 Hoffenheim (15) in den oberen Regionen festsetzen: “Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir gewinnen, stehen wir richtig gut da“, sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, von 2001 bis 2004 Chefcoach in Hannover.

Von solchen Perspektiven können die Kölner (5) und Schalker (5) derzeit nur träumen. Beide Teams fristen ihr Dasein im Tabellenkeller. Schlusslicht Köln reagierte am Sonntag auf die Talfahrt und ersetzte Zvonimir Soldo durch Frank Schaefer. Der bisherige U 23-Coach des FC, der beim 3:0 im Pokal gegen 1860 München einen gelungenen Einstand feierte, gibt am Samstag im Duell mit dem Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt als Cheftrainer. Doch ohne ein weiteres Erfolgserlebnis könnte dieses Kapitel schnell zu Ende gehen. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, nach denen die Kölner Vereinsführung weiterhin Ausschau nach einem prominenteren Kandidaten hält.

Nicht viel besser steht der Tabellen-16. aus Gelsenkirchen da. Immerhin blieb dem Team von Felix Magath im Pokal ein weiterer Rückschlag erspart. Doch das dürftige 1:0 beim Zweitligisten FSV Frankfurt taugte nur bedingt als Mutmacher für die Partie gegen Bayer Leverkusen. Magath erhöhte den Druck auf seine Profis: “Nur ein Punkt bringt nichts. Ich habe viel Verständnis gehabt, weil einige Spieler in einer schwierigen Situation waren. Aber das ist jetzt vorbei.“

Die schönsten und die hässlichsten Bundesliga-Trikots

Die Bundesliga ist auch ein wenig Laufsteg. Deswegen hat sich eine Jury aus Lehrenden des Studiengangs Modedesign an der Mediadesign Hochschule die 18 Trikot-Modelle vorgenommen.  Mehr Infos: www.trikotmeister.de © Getty
1. FC St. Pauli: "Das originellste Trikot der Bundesliga 2010. Der FC St. Pauli hatte schon immer eine Sonderstellung im Deutschen Fußball. St. Pauli war immer schon mehr als nur Fußball, St. Pauli ist ein Lebensgefühl. In der diesjährigen Saison schmeichelt St. Pauli nicht nur mit anschmiegsam und glänzendem Material, sondern mit der Ungewöhnlichkeit eines Wendetrikots: einerseits milchkaffebraun, andererseits bitterschokoladenbraun. Je nachdem, von welcher Seite man sich zeigen will, auf dem Fußballfeld, in Clubs, in Gesellschaft, im Bett. [...]" © Getty
2. SC Freiburg: "Das eleganteste Trikot der Bundesliga 2010. In Freiburg hat man begriffen, dass der Fußballer von heute nicht nur Fußballspielen können muss, sondern auch gleichzeitig Promi und Sexsymbol ist. [...] Dieses smarte Rot, dieser figurbetonte Schnitt, dieser schnieke Polokragen. Von introvertiert bis raubtierhaft, hier werden alle Klischees in einem Stück Stoff bedient, da findet jeder – aber wirklich jeder – seine Vorstellungen vom vollendeten Fußballer bedient. Vom „Schmacht-Faktor“ her die eigentliche, heimliche Nr. 1!" © Getty
3. Hamburger SV: "Der moderne Klassiker. Die Nr. 1 im Retro-Look mit ein wenig Sciene Fiction. Hier trifft Nostalgie auf Zukunftsvisionen und schafft es somit zum schlicht-schönen Designobjekt." © Getty
4. 1. FC Köln: "Auf Angriff gebürstet. Fabelhafter Schnitt, guter Sitz, Top-Material und kein Schnick-Schnack. Form follows function in seiner konsequentesten Umsetzung." © Getty
5. Hannover 96: "Schwungvoll, witzig, modern, anders. Dieses Trikot wagt mal einen Schritt nach vorn und überzeugt durch innovative, ungewöhnliche Schnittführung. Hier sieht man, dass ein Querbalken nicht immer grob wirken muss und dass ein Trikot nicht unter der Optik seines Sponsors leiden muss. Und dass Vanille-gelb ausnahmsweise auch eine sexy Farbe sein kann." © Getty
6. SV Werder Bremen: "Zackig, zackig! Da wird eine Einstellung, die man zu einem Spiel haben kann, gleich in die direkteste aller Formsprachen umgesetzt. Ansonsten ein schlichtes Trikot, ohne viel Firlefanz, das alles richtig macht." © Getty
7. VfB Stuttgart: "Gute Arbeit! Schön, schlicht, ein paar Accessoires in der Schnittführung und in den Einsätzen. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Alles richtig gemacht. Bravo!" © Getty
8. Borussia Dortmund: "Der Klassiker. Keine weitere deutsche Mannschaft hat es je geschafft, mit einer Farbe ein solch starkes Zeichen zu setzen. Corporate Design pur. Hier lernt der trendorientierte, wechsellaunige Designer Demut und Dankbarkeit: gelb, gelb, gelb bis in alle Ewigkeit. Amen!" © Getty
9. VfL Wolfsburg: "Perfekt für den beleibteren Mann, dank konvexer Nahtführung im vorderen Bereich. Dem Profisportler wird diese etwas verwunderliche Schnittführung nichts anhaben können. Trägern im Freizeitbereich sei davon jedoch dringend abgeraten: man sieht damit wie alles Mögliche aus, nur nicht sportlich-schlank." © Getty
10. 1899 Hoffenheim: "Ein Fußball Trikot im himmelblauen Marine-Look. Der Marine-Look ist der modische Renner der Saison. Die Jungs von Hoffenheim machen’s vor, wie gut man damit aussehen kann. Bleibt die Frage, was die Marine mit Fußball gemeinsam hat. Ein ordentliches Fußball-Trikot hat es nicht nötig, in fremden Gewässern nach Stil zu fischen. Darum leider kein Platz 1 in dieser Saison Jahr." © Getty
11. 1. FC Kaiserslautern: "Ist das gerade total out oder schon wieder in? Satin-Optik und schlichter Schnitt. Hier hatte die Jury ihre Schwierigkeiten, sich einig zu werden. Deshalb nur ein Platz im Mittelfeld." © Getty
12. FC Schalke 04: ""Es tut seinen Job - nicht mehr und nicht weniger". Auch hier ein Trikot im designerischen Mittelfeld, weder herausragend, noch wirklich schrecklich. So einfach ist es nicht, da etwas zu greifen, wenn vor allem ein funktionales, einfaches Trikot da ist. Für einen Klassiker reicht das leider noch nicht." © Getty
13. Bayern München: "Sie sind so gut, da ist es einfach egal, was sie anhaben! Nach diesem Motto scheinen die Trikot- Verantwortlichen von Bayern-München schon länger zu verfahren. Denn auch dieses Jahr findet die Jury wieder wenig Lob für dieses Outfit. Zugegeben, die Längsstreifen haben in diesem Fußballverein Tradition. Aber es geht auch ohne optische Belästigung durch Streifen-Chaos, hier ließe sich ein schönes Trikot zaubern, man müsste nur wollen." © Getty
14. 1. FC Nürnberg: "Die „weder-noch“ Position. Ein formschönes Trikot. Nicht richtig retro, nicht richtig modern. Interessante Nahtführung, jedoch nicht wirklich dynamisch. Etwas verspielt, aber doch schlicht. Dieses Trikot macht nichts falsch, aber auch nichts wirklich richtig." © Getty
15. Eintracht Frankfurt: "Nicht nur phänomenal unsexy, sondern nahezu lieblos. Es muss ja nicht jeder Fußballer gleich aussehen wie ein Halbgott. Aber muss man ihn deshalb gleich bestrafen? Schnitt, Form und Farbe sprechen hier von großer Sorg- und Gedankenlosigkeit. Heutzutage zählt die Vermarktung von Fan-Artikeln und das Merchandising eines Fußball-Vereins zu wichtigen, zusätzlichen Einnahmequellen. Umso weniger versteht man hier, warum sich so offensichtlich wenig Mühe gegeben wird, ein gutes Produkt zu schaffen." © Getty
16. Bayer Leverkusen: "Ein Trikot wie ein Verbots-Schild im Straßenverkehr, das jeden Spieler wie „durchgestrichen“ aussehen lässt. Ohne diesen absolut überflüssigen schrägen Balken hätte das Trikot den Wettbewerberb um den besten Retro-Look der Bundesliga gewonnen." © Getty
17. FSV Mainz 05: "Ein roter Sack mit Ärmeln drin. Gut, um sich wirklich nur auf das Spiel konzentrieren zu dürfen. Schlecht, wenn man damit mehr will, als nur ein wenig kicken. Denn in diesem formlosen Etwas wirkt auch der athletischste aller Spieler wie der brave Junge von Nebenan." © Getty
18. Borussia Mönchengladbach: "Waschen, Trocknen, Bügeln? Geht ganz einfach: fertig gespielt – Trikot waschen, trocknen, bügeln. Und dann in der nächsten Saison wieder verwenden. [...] Kein Schnitt, kein innovatives Material, die pure Abwesenheit jeglichen Designs. Dabei muss gutes Design gar nicht teuer sein. Schade, dass das noch nicht bis Gladbach durchgesickert ist. Bis dahin müssen die Jungs wohl oder übel in weißen, nichtssagenden und unglaublich langweiligen Outfits spielen. Schade eigentlich ..." © Getty

Mächtig unter Zugzwang stehen zudem der 1. FC Kaiserslautern und Borussia Mönchengladbach. Beide Teams haben seit nunmehr sieben Spiele nicht mehr gewonnen, die Pfälzer die vergangenen fünf Spiele verloren. Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wird der Gastgeber in einem Bundesligaspiel ohne Trikotwerbung auflaufen. Einen Tag vor dem 90. Geburtstag (31. Oktober) des 2002 gestorbenen Fußballidols Fritz Walter spielen die “Roten Teufel“ in einem Sondertrikot: Auf der Spielkleidung werden Walters Konterfei und ein Zitat des WM- Kapitäns von 1954 zu sehen sein.

dpa

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