Nullnummer und Rekord

Bundesliga-Schnellcheck: Keine Tore im Karneval, aber Robben trifft

Wieder eine vergebene Chance: So reagieren die Kölner Matthias Lehmann, Dusan Svento und Anthony Ujah (von links). Foto: AFP

Kurz vor der Winterpause noch eine Englische Woche: Teil eins des 16. Spieltags in der Fußball-Bundesliga fand Dienstag mit vier Spielen statt. Die Auffälligkeiten im Schnellcheck.

Gab es Abstiegskampf zur Winterszeit? 

Es gab den passenden Rasen (in Hannover). Matschig. Rutschig. Bräunlich. Huckelig. Und es gab diese Szene: In der 11. Minute des Spiels zwischen Hamburg und Stuttgart erhielten die Gäste eine Ecke, deren Ausführung verunglückte. Der Ball rauschte flach auf den Strafraum zu, in dem sich locker 15 Spieler vor dem Torraum aufhielten. Und wer kam an den Ball? Niemand. Er flog vorbei an Freund und Feind, landete bei einem, der mit diesem Geschenk nicht gerechnet hatte. Martin Harnik aber war so überrascht, dass er vier Meter über das Tor schoss. So funktioniert eben Abstiegskampf.

Wie endete das Duell der Karnevalsvereine? 

Mehr Humba täterä geht nicht als im Duell zwischen Köln und Mainz. Im Spiel der Karnevalsvereine ging es auch närrisch los. In der 9. Minute gingen die Gastgeber im eigenen Stadion endlich einmal in Führung. Dachten sie jedenfalls, als Dominic Maroh das Leder nach einem Freistoß über die Linie drückte. Dann aber hob der Linienrichter die Fahne. Ein Mann mit Argusaugen, denn wenn bei Maroh etwas im Abseits war, dann höchstens die Fußspitze. Die Folge: Torflaute auf beiden Seiten. Und eine Karnevals-Nullnummer.

Wer war der Torschütze des Abends? 

Tore, Tore, Tore bei Arjen Robben. Der Niederländer erzielte seinen 100. Treffer für die Bayern.

Wenn es um Tore geht in der Bundesliga, dann ist der FC Bayern eine gute Adresse. Und wenn es um Tore bei den Bayern geht, dann ist Arjen Robben nicht weit. Auch beim 2:0 gegen die sich tapfer wehrenden Freiburger brach der Niederländer den Bann. In der 41. Minute erzielte Robben das 1:0 auf eher ungewohnte Art: per Kopf. Es war sein neuntes Saisontor. Und vor allem: der 100. Pflichtspieltreffer Robbens für die Bayern.

Welche Szene eignete sich fürs Kuriositätenkabinett? 

Ganz klar der Treffer von Salif Sané zum 1:0 von Hannover 96 gegen Augsburg. Der 24-Jährige bekam den Ball nämlich von Lars Stindl an seinen Hinterkopf geköpft, und von dort prallte er dann ins Tor. Nach der disziplinarischen Verbannung in die zweite Mannschaft war es sein erstes Saisonspiel in der Startelf – ein Einstand nach Maß nennt man so etwas.

Wer war für den Rekord des Abends zuständig? 

Na wer wohl, die Bayern. Sie stellten nämlich wieder einmal einen Bundesliga-Rekord auf. Drei Gegentore nach 16 Spieltagen – das schaffte vor ihnen kein anderes Team. Negativ tut sich in der Treffer-Statistik übrigens der Hamburger SV hervor. Als einzige Mannschaft der Bundesliga ist das Gründungsmitglied nämlich mit nur neun erzielten Treffern noch einstellig.

Wie lautete der schönste Satz der TV-Übertragung? 

Achtung, der hier war’s: „Ein schnuckeliger Spaziergang über den Weihnachtsmarkt, bisschen Glühwein, bisschen Spritzgebäck – mehr war es nicht bei den Bayern in der ersten halben Stunde.“ Sagte Sky-Kommentator Wolf-Christoph Fuss. Da stand es noch 0:0 gegen Freiburg. Beim Stand von 2:0 für die Münchner hörte sich Fuss dann so an: „Bayern-Spiele sind bei dieser Führung jetzt nicht mehr so dramaturgisch wertvoll.“

Von Frank Ziemke und Torsten Kohlhaase

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.