Bundestrainer will Talent "von Beginn an sehen"

Einsatzgarantie: "Big Mike" Tah vor Debüt in DFB-Elf

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Jonathan Tah steht vor seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Berlin - Jonathan Tah steht vor seinem Debüt in der DFB-Elf, mit einer Einsatzgarantie vom Bundestrainer persönlich. Der 20-Jährige hat zudem gute Chancen auf die EM.

Jonathan Tah hat keine Scheu. Im Kreis der Weltmeister um Thomas Müller und Toni Kroos fühlt sich der Neuling sichtlich wohl. Im Training scherzt der 20 Jahre Abwehrspieler mit den prominenten Kollegen, beeindruckt zugleich mit seiner körperlichen Präsenz und seiner guten Übersicht.

Tah erhält Einsatzgarantie vom Bundestrainer

„Ich möchte ihn gerne mal in einem Länderspiel sehen“, sagte Joachim Löw. Der Bundestrainer ist mit „Big Mike“, wie ihn seine Mitspieler in Anlehnung an den Hauptdarsteller im American-Football-Film „Blind Side“ nennen, offensichtlich sehr zufrieden. Ob der 1,92 m große Hüne bereits am Samstag in Berlin gegen England (20.45 Uhr/ZDF) oder drei Tage später in München gegen Italien (20.45/ARD) zu seinem Debüt kommt, ließ Löw offen. „Ich möchte ihn aber auf jeden Fall in einem Spiel von Beginn an sehen“, erklärte er.

Dass sich Tah, der bei Bayer Leverkusen bis auf wenige Ausnahmen konstant auf einem hohen Niveau spielt, auch Hoffnungen auf eine EM-Fahrkarte machen darf, deutete Löw Co-Trainer Thomas Schneider an: „Er hat sich sehr gut entwickelt. Er hat für sein Alter eine wahnsinnige Ruhe und Abgebrühtheit am Ball.“

"Big Mike" profitiert von Verletzungsmisere in der Abwehr

Aktuell profitiert Tah, der bei Altona 93 in Hamburg das Einmaleins des Fußball erlernte, sicherlich von den Ausfällen von Jerome Boateng, Holger Badstuber (beide Bayern München) und Benedikt Höwedes (Schalke 04). „Durch die Verletzungen wollten wir eine weitere Option für die Defensive“, sagt Löw, der Tah aber nicht nur als Notstopfen betrachtet: „Für ihn steht die Tür offen.“

„Dass es so schnell geht, hätte ich mir nicht mal erträumen können“, sagte Tah bei seiner Ankunft im DFB-Quartier in Berlin, die EM sei für ihn aber „noch weit weg“. Überrascht war er nicht, als er vergangene Woche den Anruf von Löw erhielt: „Rudi Völler hat mir schon gesagt, dass er anrufen wird. Man ist aber trotzdem im ersten Moment sprachlos.“

Berufung logische Konsequenz

Für Bayer-Sportdirektor Völler ist die Berufung eine logische Konsequenz: „Das ist kein Zufall. Durch seine körperlichen, fußballerischen Voraussetzungen hat er es mehr als verdient. Er spielt eine tolle Saison und dann war die Konsequenz natürlich klar, dass er irgendwann eingeladen wird.“

Für Tah, der erst im vergangenen Sommer über den Umweg Fortuna Düsseldorf vom Hamburger SV unter das Bayer-Kreuz gewechselt war, war nach seinen diversen Einsätzen in den DFB-Nachwuchsteams die A-Mannschaft immer das große Ziel: „Geträumt habe ich davon schon immer. Denn das ist eine große Ehre.“

Mitspieler loben Abwehr-Hünen

Dass er sich trotz der großen Konkurrenz auf Dauer in der Nationalmannschaft festspielt, steht für seine Teamkollegen außer Frage. „Er hat hat einen Körper wie ein Bulle. Es ist unheimlich schwer, gegen ihn zu spielen, weil er sehr eng an einem dran ist und für seine Masse auch extrem schnell ist. Er hat die Ruhe, Größe, Kopfballstärke“, lobte Bayer-Torjäger Stefan Kießling den Mini-Boateng. Und Weltmeister Christoph Kramer glaubt: „Wenn er so weiter macht, gehört ihm sicherlich die Zukunft.“

sid

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