Bayern-Präsident hört auf 

Ex-Löwe Carsten Lakies über Uli Hoeneß: „Erst war ich skeptisch, dann fand ich ihn klasse“

Bei einem Benefizspiel im Auestadion: (von links) Jörg Müller, Zoran Zelljko, Michael Mason und  Carsten Lakies. 
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Bei einem Benefizspiel im Auestadion: (von links) Jörg Müller, Zoran Zelljko, Michael Mason und  Carsten Lakies. 

Carsten Lakies spielte nur ein Jahr für den FC Bayern München, in der Saison 1996/97. Der heute 48-Jährige machte auch nur ein Spiel in der Fußball-Bundesliga, zehn Minuten stand er auf dem Feld.

Und doch ist er Teil einer der bekanntesten Szenen der jüngeren Geschichte. Als er am 10. Mai 1997 gegen Freiburg eingewechselt wurde, ging Jürgen Klinsmann vom Feld und trat gegen eine Werbetonne. Wenn Lakies heute Uli Hoeneß trifft, dann kann der sich noch an ihn erinnern. So erinnert sich der Kasseler an Uli Hoeneß:

Seine Zeit in München: „Ich bin ja damals eigentlich nur als Amateur zu den Bayern gekommen, habe meistens bei der Zweiten gespielt, aber fast immer bei der Ersten trainiert. Uli Hoeneß war immer voll des Lobes. Er hat oft gesagt, dass ich dranbleiben soll. Ich hatte zwei Jahre Vertrag und habe nach einem Jahr Anfragen von anderen Vereinen bekommen. Uli hat gesagt, dass er mit mir verlängern möchte. Ich wusste aber, dass es bei den Bayern schwierig wird und habe mich schließlich für einen Wechsel zu seinem Bruder entschieden. Dieter Hoeneß hat mich nach Berlin geholt.“

Der Kontakt heute: „Ich spiele für die Bayern-Legenden. Uli müsste sich eigentlich nicht an mich erinnern, ich habe ja keine große Rolle gespielt. Aber wenn wir uns sehen, dann grüßt er mich heute immer noch und kennt meinen Namen.“

Uli Hoeneß ein "herzlicher Mensch"

Hoeneß als Vorgesetzter: „Er hat den Jungs beim Schafkopf immer die Hose ausgezogen. Da habe ich mich aber rausgehalten. Das war der Tisch der Stars, an dem gespielt wurde. Hoeneß war zu mir und uns, wie er eben wirklich ist: Ein herzlicher Mensch, der sich immer vor seine Angestellten stellt. Mein „Papa“ war er bei den Bayern nicht, da gab es andere, die ihn so gesehen haben. Mehmet Scholl zum Beispiel und Sammy Kuffour. 

Ich glaube, dass es nicht viele beim FC Bayern gibt, die etwas Schlechtes über ihn sagen. Er hat eine unglaubliche soziale Ader. Wenn man bedenkt, wie viele Vereine er gerettet hat. Klar, an ihm scheiden sich auch die Geister. Auch ich war erst skeptisch, dann fand ich ihn klasse. Er verteidigt seine Bayern-Familie bis aufs Blut. Das hat man zuletzt wieder im Doppelpass gesehen, als er angerufen hat, um Hasan Salihamidzic zu schützen.“

Carsten Lakies ist Standortleiter bei einer Spedition

Die Gefängnisstrafe: „Wenn er etwas falsch macht, dann steht er dazu. Er hat das ausgebadet und daraus gelernt.“

Und was macht Lakies heute? „Bis Mitte Oktober habe ich für den FC Schalke 04 gearbeitet und war für den Klub in China. Seit Ende Oktober bin ich Standortleiter bei einer Spedition. Der Job erlaubt es mir aber, dass ich nebenbei auch Trainer sein kann. Ich bin nicht abgeneigt, wieder einen Verein zu übernehmen – auch in der Region. In der Bundesliga werde ich aber wohl keine Stelle mehr bekommen. Der Zug ist abgefahren.“

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