Deutsche bleiben ungeschlagen 

Königsklasse am Mittwoch: Sanches sorgt für Gänsehaut

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Da freut er sich: Bayern Münchens Renato Sanches bejubelt seinen Treffer zum 2:0 in der Partie gegen Benfica Lissabon. Der 21-Jährige stammt aus der Jugend der Portugiesen und wurde vom ganzen Stadion gefeiert. 

Kassel. Dortmund und Schalke hatten mit einem Sieg und einem Unentschieden in der Fußball-Champions-League vorgelegt – da wollten die Bayern und Hoffenheim nicht für die erste Niederlage einer deutschen Mannschaft sorgen. Unser Schnellcheck:

Vorab: Haben die Bayern überhaupt noch elf Spieler für die Partie in Lissabon zusammenbekommen?

Nach den Verletzungen von Rafinha und Corentin Tolisso fiel kurzfristig auch noch Thiago aus. Das führte dazu, dass Renato Sanches nach seiner Rückkehr von einer Leihe in England erstmals in einem Pflichtspiel in dieser Saison auf dem Feld stand. Aber keine Sorge: Auf der Bank saßen neben dem 19 Jahre alten Paul Will auch noch Thomas Müller, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Sandro Wagner und Niklas Süle. Gar nicht so übel.

Wie verlief denn das Debüt von Niko Kovac als Trainer in der Champions League?

Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss bescheinigte dem Kroaten gleich zu Beginn den Sprung auf die nächste Stufe als Trainer – weil er jetzt auch in der Königsklasse dabei ist. Den Rest nahmen ihm dann seine übrig gebliebenen Weltstars ab.

Und das ging so: Franck Ribery legte raus auf David Alaba, der spielte flach in den Strafraum, Robert Lewandowski ließ einen Verteidiger ins Leere rutschen und schob ins lange Eck zum 1:0 ein (10.).

Also mal wieder ein Abend des Topstürmers?

Zunächst. Aber die Geschichte des Spiels schrieb ein anderer. Und das war ein Gänsehautmoment. Sanches durfte wie erwähnt von Beginn an ran. Und Benfica Lissabon kennt er ja ziemlich gut, schließlich stammt er aus der Jugend der Portugiesen. In der 54. Minute legte der 21-Jährige ein Solo über den halben Platz hin. Über drei weitere Stationen gelangte der Ball wieder zu Sanches, der im Strafraum den Fuß hinhielt – 2:0. Und das ganze Stadion applaudierte, auch die Benfica-Fans. Das war fast noch schöner als dieser traumhafte Angriff der Bayern.

Es gab ja noch einen zweiten Debütanten. Wie lief es denn für Julian Nagelsmann?

Europa League hat mit Hoffenheim ja nicht so gut geklappt. Also ging es auch für den jüngsten Trainer der Champions-League-Geschichte – mit 31 Jahren und ein paar Tagen – eine Stufe hoch. Dafür legte er das Gareth-Southgate-Gedächtnis-Outfit an – Hemd, Krawatte und Weste.

Und die Neulinge machten es in Donezk nicht schlecht. Zweimal lag Hoffenheim durch Tore von Florian Grillitsch (6.) und Harvard Nordtveit (38.) in Führung. Zweimal glichen die Ukrainer durch Ismaily (27.) und Maycon (81.) aus. Am Ende musste die TSG sogar noch ein bisschen zittern. Es reichte aber zum 2:2.

Lief es denn wirklich für alle Deutschen nach Plan?

Naja, es gibt ja auch noch Schiedsrichter. Bei der Partie Valencia gegen Turin war der Deutsche Felix Brych im Einsatz. Und der zeigte Cristiano Ronaldo nach 29 Minuten die Rote Karte. Für was? Er hatte seinem Gegenspieler ganz kurz an den Haaren gezogen. Sehr harte Entscheidung. Und das alles klingt doch irgendwie mehr nach Frauenfußball.

Dann brauchen wir nur noch einen Arbeitsnachweis von Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss.

Kein Problem. Fuss bewältigte seinen Job mit gewohnt lockerem Mundwerk. Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz aus Spanien stellte er in der Beliebtheitsskala der Benfica-Anhänger an die Seite von Manuel Neuer. Für die Fans waren die Beiden der Hauptgrund, warum Lissabon torlos blieb.

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