München siegt 1:0 gegen Paris, holt das Triple und feiert Coman

Schnellcheck zum Champions-League-Finale: Die Bayern überstrahlen Europa

Im Stadion des Lichts, im Estádio da Luz in Lissabon, dort überstrahlen die Münchner Bayern Fußball-Europa.

Dank einer konzentrierten Leistung, dank eines überragenden Torwarts, dank einem Geistesblitz und einem Kopfball gewinnt der Bundesligist 1:0 (0:0) gegen Paris St. Germain und somit die Champions League. Das Triple. Der Schnellcheck:

Die Bayern-Spiele begannen zuletzt furios. Wie ging es im Finale los?

Verhaltener, aber dennoch sehr intensiv. Ein Duell auf Augenhöhe – das ist in einem Finale nicht verwunderlich. Und so dauerte es bis zur ersten großen Chance. Und die hatten die Franzosen – besser gesagt ein Brasilianer. Neymar schoss – aber Bayerns Torwart Manuel Neuer hält klasse (18.). Kurz darauf schlagen die Münchener zurück, allerdings trifft Robert Lewandowski nach seinem sehenswerten Drehschuss den Pfosten (21.). Es gab nur wenige Chancen, aber die hatten es in sich. So wie die Schüsse von Angel Di Maria (23.) und Kylian Mbappé (45.) für Paris. Die beste Möglichkeit hatte aber wiederum Bayern. Wiederum Lewandowski. Aber den Kopfball des Polen hielt Keylor Navas stark (31.).

Der Moment des Glücks: Die Münchner Serge Gnabry (links) und Kingsley Coman bejubeln das 1:0.

Gab es einen Pechvogel?

Leider ja – Jérome Boateng. Der Innenverteidiger, der zuletzt so stark war. Und so wichtig für die Münchner. Bereits in der 25. Minute war für ihn Schluss, er humpelte vom Platz. Für ihn kam Niklas Süle. Auf jeden Fall ein Dämpfer für die Bayern.

Gab es einen Aufreger?

Auch das. Kurz vor der Pause. In der Nachspielzeit lief Kingsley Coman, der Franzose im Münchner Trikot, an Thilo Kehrer, dem Deutschen im Pariser Trikot, vorbei. Kehrer hielt Coman an der Schulter. Der Bayern-Spieler kam ins Straucheln. Und Schiedsrichter Daniele Orsato? Der gab Abstoß für Paris. Obwohl er die Szene vom Video-Assistenten noch einmal checken ließ. Auf jeden Fall eine umstrittene Entscheidung. Experte Sandro Wagner sprach im ZDF-Studio von einer klaren Fehlentscheidung. Und schob hinterher, er sei mit dem Italiener (dem Schiedsrichter) noch nicht so zufrieden. Orsato wollte auch in der zweiten Hälfte nicht auf den Punkt zeigen. Und hatte doch zweimal berechtigte Möglichkeiten, einmal auf jeder Seite. Immerhin konsequent.

Revanchierte sich Coman für den ausgebliebenen Pfiff?

Das tat er. Die Bayern machten das, was sie immer tun. Sie waren in Ballbesitz, versuchten, sich den Gegner zurechtzulegen. Und gerade in so einer Phase, in der man das Gefühl hatte, die Münchner kommen keinen Meter nach vorn, da fiel das 1:0. Toller Spielzug über die rechte Seite, Kimmich bekommt den Ball zurück, flankt. Der Ball segelt. Und segelt. Und segelt. Und senkt sich am zweiten Pfosten wieder Richtung Rasen. Dort gewinnt Coman, der ja bis 2014 selbst bei Paris St. Germain spielte, dort ausgebildet wurde, das Kopfballduell gegen Kehrer. Und der King, der König, so sein Spitzname, macht es mit dem Kopf. 1:0. Die Bayern sind vorn. Bis zum Schluss.

Wer war der Mann des Abends?

Man könnte jetzt meinen, das müsse Coman sein, erzielte er doch das entscheidende Tor. Doch es war ja bei Weitem nicht so, dass Paris keine Chancen hatte. Immer wieder tauchten sie im Münchner Strafraum auf. Mbappé, Neymar, Di Maria. Nicht umsonst wurde dieses Trio vor dem Endspiel immer wieder genannt. Doch sie fanden ihren Meister. Und der hieß Mal um Mal Manuel Neuer. Eine Hand, ein Fuß, ein Bein. Irgendwas fuhr dieser 34-Jährige immer wieder aus, und wehrte jeden Versuch ab. Das alles mit einer Leichtigkeit, als würde er Lewandowski das Toreschießen erklären. Wobei: Der Pole blieb ja erstmals in dieser Königsklassen-Spielzeit ohne Torerfolg.

Wie war die Übertragung im TV?

Wir hatten die volle Auswahl. Sky? Dazn? Wir blieben bodenständig und entschieden uns statt für Pay-TV für GEZ-finanziertes Fernsehen im ZDF. Kommentator: Béla Rethy. Und der ist ja streitbar, bei vielen unbeliebt. Aber mit welcher Selbstverständlichkeit Rethy Dinge in den Raum wirft, die mal stimmen und mal weniger und manchmal irgendwie auch gar nicht, das hat schon Unterhaltungswert. Dank ihm wissen wir nun auch: Paris’ Thiago Silva stand die meiste Zeit seines Abwehrspielerlebens richtig. Beweist erst mal das Gegenteil. (Maximilian Bülau Und Manuel Kopp)

Rubriklistenbild: © Manu Fernandez/afp

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