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Vor Champions-League-Halbfinale: Mohamed Salah ist König der Anfield Road

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Der ägyptische Torjäger Mohamed Salah spielt seit vergangenem Sommer für den FC Liverpool und hat seither 41 Tore in 46 Pflichtspielen erzielt. Dafür lieben ihn nicht nur die englischen Fans. Die Professional Footballers’ Association hat ihn jetzt zum Spieler des Jahres in England gewählt. © Parnaby/afp

Wenn der FC Liverpool am Dienstag den AS Rom an der Anfield Road im Champions-League-Halbfinale empfängt, dann werden die Römer vor allem ihn im Blick behalten: Mohamed Salah.

Mohamed Salah schlägt keine Salti und muss sich keine Choreografie ausdenken, wenn er zum Torjubel anläuft. Nach seinem entscheidenden Tor gegen Manchester City, das Liverpool den Einzug ins Halbfinale der Fußball-Champions-League sicherte, stellte sich der 25-Jährige einfach vor die Tribüne der Reds und breitete die Arme aus. Ein wahrer König braucht keine großen Gesten.

Wenn der FC Liverpool am Dienstag den AS Rom an der Anfield Road im Champions-League-Halbfinale (20.45 Uhr/Sky) empfängt, dann werden die Römer vor allem ihn im Blick behalten. Der Ägypter ist in der Form seines Lebens und wurde jetzt von der Fußballvereinigung PFA zum Spieler des Jahres in England gewählt.

Wenn Salah, der bereits im Januar als Afrikas Spieler des Jahres 2017 ausgezeichnet wurde, heute einen ähnlich guten Abend erwischt wie gegen ManCity im Viertelfinale, dann werden sich die Verantwortlichen der Römer vermutlich noch ein bisschen mehr ärgern, dass sie den Torjäger im vergangenen Sommer für knapp 40 Millionen Euro an Liverpool verkauft haben.

Doch damals war nicht vorherzusehen, dass sich der Rechtsaußen zum treffsichersten Stürmer der Premier League entwickeln und in der Rangliste der besten Stürmer Europas noch vor Lionel Messi vom FC Barcelona rangieren würde. Mo Salah, wie er genannt wird, ist nicht nur verdammt schnell auf dem Platz unterwegs und extrem dribbelstark. Wenn er antritt, dann trifft er auch meist.

Auf die Frage, ob er Salah für den besten Linksfuß der Welt halte, antwortete sein Trainer Jürgen Klopp: „Vielleicht sollten wir Messi nicht völlig vergessen. Aber Salah hat mit Sicherheit einen sehr guten linken Fuß.“ In die Herzen der Liverpooler Fans hat er sich damit längst geschossen. In der Fankurve besingen sie ihn mittlerweile als den „ägyptischen König“.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Eine interessante Pointe bekam der liebevolle Fangesang, als die Ergebnisse der ägyptischen Präsidentschaftswahl Ende März bekannt wurden. Einige der mehr als eine Million Menschen, die bei der Wahl ungültige Stimmzettel abgaben, hatten einfach den Namen ihres Lieblingsfußballers Salah darauf geschrieben. Er hätte damit drei Mal so viele Stimmen bekommen wie der zweitplatzierte Kandidat.

Salah bleibt bei all dem Trubel um seine Person auf dem Boden. Von Menschen, die ihn schon lange kennen, heißt es, er sei bodenständig und demütig. Der 25-Jährige weiß, was es heißt, hart für seinen Traum zu arbeiten. Er wuchs in einem kleinen Ort im Nildelta auf. Täglich fuhr er von dort vier Stunden mit dem Bus nach Kairo, um beim Club Arab Contractors zu trainieren. Nach Europa kam er, nachdem er bei einem Testspiel gegen Basel kurz nach seiner Einwechslung zwei Tore schoss und die Schweizer ihn daraufhin verpflichteten.

In Ägypten ist Salah längst ein Held. Seit 2011 spielt er in der Nationalmannschaft und hat die „Pharaonen“ fast im Alleingang zur Weltmeisterschaft in Russland geschossen. In die Geschichtsbücher ging er ein, als er in der 95. Minute gegen den Kongo den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Die Ägypter feierten tagelang. Sein Tor wurde zum Internet-Hit – unterlegt mit dem „Titanic“-Titelsong von Céline Dion.

An diesem Dienstag will er dafür sorgen, dass sein Ex-Klub Rom in Liverpool untergeht. Dann könnten die Fans ihren König im Finale wieder bejubeln.

Das Halbfinale der UEFA Champions League

Das Halbfinale FC Liverpool gegen AS Rom wird um 20.45 Uhr angepfiffen. Das Spiel wird live bei Sky übertragen. Auf dieser Seite lesen Sie unseren Ticker zum Spiel.

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