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Deutschland im Klassiker gegen England: Chancenlos hier, abgestiegen da

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Von: Maximilian Bülau, Pascal Spindler

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 Kai Havertz (oben) und Kieran Trippier.
Eine Szene aus dem EM-Achtelfinale im vergangenen Jahr: Kai Havertz (oben) und Kieran Trippier im Zweikampf. © Imago/ULMER Pressebildagentur

Es ist das Duell zweier großer Fußball-Nationen, zweier ewiger Rivalen – und zweier Teams, die zuletzt eher enttäuschten als begeisterten.

Heute Abend treffen Deutschland und England zum Abschluss der Nations League im Londoner Wembley Stadion aufeinander (20.45 Uhr/RTL). Wir blicken in Stichworten auf die aktuellen Probleme der DFB-Elf und sagen auch, was bei den Engländern nicht läuft.

Das Gegner-Problem

Wer als Kontrahent die Räume eng macht und diszipliniert verteidigt, hat gegen die deutsche Mannschaft momentan sehr gute Aussichten auf Erfolg. Grund: Das Team von Bundestrainer Hansi Flick findet gegen tief stehende Gegner kaum Lösungen, zeigt sich äußerst unkreativ. Kommen dann auch noch Mängel im Tempo, in der Dynamik und der Durchschlagskraft hinzu, strahlt die DFB-Elf offensiv wenig bis kaum Gefahr aus. Bezeichnend: Gegen tief stehende Ungarn schoss Deutschland beim 0:1 am Freitag zwar zehnmal aufs Tor, eine herausragende Möglichkeit hatte der viermalige Weltmeister dabei aber nicht und blieb so nach dem Führungstreffer von Adam Szalai (17.) zwangsläufig chancenlos.

Das Stürmer-Problem

Die Nationalmannschaft verfügt ohne Zweifel über jede Menge Qualität im Kader, hat vor allem in der Offensive viele Optionen. Was jedoch fehlt, ist der klassische Stoßstürmer. Der, der im Sechzehner gleich mehrere Verteidiger bindet. Der, der schnellen Spielern wie Timo Werner, Leroy Sané oder Serge Gnabry Räume schafft. Der, der sich auch in der Schlussphase noch ins Getümmel stürzt und den Ball mit aller Macht über die Linie drücken will. So einen Spieler gibt es aktuell nicht im DFB-Team. Werner hat unter Flick zwar die meisten Länderspieltore erzielt, dringt aber lieber über die Seite in den Strafraum ein. Kai Havertz hat die Position zwar schon häufiger bekleidet, ist aber eigentlich eher eine hängende Spitze und kein klassischer Mittelstürmer. Bleibt noch Lukas Nmecha, der zwar gelernter Neuner ist, unter Flick aber nur zu sporadischen Einsätzen kommt, gegen England verletzungsbedingt nun gar nicht dabei sein wird.

Das Bayern-Problem

Gleich sieben Bayern-Spieler nominierte der Bundestrainer vor den Nations-League-Duellen mit Ungarn und England. Manuel Neuer und Leon Goretzka mussten aufgrund eines positiven Coronatests zwar wieder abreisen, doch klar ist auch: Münchner Spieler bilden seit Jahren das Gerüst der Nationalelf. Ihre Form hat somit enormen Einfluss auf die Leistungen des Teams. Und weil es für Sané, Gnabry, Thomas Müller, Joshua Kimmich und Jamal Musiala im Klub aktuell alles andere als rund läuft, besteht stets die Gefahr, dass eine Bayern-Krise auch schnell mal auf die Nationalmannschaft rüberschwappt.

Das England-Problem

In der Gesamtbilanz liegen die Deutschen vorn: 16 Siege, fünf Remis und 14 Niederlagen stehen in der Bilanz gegen England. Doch zuletzt gab es in drei Duellen keinen Sieg für das DFB-Team. Im Nations-League-Hinspiel im Juni sorgte Harry Kane für den späten 1:1-Ausgleich. Bei der EM im vergangenen Jahr waren es ebenfalls Kane sowie Raheem Sterling, die Deutschland das bittere Achtelfinal-Aus bescherten. Kane und Sterling werden mit ziemlicher Sicherheit heute wieder in der Startelf stehen, wenn es für Flicks Mannschaft auch um den Erhalt der guten Stimmung vor der WM in Katar geht. Bis zum Start steht sonst nur noch ein Test gegen den Oman an.

Die Problem-Engländer

Aber: Auch bei den Engländer läuft es ja alles andere als rund. Das 0:1 gegen Italien am Freitag bedeutete den sicheren Abstieg in der Nations League in die B-Liga. Zwar gelang dem Team von Trainer Gareth Southgate nach dem verlorenen Finale der Heim-EM die Quali für die WM in Katar. Doch Southgate steht in der Kritik, Thomas Tuchel wird bereits als Nachfolger gehandelt. Auch für England geht es um die Stimmung. (Von Pascal Spindler und Maximilian Bülau)

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