Finale in St. Petersburg

Chile als letzte Hürde: Löws Confed-Cup-Crew will den Pokal

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Joachim Löw trifft mit der deutschen Nationalmannschaft im Confed-Cup-Finale auf Chile. Foto: Christian Charisius

Noch nie hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Confederations Cup gewonnen. Das soll sich im Finale gegen Chile in St. Petersburg ändern. Bundestrainer Joachim Löw fordert einen großen Kampf. Der Respekt vor dem Gegner ist unverändert groß.

St. Petersburg (dpa) - Die Vitrine in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes soll sich weiter füllen. Nach dem EM-Sieg der U21-Junioren will Joachim Löws Perspektivkader den goldenen Confed-Cup-Pokal aus Russland mit in die Heimat bringen.

Im Krestowski Stadion von St. Petersburg wartet Südamerika-Champion Chile im Finale (20.00 Uhr/MESZ) des WM-Testlaufs auf die junge deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

TAGESABLAUF: Nach dem Frühstück startet das DFB-Team die letzte Vorbereitungsphase auf das Finale. Neuneinhalb Stunden vor dem Anpfiff gegen Chile versammelt Löw seine Mannschaft zum traditionellen Anschwitzen. Nach dem Mittagessen (12.30 Uhr) und Kaffeetrinken (16.30 Uhr) geht es laut DFB-Zeitplan 105 Minuten vor dem Anstoß mit dem Bus über den Newa-Fluss ins rund sieben Kilometer entfernte Krestowski-Stadion.

PREMIERE: Zum dritten Mal ist Deutschland beim Confederations Cup dabei. Im Finale stand der vierfache Weltmeister beim Turnier der Konföderationen noch nie. 1999 scheiterte eine echte B-Elf unter Trainer Erich Ribbeck schmachvoll in der Gruppenphase. 2005 entfachten Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Co. beim Heimturnier einen ersten Hauch von Sommermärchen und wurden Dritter. Was fast vergessen ist: 1997 als Europameister und 2003 als WM-Zweiter war der DFB eingeladen, verzichtete aber auf eine Teilnahme an dem damals ungeliebten Turnier.

PERSONAL: Joachim Löw hat für das Endspiel personelle Veränderungen im Vergleich zum Halbfinal-Sieg gegen Mexiko (4:1) angekündigt. Seine Aufstellung verraten wollte der Bundestrainer aber natürlich nicht. Wahrscheinlich wird Joshua Kimmich aus der Innenverteidigung wieder auf die rechte Außenbahn rücken. Niklas Süle oder der zuletzt nicht berücksichtige Shkodran Mustafi könnten den Platz einnehmen. Benjamin Henrichs bliebe nur ein Platz auf der Bank. Fraglich ist, ob Emre Can wieder in die Startformation kommt. Dann würde sich Löw für eine defensivere Variante entscheiden und müsste Lars Stindl oder Timo Werner auf die Bank setzen.

KONTRAHENT: Chile! Der Südamerika-Meister bringt Löw weiter zum Schwärmen. "Chile ist ein kleines Land. Sie gewinnen gegen Argentinien, Brasilien, Kolumbien die Copa América." Chile habe "acht, neun, zehn, elf Weltklassespieler", die bei großen Vereinen eine wichtige Rolle spielen, sagte Löw noch am Vorabend der Partie. Bislang hat Deutschland aber von vier Pflichtspielen keines verloren. In der Gruppenphase in Kasan gab es in der vergangenen Woche das hart erkämpfte 1:1. Von insgesamt acht Partien konnte die DFB-Auswahl fünf für sich entscheiden. Zweimal siegten die Chilenen, zuletzt vor fast 50 Jahren im Dezember 1968 mit 2:1 in Santiago.

TROPHÄE: Timo Werner, Leon Goretzka und Lars Stindl haben gute Chancen auf eine persönliche Trophäe. Werner und Goretzka führen die Torjägerliste mit je drei Toren an. Dahinter folgt Cristiano Ronaldo mit zwei Turnier-Treffern, gleichauf mit Stindl. Der Portugiese Ronaldo ist beim Spiel um Platz drei des Fußball-Europameisters gegen Mexiko aber aus privaten Gründen nicht mehr dabei. Je ein Tor haben insgesamt 19 Spieler der verbliebenen vier Teams auf dem Konto, darunter Julian Draxler, Kerem Demirbay und Amin Younes. Bei Tor-Gleichstand entscheidet die Anzahl der Torvorlagen und dann die geringere Spielzeit über die Reihenfolge.

PROMINENZ: Beim Eröffnungsspiel saß FIFA-Präsident Gianni Infantino zwischen Fußball-Ikone Pelé und Wladimir Putin auf der Tribüne. Russlands Staatschef ist für das Endspiel allerdings nicht angekündigt. Brasiliens Ex-Weltmeister Ronaldo wurde von der FIFA als Stargast angekündigt.

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