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Das Ende des kleinen Pal: 5 Fakten zu Fußball-Bundesligist Hertha BSC nach der nächsten Trainerentlassung

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Von: Maximilian Bülau

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Pal Dardai.
Entlassen: Pal Dardai. © Imago/Oliver Behrendt

Unter Pal Dardai ist es etwas ruhiger beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC geworden. Erfolgreicher jedoch nicht.

Nachdem der 45-Jährige im Mai noch mit einem fast schon legendären Zigarren-Interview den Klassenerhalt der Hauptstädter feierte, nachdem er im Januar auf die Bank beim selbst ernannten „Big City Club“ zurückgekehrt war, wurde er am Montagmorgen entlassen.

Die Berliner hatten zuletzt gegen Augsburg und Leverkusen zweimal eine Führung spät aus der Hand gegeben und zwischendurch das Stadtderby gegen Union verloren. Die Hertha hat nur einen Zähler Vorsprung auf Rang 16.

Nachfolger Dardais, der immer wieder mit ironischen und beleidigten Interviews für Aufsehen gesorgt hatte („Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer, er hilft aus so lange, wie es sein soll.“), wird Tayfun Korkut. Der Deutsch-Türke unterschrieb bis Saisonende, war zuletzt 2018 beim VfB Stuttgart angestellt – dem kommenden Gegner der Hertha am Sonntag. Zuvor trainierte der 47-Jährige Leverkusen, Kaiserslautern und Hannover 96, wo er mit 48 Spielen die längste Verweildauer hatte.

Seit Lars Windhorst Ende Juni 2019 als Investor bei den Berlinern einstieg, sind die Ansprüche extrem gewachsen. Windhorst hält mittlerweile 66,6 Prozent der Anteile am Klub. Wir haben fünf Fakten zusammengestellt, die sich seit Windhorsts Einstieg ergeben haben.

1. Korkut ist der sechste Trainer in zweieinhalb Jahren: Als Windhorst sich bei Hertha BSC niederließ, endete Dardais erste Amtszeit als Coach. Seit Sommer 2019 folgten auf ihn erst Ante Covic, dann Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri, Bruno Labbadia und erneut Dardai. Keiner hielt sich länger als zehn Monate.

2. Windhorst investierte 375 Millionen Euro: In mehreren Raten investierte Windhorst in zweieinhalb Jahren 375 Millionen Euro in den Klub. Seitdem wurden 163,55 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, allein im ersten Windhorst-Sommer waren es 110,7 Millionen Euro. Dem entgegen stehen Einnahmen von 82,4 Millionen Euro – unter dem neuen Geschäftsführer Sport Fredi Bobic waren seit 2019 die Einnahmen in diesem Sommer erstmals größer als die Ausgaben.

3. Hertha wird immer schlechter: Bevor Windhorst bei der Hertha einstieg, wurde der Klub einmal Zehnter, einmal Elfter mit jeweils 43 Punkten – 2017 sogar Sechster mit 49 Zählern. Das erste Windhorst-Jahr beendeten die Berliner als Zehnter (41 Punkte), das zweite als 14. (35 Punkte). Nun rangiert der Verein wieder auf dem 14. Platz mit nur 14 Zählern.

4. Auf ein neues Stadion müssen Fans warten: Hertha BSC ist der letzte Klub in der Bundesliga ohne echtes Fußballstadion. Die Auslastung von 60 Prozent liegt deutlich unter dem Erstligaschnitt von 92 Prozent (Werte vor Corona). Windhorst hat betont, dass es eines seiner Ziele sei, ein neues Stadion zu bauen, eine reine Fußball-Arena mit 55 000 Plätzen. Wie der Klub selbst auf seiner Webseite mitteilt, wird sich mit der Stadion-Zukunft ab 2025 beschäftigt.

5. Korkut war nicht die erste Wahl: Bobic überrascht mit der Entscheidung, Korkut, der zuletzt lange ohne Job war, als Nachfolger für Dardai zu präsentieren. Erste Wahl war der 47-Jährige aber wohl nicht. Denn der Klub beschäftigte sich zunächst mit Domenico Tedesco, Florian Kohfeldt (seit kurzer Zeit in Wolfsburg) und Ralf Rangnick. Letzterer wurde gestern offiziell bei Manchester United vorgestellt und war wohl eigentlich die Wunschlösung. (Maximilian Bülau)

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