DFB-Team schlägt Liechtenstein 2:0

Schnellcheck zum ersten Länderspiel unter Hansi Flick: Debüt wie ein Glas mäßiger Wein

So endete es meistens: Liechtensteins Torhüter Benjamin Büchel hatte die Hand auf dem Ball.
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So endete es meistens: Liechtensteins Torhüter Benjamin Büchel hatte die Hand auf dem Ball.

In St. Gallen hat sie also begonnen, die Zeit von Hansi Flick als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Gegen Liechtenstein.

Weil in Vaduz eine neue Rasenheizung verbaut wird, musste der Fußball-Zwerg in die benachbarte Schweiz ausweichen. RTL-Experte Lothar Matthäus prophezeite einen annähernd zweistelligen Sieg des deutschen Teams im WM-Qualifikationsspiel. Lag er richtig? Der Schnellcheck verrät es.

So viel wurde geredet über Spieler und Systeme. Was machte Hansi Flick denn nun anders?

Er stellte zunächst einmal auf Viererkette und das bereits bei den Bayern praktizierte 4-2-3-1 um. Er brachte Thilo Kehrer, Ridle Baku, Jamal Musiala und auch Leroy Sané von Beginn an. Von Löws Startelf beim EM-Achtelfinale gegen England blieben vier Spieler. Aber gut, das war ja auch nur Liechtenstein.

Wie hieß der Sieger nach 40 Minuten?

Seltsame Frage, oder? Aber nach 40 Minuten hieß der Sieger eindeutig Liechtenstein. Denn wenn ein Fußball-Zwerg wie eben dieses Liechtenstein 40 Minuten lang ein 0:0 gegen Deutschland hält, dann darf er sich wie ein Sieger fühlen. Und nein, das ist keine Überheblichkeit, wie auch der Blick auf die einzige Torannäherung der Gastgeber verdeutlicht. Aron Sele versuchte sich in der 30. Minute aus der Distanz. Der Ball ging nicht auf das Tor, aber es gab großen Beifall für Sele. Der spielt für Chur in der fünften Schweizer Liga.

Was kam dann nach der 40. Minute?

Die 41. Minute. Und mit ihr endlich das erste Tor für Flicks Fußballer. Musiala zog das Tempo an, steckte auf Werner durch – und drin. 1:0. Das war auch der Pausenstand. Irgendwie durften sich die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt aber immer noch wie kleine Sieger fühlen.

Wurde es dann nach dem Wechsel deutlich?

Nein. Das Ergebnis wurde nicht deutlicher. Und es wurde auch nicht deutlich besser. Dieses Spiel sah in etwa so aus. Deutschland hat fast immer den Ball. Und wenn ein Liechtensteiner mal zu einer Ballberührung kommt, dann drischt er den Ball so weit er kann nach vorn – wo aber niemand steht, weil alle eben verteidigen. Das machten sie aber richtig gut. Bis zur 77. Minute dauerte es, ehe Sané mit einem Schuss ins lange Eck das 2:0 nachlegte. Dabei blieb es tatsächlich.

Wie lautete also das Fazit bei Flicks Debüt?

So wirklich aussagekräftig kann dieses Fazit nach einem Spiel gegen Liechtenstein natürlich noch nicht sein. Nach einem Spiel auf ein Tor. Nur so viel: Effektiver ist das deutsche Offensivspiel unter Flick plötzlich nicht geworden. Da ist viel Luft nach oben.

Weil es um Zwergenstaaten geht, wie lief es eigentlich in Andorra?

In den Pyrenäen kam es nämlich zum Duell der Zwergenstaaten. Andorra empfing San Marino. Oder wenn man so will: Klein empfing sehr klein. Und landete einen großen Sieg. Andorra gewann 2:0. Es war erst der siebte Erfolg der Länderspiel-Geschichte. Einen Helden hatten die Gastgeber auch. Er heißt Marc Vales, ist Innenverteidiger und brachte sein Team in der 18. und 24. Minute mit zwei Toren auf die Siegerstraße.

Wie war die TV-Übertragung?

Mal davon ab, dass Lothar Matthäus mit dem eingangs erwähnten Tipp sehr daneben lag? Die Übertragung selbst begann mit einer Art Déjà-vu. Ging es etwa schon wieder gegen England? Sie wissen schon: Löws letzter Auftritt. Die Aufklärung gab es nicht bei RTL. Dafür hier: Liechtensteins Hymne bedient sich der des Vereinigten Königreiches. Also: God save the Queen. Aber sie hat natürlich ihren eigenen Text. Und Titel. Der lautet: Oben am jungen Rhein. Wir reimen jetzt mal albern am Ende: Schmeckte Flicks Debüt wie ein mäßiger Wein. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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