Verabschiedung heute Abend in Wolfsburg

Der Bergsteiger aus Reihe A: 15 Fakten zu Joachim Löw

Joachim Löw.
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Am Ende: Joachim Löw während seines letzten Spiels als Bundestrainer bei der EM gegen England.

Sportlich ist dieses WM-Qualifikationsspiel heute Abend gegen Liechtenstein (20.45 Uhr/RTL) unspektakulär. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr bereits qualifiziert.

In Wolfsburg steht heute – ein letztes Mal – ein anderer im Mittelpunkt, wenn die deutschen Fußballer auf dem Feld stehen: Joachim Löw. Der langjährige Bundestrainer wird verabschiedet.

Nun ist es so, dass der 61 Jahre alte Löw zum Ende seiner 17 Jahre beim DFB – 15 davon als Bundestrainer – nicht mehr die ganz große Unterstützung in Fußball-Deutschland erfahren hat. Doch Löw war Visionär, hat das deutsche Spiel nachhaltig verändert und verbessert und Strukturen geschaffen, die noch heute genutzt werden. Und er ist natürlich Weltmeister-Trainer. Da könnte man meinen, dass ein Abschied vor 26 000 Zuschauern in Wolfsburg gegen Liechtenstein nicht ganz angemessen ist. Wir haben für seine 15 Jahre als Bundestrainer dagegen 15 – eher abseitige – Fakten zusammengestellt. Angemessen, wie wir finden.

1. Nur Poldi duzte ihn: Und das liegt nicht daran, dass Lukas Podolski Löw in der Hand-in-der-Hose-Diskussion auf Poldi-Art aus der Patsche half. In einem Interview bestätigte der 61-Jährige, dass ihn alle Spieler siezen würden – bis auf Podolski. Das sei aus seiner Zeit als Co-Trainer beim DFB so übernommen worden. Ältere Spieler wie Michael Ballack, Jens Lehmann und Torsten Frings hätten ihn aber auch geduzt.

2. Er ist abergläubisch: Als Zuschauer im Stadion hat Löw einen festen Platz. Er sitzt immer in Reihe A auf Platz eins. Auch im Flugzeug bevorzugt er diesen Platz.

3. Er mag es schnell: Nicht nur auf dem Fußballplatz ist Löw ein Freund des schnellen Umschaltens. Anfang 2014 musste er seinen Führerschein abgeben, weil er zu schnell gefahren war – bereits zum zweiten Mal. Löw mag übrigens gern Oldtimer.

4. Metall mag er nicht: Seinen Ehering bewahrte der Ex-Bundestrainer in einer Schatulle zuhause auf. Warum? Er mag kein Metall auf der Haut. Seit 1986 ist er mit seiner Jugendliebe Daniela verheiratet, mit der er seit 1977 zusammen war. 2016 trennten sich beide, scheiden ließen sie sich aber nicht.

5. Er war schon ganz oben: Und damit ist nicht der WM-Titel 2014 in Brasilien gemeint. 2003 bestieg der heute 61-Jährige mit einem Freund und zwei Helfern den Kilimandscharo in Tansania (5895 Meter) – den höchsten Berg Afrikas.

6. Er ist spendabel: Von seiner Prämie für den WM-Titel 2014 lud Löw Freunde in den Urlaub ein. Das hatte er im Fall eines Erfolgs vorher so ausgemacht.

7. Er ist ein Grüner: 2017 war Löw Wahlmann der Grünen, als es um den neuen Bundespräsidenten ging. Gewählt wurde Frank-Walter Steinmeier. Vergangene Woche wurde Löw von ihm zum Mittagessen ins Schloss Bellevue eingeladen.

8. Er mag gern Cordon bleu: Wenn Löw bei Angela Merkel im Kanzleramt zum Mittagessen zu Gast war, dann gab es für ihn meistens Cordon bleu mit Pommes.

9. Er steht mehr auf Vorlagen als Tore: In einem Interview wurde Löw mal gefragt, ob er lieber Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo einbürgern würde, wenn er könnte. Er entschied sich für Messi, da der Argentinier der bessere Vorlagengeber sei.

10. Seine Playlist stellt das Patenkind zusammen: Wenn Löw während der großen Turniere und Reisen mit Kopfhörern im Ohr zu sehen war, dann hörte er keine selbstzusammengestellte Playlist. Das übernahm für ihn das Patenkind. Sie sei technisch bewandert und musikalisch gut sortiert, verriet er einmal der Hamburger Morgenpost.

11. Sein Duft hat zwei Namen: Löw trägt gern Parfum auf. Seine Marken: Armani und Lagerfeld.

12. Er mag es minimalistisch: Chaos auf dem Platz mag Löw nicht – auch privat ist er kein Fan davon. Betritt er ein Hotelzimmer, dann verschwinden Prospekte, Karten und derlei Kleinigkeiten in Schubladen.

13. Er ist Schulabbrecher: Also zumindest verließ Löw das Gymnasium nach der 11. Klasse. Gelernt hat er anschließend Groß- und Außenhandelskaufmann. Sein Vater war Ofensetzer und hatte einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern.

14. Er mag Glücksspiel: Löw ist ein Genießer, trinkt gern Espresso, isst gern süß. Auch dem Glücksspiel ist er nicht abgeneigt, früher besuchte er öfter mal Casinos.

15. Seine Haare sind echt: Gemunkelt wird immer wieder, aber ein Toupet trägt Löw nicht. Alle fünf, sechs Wochen geht er zu einem Friseur in Berlin. (Maximilian Bülau)

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