Vom Dortmund-Flop zum Toptorjäger

Ciro Immobile: Der Beste Europas

Ciro Immobile jubelt für Lazio Rom.
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In Dortmund ein Flop, bei Lazio top: Ciro Immobile hat in dieser Saison 36 Tore erzielt.

Im Sommer 2014, da verpflichtete der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund nach dem Abgang von Robert Lewandowski zum FC Bayern einen neuen Stürmer.

Er hieß Ciro Immobile, kam vom FC Turin mit der Empfehlung von 22 Toren in 33 Ligaspielen. In Dortmund sollte der Italiener, der aus Torre Annunziata in der Nähe von Neapel stammt, nie glücklich werden. Nach einem enttäuschenden Jahr wurde er zum FC Sevilla verliehen, dann für elf Millionen Euro verkauft, von dort später wieder zum FC Turin verliehen. Seit 2016 steht Immobile nun bei Lazio Rom auf der Gehaltsliste.

Und mit 30 Jahren ist Immobile nun so gut wie niemals zuvor. Am Samstag verlor Lazio Rom am letzten Spieltag 1:3 in – wie passend – Neapel. Der Torjäger wurde dennoch gefeiert, erzielte er doch seinen 36. Treffer in dieser Spielzeit. Damit ist er der beste Italiener aller Zeiten, stellte den Serie-A-Rekord von Gonzalo Higuain ein und sicherte sich den Goldenen Schuh für den besten Torjäger Europas. Ein Blick auf die weiteren Topligen:

Robert Lewandowski

Die Bundesliga war schon etwas früher beendet als die italienische Serie A. So hoffte Bayern Münchens polnischer Torjäger Robert Lewandowski bis zum Schluss auf die Auszeichnung des besten europäischen Torschützen. Der bald 32-Jährige traf für die Bayern 34 Mal, wurde zum dritten Mal in Folge Torschützenkönig in der Bundesliga, zum fünften Mal insgesamt. Doch für den ersten Goldenen Schuh reichte es dann doch nicht ganz, weil Immobile – sein Nachfolger in Dortmund – in der Schlussphase der Saison aufdrehte.

Aus der Bundesliga war noch ein weiterer Angreifer vorn mit dabei. Timo Werners 28 Tore reichten immerhin noch für Platz vier – hinter – Cristiano Ronaldo (31). Werner stürmt nun für Chelsea.

Lionel Messi

Dass der Argentinier Lionel Messi in diesem Jahr mit 25 Toren nur der fünftbeste Torschütze Europas ist, gleicht beinahe schon einem Wunder. Seit 2008 teilten Messi und Ronaldo den Goldenen Schuh fast immer unter sich auf. Der 33-Jährige holte den Titel sechs Mal, Ronaldo vier Mal. Messis 50 Tore aus dem Jahr 2012 sind noch immer unerreicht. Ausnahmen in dieser Zeit waren die Sieger Diego Forlan (2009) und Luis Suarez (2014 zusammen mit Ronaldo und 2016).

Neben Immobile sicherten sich übrigens erst zwei Italiener den Goldenen Schuh. Luca Toni traf in der Saison 2005/2006 31 Mal für den AC Florenz. Ein Jahr später wechselte er zum FC Bayern. 2007 war Francesco Totti mit 26 Toren Europas bester Torjäger.

Jamie Vardy

Eng ging es in England zu. Bester Torschütze wurde Leicesters Jamie Vardy mit 23 Toren vor Pierre-Emerick Aubameyang (22) und Danny Ings (22). Vardy schrieb damit Geschichte. Er ist nun der älteste Torschützenkönig der Premier League. Mit 33 Jahren löste er Didier Drogba ab, dem 2010 mit 32 Jahren 29 Treffer für Chelsea London geglückt waren.

In der Rangliste des Goldenen Schuhs landete Vardy damit auf Rang sieben hinter Erling Haaland. Der Norweger und Neu-Dortmunder hat in der abgelaufenen Saison zwar 29 Treffer erzielt – allerdings für Salzburg und den BVB. Da aber die Treffer in den fünf Topligen mit zwei multipliziert werden, in Österreich aber nur mit 1,5, landete Haaland hinter Messi und Werner.

Kylian Mbappé

Der 21-Jährige von Paris St.-Germain hat doppeltes Pech. Weil die französische Ligue 1 nicht wie die anderen Topligen Europas fortgesetzt wurde, landete Kylian Mbappé mit 18 Treffern auf Rang 17, wurde damit aber Torschützenkönig in Frankreich. Im Finale der Coupe de France, das vor wenigen Tagen ausgetragen wurde, musste Mbappé nach einem üblen Foul vom Feld, trug eine Verletzung der Außenbänder und einen verstauchten Knöchel davon und fällt nun für die Champions League aus.

Besser als der Franzose war übrigens sein Landsmann Jean-Pierre Nsame, der 30 Treffer für die Young Boys Bern erzielte – ebenso wie der Israeli Shon Weissmann für den Wolfsberger AC. Das reichte für beide für Platz neun. (Maximilian Bülau)

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